Was sind wir doch naiv! Und dies nach bald neun Jahren Elternkarriere. Karlssons bester Freund darf heute bei uns übernachten. Anfangs herrscht eine herrliche Stille im Kinderzimmer. Wir glauben schon fast, dass die beiden bereits schlafen. Bis Karlsson plötzlich fragt, wo denn sein Freund sei. Ach so, der ist im Esszimmer in ein Asterixheft vertieft. Darum die unübliche Stille. Da wir aufgeschlossene Eltern sind, die wollen, dass ihre Kinder auch mal ihren Spass haben dürfen, ermuntern wir die beiden Jungs, doch noch ein wenig miteinander zu plaudern vor dem Einschlafen. Und weil „Meiner“ gerne mal übertreibt, ruft er die Treppe hoch, sie dürften schon etwas lauter sein.
Ist „Meiner“ noch recht bei Trost? Hat er noch nie einen Lachanfall der beiden Jungs in voller Länge erlebt? Ich auch nicht, denn wenn die zwei mal losgelegt haben, können sie nicht mehr aufhören. Und deshalb wirft man sie irgendwann aus dem Haus, schickt sie in die Schule oder lässt sie Shaun das Schaf schauen, bis sie unter das Sofa fallen vor lauter Lachen. Da lacht es dann wenigstens etwas gedämpfter unter dem Sofa hervor. Aber abstellen lassen sich nicht. Es sei denn, man versuche, sie zu trennen. Dann lachen sie nicht mehr, sondern beginnen zu heulen. Und das wäre dann ja auch nicht mehr lustig.