Happy Birthday, liebster „Meiner“

Endlose 36 Stunden nach mir hast du es nun auch geschafft, 36 zu werden. Ja, ich weiss, es ist hart mit einer Frau zusammen zu sein, die so viel älter und reifer ist, aber ich finde, du machst deine Sache ganz gut. Klar, meinen Vorsprung an Lebenserfahrung wirst du nicht so leicht wettmachen, dafür aber hältst du mich jung.

War schön, heute den ganzen Tag mit dir alleine durchs sonnige Basel zu ziehen, zu philosophieren, in Läden zu stöbern, in die wir uns mit dem Prinzchen nie hineinwagen dürften, aus Angst, er würde etwas zerbrechen, in Erinnerungen zu schwelgen, die Fondation Beyeler für einmal ganz ohne böse Blicke des nicht gerade kinderliebenden Aufsichtspersonals zu geniessen, das „Läckerlihuus“ links liegen zu lassen und stattdessen bei „Sprüngli“ sündhaft gute Absinthe-Luxemburgerli zu kaufen.

Nahezu perfekt, so ein Tag. So perfekt, dass man beinahe vergessen könnte, dass auch harte Zeiten hinter uns liegen. So perfekt, dass man vergessen könnte, dass wir nicht anders sind, als andere Paare auch: Wir streiten uns, versöhnen uns wieder, fallen einander auf die Nerven und zehn Minuten später wieder in die Arme, wir zanken uns darüber, ob man Geld lieber sofort ausgeben oder doch auf die hohe Kante legen soll, wir keifen einander wegen offener Zahnpastatuben und herumliegender Schuhe an und wenn wir miteinander essen gehen, dann verhungern wir fast, weil wir uns nie entscheiden können, in welchem Restaurant wir einkehren wollen.

Ich weiss, Perfektion sieht anders aus. Aber solange du dich sein darfst und ich mich, solange wir beide wir sind, solange schere ich mich einen Dreck um Perfektion.