Gelesen und gedacht

Gestern auf Facebook gelesen:

In Einem Jahr Gehe ich zu Supertalent !! ♡

Eltern haben mir Erlaubnis gegeben 

Dabei gedacht:

Ich wünschte mir, die Eltern hätten diesem Kind zuerst mal die Erlaubnis erteilt, sich mit den Grundregeln der Rechtschreibung vertraut zu machen.

Gestern im Lokalteil der Tageszeitung gelesen:

Der unzähligste Artikel über die SVP Wohlen, die sich dafür stark macht, dass in der Abdankungshalle ein Kreuz steht.

Dabei gedacht:

Wann verstehen die endlich, dass im Christentum nicht die Zahl der Symbole zählt, sondern das Leben eines in Sachen Nächstenliebe ziemlich radikalen Lebenswegs? Viele Christen werden dennoch laut applaudieren und sagen: „Die SVP sorgt eben noch dafür, dass christliche Werte in unserer Gesellschaft hoch geachtet werden.“

Gestern und heute in diversen Print- und Onlinemedien gelesen:

Das unsägliche Steueroptimierungsgeschwätz von Bundesrat Johann Schneider-Ammann.

Dabei gedacht:

Jetzt weiss ich endlich, was ich falsch gemacht habe. Ich hätte keine Familie gründen sollen, sondern ein Unternehmen. Dann müsste ich mir nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen, warum uns gleich viel abgeknöpft wird wie anderen, die am Ende des Monats deutlich mehr auf dem Konto haben als wir.

Und dann weitergedacht:

Manchmal habe ich es so satt, in einem Land zu leben, in dem Geld alles, Gemeinsinn jedoch fast nichts bedeutet. Ob man uns in Utopia Asyl gewähren würde? Atlantis ginge zur Not auch, aber dann müsste ich erst einmal tauchen lernen.

Heute gelesen in der Tageszeitung:

Ein Interview mit einer Unternehmensberaterin, die Bundesrätin Doris Leuthard als leuchtendes Beispiel für eine gelungene Karriere einer Frau, die weiblich geblieben ist, darstellt.

Dabei gedacht:

Wo Doris Leuthard heute wohl stünde, wenn sich ihr Kinderwunsch erfüllt hätte? Karrieremässig vermutlich nicht dort, wo sie heute steht, sowas lässt das hiesige System kaum zu. Persönlich aber bestimmt sehr bereichert. (Die weniger bereichernden Aspekte des Elterndaseins: Siehe oben.)

Auch noch in der Tageszeitung gelesen:

„Nicht zum ersten Mal nimmt der Berner Polizeidirektor Hans-Jürg-Käser (FDP) das Wort Neger in den Mund. ‚Europa ist das Paradies, die Schweiz das Schlaraffenland. Das wissen nicht nur wir, sondern auch die Negerbubli’…“

Dabei gedacht:

Nichts. So etwas Geschmackloses verschlägt mir nicht bloss die Sprache, sondern auch das Denken.

Und gestern Abend noch gesehen:

Nach gefühlten 150 Jahren wieder mal „When Harry met Sally“.

Dabei gedacht:

Himmel, hab‘ ich Meg Ryans Zottelmähne, ihren dämlichen Hut und die unsägliche Hose wirklich mal für das Mass aller modischen Dinge gehalten?

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