…. der findet auch bei uns irgend etwas, aber leider meistens nicht das, wonach er gesucht hat. So tauchten zum Beispiel heute Morgen die Au-Pair-Unterlagen, die ich seit drei Tagen verzweifelt gesucht hatte wider auf ausserdem der Schlüsselbund von „Meinem“, den am Sonntag so ziemlich jedes Familienmitglied mal in der Hand gehabt hatte, so dass nicht mehr nachvollziehbar war, wer ihn zuletzt wo liegen gelassen hatte. Nun, seit heute früh wissen wir, wo der Kerl gesteckt hat: Auf dem Wickeltisch, unter einem Berg von Kleidern verborgen. Was mich darauf schliessen lässt, dass das Prinzchen zuletzt damit gespielt hat, denn er ist der Einzige, der auf dem Wickeltisch überhaupt noch etwas zu suchen – oder wohl eher liegenzulassen – hat. Man sieht also: Unsere Suchaktion war äusserst erfolgreich. Bloss half uns das nicht weiter, denn Karlsson brach trotzdem in Tränen aus, weil seine Streifen verschwunden blieben und er den Zorn der Lehrerin fürchtete.
Ich kann gar nicht verstehen, warum Karlsson immer so sehr in Panik gerät, wenn er etwas nicht finden kann. Für ihn ist jeder kleine Misstritt der Anfang des Weltuntergangs und er malt sich dann jeweils in den schwärzesten Farben aus, was mit ihm alles passieren könnte, bloss weil mal wieder etwas daneben gegangen ist. Dabei hat er doch stets eine Ausrede zur Hand: Er kann seinen kleinen Brüdern die Schuld geben am ganzen Schlamassel. Aber nein, Karlsson nimmt alle Schuld auf sich, macht sich Vorwürfe und zittert vor der Strafe, die dann meist gar nicht eintritt, weil er bei der Lehrerin einen grossen Stein im Brett hat. Also ich war ja ganz anders in dem Alter. Ich machte nie ein solches Geschrei. Musste ich auch gar nicht, denn aus lauter Angst, dass ich etwas falsch machen könnte und dass die Lehrerin mir deswegen böse sein könnte, war ich stets darauf bedacht, nur ja nichts zu vergessen, kein Blatt zu zerknittern, keine Papierschnipsel zu verlegen. Ich hatte ja auch keine jüngeren Geschwister, denen ich den Fehler in die Schuhe schieben konnte und so musste ich eben im Vornherein dafür sorgen, dass alles war, wie es sein sollte. Um stets den nötigen Druck zu haben, alles richtig zu machen, malte ich mir jeweils in den schwärzesten Farben aus, was mit mir passieren würde, wenn ich einen Fehler beginge. Das ist dann wohl der Grosse Unterschied zwischen Karlsson und mir: Ich zitterte vorher, er zittert nachher. Aber perfektionistische Angsthasen sind wir beide.
So, aber jetzt muss ich los. Die Papierstreifen sind wieder aufgetaucht, als ich nach der Kabelrolle suchte, um die Pumpe des Schwimmbeckens in Betrieb zu nehmen. Wenn ich jetzt ganz schnell zur Schule renne, dann schaffe ich es noch, Karlsson die Streifen in der grossen Pause in die Hand zu drücken und dann können wir vielleicht noch verhindern, dass die Lehrerin schimpft….

Du kennst mich ja: Ich wollte schon immer älter sein, als ich in Wirklichkeit bin. Das hat man als jüngstes Kind so in sich. 😉
Hmmmm bist du nicht jünger als ich??? Ich habe mir das auch erst neuerdings zugelegt – seit Februar! Sei doch nciht immer so ungeduldig, später hätte auch noch gereicht 😉
Nein, so schnell hört Tamar nicht auf zu bloggen. Aber sie hat gefunden, sie müsse sich mit zunehmendem Alter ein neues Laster zulegen: Migräne. 😦
Jetzt bin ich aber froh! Ich dachte am 7. Juni schon, Tamar hört auf zu bolggen 😉