Die Schrei(b)ende

Geboren in einer Zeit, als es in den Autos auf den Rücksitzen noch keine Gurten gab, als das Wort „Kindersitz“ noch ein Fremdwort war und als man es den Eltern noch nachsehen konnte, wenn es mal vorkam, dass ein Kind – nicht ich, mein Bruder – hinten aus dem VW-Bus auf den Feldweg fiel. Aufgewachsen als jüngstes Kind in einer Familie, die noch ein wenig grösser war als meine eigene heute ist. Dazu noch ganz viele Tiere. Also so eine Art Bullerbü, einfach mit dem Unterschied, dass die Idylle durchzogen war von allem, was das moderne Leben eben mit sich bringt. Im zarten Alter von siebzehn Jahren die erste Begegnung mit dem Mann meines Lebens, der es trotz all meiner Macken noch immer an meiner Seite aushält. Was vielleicht daran liegt, dass er selber auch nicht so perfekt ist, wie seine Arbeitskolleginnen jeweils meinen.

Von klein auf leidenschaftliche Leserin und Schreiberin, die dann aber doch den Umweg über das Reisebüro, die Pizzeria und das nur zur Hälfte abgeschlossene Studium in Geschichte und Anglistik gehen musste, bevor sie beim Lokaljournalismus landete. Dann, nachdem man anfing, den Journalismus tot zu sparen, noch einmal ein Umweg, diesmal über die Erwachsenenbildung – Deutsch und Englisch – bis schliesslich der Leidensdruck so gross wurde, dass ohne Schreiben nichts mehr ging. Ach ja, da waren natürlich noch die fünf Kinder, die das Leben auch gehörig auf den Kopf stell(t)en, aber die sind kein Umweg, sondern das grösste Glück des Lebens. Zusammen mit ihrem Papa und dem Schreiben natürlich.

Vor einigen Jahren dann ein zaghafter Start als Bloggerin, ein erstes Mitmachen beim Novemberschreiben und schliesslich, dank dem Drängen von lieben Freundinnen und dem Mann an meiner Seite und natürlich auch dank der Bereitschaft eines Verlages, sich der Geschichte anzunehmen, das erste Kinderbuch „Leone & Belladonna“. Ein Glück, das ich mir nie hätte träumen lassen. 2013 dann „Leone, Belladonna & ihre Kinder“ sowie „Füsse hoch!“, ein Adventsbuch für Erwachsene, illustriert von „Meinem“. 

Nach nicht ganz drei Jahren im Aufbau eines Familienzentrums inzwischen wieder hauptamtlich leidenschaftliche Mutter von fünf kleinen bis mittelgrossen Menschen, leidenschaftliche Ehefrau, nebenamtliche Versorgerin von drei Katzen, vier Nymphensittichen und zehn Wachteln, begeisterte Hobby-Gärtnerin sowie leidenschaftliche Schreiberin von Kolumnen, Artikeln rund ums Familienleben für swissmom.ch sowie eigenen Texten für Kinder und Erwachsene. So viel Leidenschaft, dass meistens sowohl der Haushalt als auch die Zeit der Stille zu kurz kommen. Das alles getragen durch einen Glauben, der sich trotz aller Fehler, die das etablierte Christentum in all den Jahren seines Bestehens begangen hat und weiterhin begeht, nicht hat kleinkriegen lassen.

Und nein, ich heisse nicht Tamara, auch wenn es sehr schwer zu akzeptieren ist, dass meine Eltern einfach dieses letzte A weggelassen haben. Und nein, ich bin auch nicht mit Antonello Venditti verwandt und der Mann an meiner Seite übrigens auch nicht.

19 Kommentare zu “Die Schrei(b)ende

  1. Liebe Tamar
    Du hast einen tollen Blog. Du wirst mich nicht kennen, wir wohnten praktisch an der gleichen Strasse, aber ich bin ein Schluck älter (einer Deiner Brüder ging mit meinem Bruder zur Schule). Ich mag es zu sehen, welch tollen Weg Du gemacht hast. Ein interessantes Leben mit allen Hoch und Tiefs. Der alltägliche Wahnsinn und eben wie Manfred Siebold sagt: „wir Christen sind nicht besser, wir sind nur besser dran“. (ach ja: alles habe ich natürlich nicht gelesen…;-) )
    Ich wünsche Dir und uns noch viele ganz „normale“ Tage die Du mit Deiner Leserschaft teilst
    Liebe Gruess
    barbara
    PS: schade dass Du nicht mit Antonello verwandt bist 😦 *hoil* *soifz* ond überhaupt…

    • Liebe Barbara

      Dein Kommentar hat mich riesig gefreut. Ich glaube, ich weiss mehr oder weniger, an welcher Strassenecke ich dich „einordnen“ muss. 😉

      Ich kann mich ja vielleicht vom anderen Venditti adoptieren lassen, damit ich endlich mit ihm verwandt bin. Obschon ich mir nicht so sicher bin, dass meine Eltern von der Idee begeistert wären…

      Herzliche Grüsse

      Tamar

  2. Liebe Tamar, bin durch Zufall auf deinem Blog gelandet. Außer dem Drang/Zwang zu schreiben gibt es weitere erstaunlicher Parallelen in unser beider Biographie. Bin keine Stalkerin und folge dir trotzdem! Herzliche Grüße, Paula Hering

    • Liebe Paula

      Herzlich willkommen! Habe auch schon mal kurz bei dir vorbeigeschnüffelt und muss mir dann noch einmal mehr Zeit dafür nehmen, denn es sieht interessant aus.
      Herzliche Grüsse
      Tamar

  3. Hallo Tamar,
    habe deinen Blog heute Nacht entdeckt und ihn sofort in meine Leseliste aufgenommen.
    Als ich gelesen habe, welche Fragen du in deinem Stöckchenspiel selbst stellst, da habe ich mir gedacht, genau diese Fragen, hätte ich auch gestellt.
    Ich wünsch Dir noch schöne Tage!
    LG Nadine

  4. Ich bin grade erst auf deinen Blog gestolpert, will ihn mir jetzt aber abspeichern. Familienleben mit fünf Kindern klingt spannend. Dagegen fühle ich mich mit meinen drei ja eher „Kleinfamilig“ 😉

    • Also zumindest in der Schweiz geht man mit drei Kindern schon fast als Grossfamilie durch. 😉 Und mit Dreien geht’s ja schon ziemlich lebhaft zu und her, wenn ich mich recht erinnere…

  5. Bin per Zufall auf deinen Blog gestossen und seit da, muss ich immer wieder reinschauen. Manchmal denke ich du schreibst von meinen Alltag. All deine Geschichten sind mir so vertraut, dein Familienalltag gleicht dem meinen, mit all den Sorgen,dem Ärger aber auch den unzähligen Freuden mit unseren Kindern. Auch wir haben fünf ( J, M, J,J,J). Also genau wie ihr.

  6. Hi, als jemand, der aus einer Großfamilie kommt, an einer Großfamilie „arbeitet“ 🙂 und gerne über Großfamilien liest habe ich diesen Blog sehr gerne durchgestöbert! Einen fröhlichen, spannenden und vllt. ein bissle geruhsamen Abend aus dem Frankenland! Anne

    • Das Grossfamilienleben prägt einen halt schon. Hätte selber nie eine Kleinfamilie haben können (und finde unsere eigentlich gar nicht so gross ;-).).
      Wünsche ebenfalls einen geruhsamen Abend. 🙂

  7. Hi Tamar
    ich bin Fan von deinem Schreibstil deshalb verschlinge ich deine Texte. Obwohl mein Kindervolk nun am ausfliegen ist, finde ich deine Geschichten lustig und treffend. Darum hänge ich dir jetzt an….hmmm….am Netzfersen.
    allerliebste Grüsse aus Zürich
    Stephanie

    • Liebe Stephanie

      Dann also herzlich willkommen! Ich freue mich immer, wenn sich jemand „bei mir“ wohl fühlt. Habe mich auch ein wenig „bei dir“ umgesehen und finde es dort auch ganz wunderbar. 😉
      Herzliche Grüsse nach Zürich
      Tamar

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