So schwer kann das doch nicht sein, oder?

Eigentlich hätten „Meiner“ und ich uns ja eine Schnulze reinziehen wollen, aber dann sind wir bei „Fast Food Nation“ gelandet und schon verspüre ich wieder diesen inneren Drang, ab morgen alles anders zu machen. Das Fleisch für die Fleischesser in der Familie nur noch beim Bauern kaufen, nur noch so viel kochen, dass keine Resten bleiben, noch genauer darauf achten, dass nur Saisongerechtes im Einkaufswagen landet, mein Konto bei der Grossbank auflösen und das Geld in Zukunft unter der Matratze verstecken, „Made in China“ boykottieren, eine eigene Bienenzucht aufbauen, eine Kuh in den Garten stellen, das Hausdach mit einer Photovoltaik-Anlage versehen, das Auto nur noch in wirklich dringenden Notfällen brauchen, wobei „mir tun die Füsse weh und ich mag jetzt nicht zu Fuss gehen“ nicht mehr als Notfall durchgeht, die eigene Zeit nur noch für Sinnvolles einsetzen, endlich genügend Geld verdienen, damit wir uns in allen Lebensbereichen einen nachhaltigen Lebensstil leisten können und ausschliesslich ethisch und politisch korrekte Gespräche führen. Der ganze Mist, den wir als „Lebensqualität“ preisen, der uns aber in Wirklichkeit zu stressgeplagten, umweltzerstörenden, asozialen Monstern werden lässt, hängt mir heute Abend noch mehr als gewöhnlich zum Hals heraus. 

Da sitzen wir auf dem Sofa, „Meiner“ und ich, diskutieren über den Film und einmal mehr kommen wir zu dem Schluss, dass sich in unserem Leben gar nicht so viel ändern müsste, damit wir unseren Idealen zumindest einige Schritte näher kämen. Hier ein wenig Umdenken, da ein wenig konsequenter sein, dort die eine oder andere schlechte Gewohnheit ablegen und dann nur noch den Rest der Welt davon überzeugen, dass sie es uns gleichtun sollen. So wenig müsste getan werden, damit wir endlich wieder mit einem ruhigeren Gewissen einschlafen könnten. 

2 Gedanken zu “So schwer kann das doch nicht sein, oder?

  1. Saisonal kochen, Warmwasser vom Solarpanel und Sparlampen kriegen wir auch schon ganz gut hin, aber bei der Kuh im Garten und beim Bienenzüchten hapert’s noch. 🙂 „Fast Food Nation“ ist empfehlenswert, aber man muss dazu in Stimmung sein. „Meiner“ war danach ganz frustriert.

  2. Es geht, Frau Venditti, es geht. Wir haben es gerade probiert – und es geht! Allerdings ist es schwierig wenn es um den Aspekt „Viel geld verdienen um diesen Lebensstil bezahlen zu können“. Aber immerhin kann ich vermelden, dass es möglich ist, einen Monat fast ausschließlich saisonal zu kochen (und das im Winter) ohne dass die Familie die Wohnung verlässt und nie wiederkehrt. Und günstiger ist es zudem auch noch.
    Biostrom – erledigt und dank Sparlampen und Energiesparen etc. sogar ohne Preissteigerung.
    Klamotten – soweit es geht im SecondHand-Laden.
    Was wir NICHT stoppen konnten: den Konsum von Gummibärchen und Joghurts durch den Kleinen Mann. Er braucht gaaaanz dringend und AUF JEDEN FALL diese Joghurts. Aber gut.
    Machen Sie weiter, Sie sind doch bestimmt schon ganz gut dabei, oder? Und „Fast Food NAtion“ stelle ich mal auf unsere Filmliste….
    Viele Grüße Ihre Mama007

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