Kaum waren heute Morgen Karlsson, Luise und der FeuwerwherRitterRömerPirat aus dem Haus, schnappte ich mir den Zoowärter und das Prinzchen und machte mich aus dem Staub, was durchaus wörtlich zu verstehen ist. Nichts wie weg aus diesem Chaos! Nach der vergangenen Woche, in der ich rund um die Uhr damit beschäftigt gewesen war, die Unordnung einzudämmen und die Kinder davon abzuhalten, sich die Köpfe einzuschlagen, musste ich einfach wieder mal weg. Und weil ich inzwischen ziemlich sicher bin, dass des Prinzchens schlaflose Nacht durch Kälte hervorgerufen wurde, das arme Kind aber über keinen ganzen Schlafsack mehr verfügt, war ein Spontanausflug zu H & M das Einzige, was den Montagmorgen noch retten konnte. Dazu muss man noch wissen, dass montags sonst immer die Putzfrau kommt. Doch diese Woche macht sie Ferien. Weswegen ich heute Putzdienst hatte, was doch eindeutig zu viel ist für einer Vollzeithausfrau, nicht wahr?
Also ab zu H & M. Dort herrscht am Montagmorgen bestimmt himmlische Ruhe. Dachte ich. Doch nichts da: Die Kinderabteilung war voller Eltern mit quengelnden Babys und Kleinkindern. Meine Putzfrau ist wohl nicht die Einzige, die derzeit Ferien macht. Andere Eltern mussten wohl auch vor dem Chaos flüchten. Dennoch wurde es ein ganz vergnüglicher Einkauf. Weil ich ausnahmsweise nur zwei Kinder zu beaufsichtigen hatte, die ausserdem völlig friedlich im Wagen sassen, hatte ich mal wieder Zeit, Eltern zu belauschen. Folgende Szene hat mich besonders amüsiert:
Mama sucht eine Winterjacke für das anderthalbjährige Töchterlein, das sich nicht im Geringsten für das Thema interessiert. Papa scheint auch nicht gerade mit Feuereifer bei der Sache zu sein.
Mama, zuckersüss: „Willst du die hier?“
Töchterlein schüttelt trotzig den Kopf, Papa steht gelangweilt daneben.
Mama, etwas weniger süss: „Und die hier?“
Töchterlein schüttelt wieder trotzig den Kopf, Papa steht noch immer gelangweilt daneben.
Mama, etwas ungeduldig: „Und die hier? Die ist doch schön.“
Töchterlein schüttelt noch immer trotzig den Kopf, Papa schaut sich jetzt auch Jacken an, unterhält sich mit Mama.
Mama und Papa, leicht genervt: „Aber die hier ist wirklich schön. Willst du die?“
Töchterlein schüttelt weiterhin trotzig den Kopf.
An diesem Punkt musste ich das Geschäft fluchtartig verlassen, sonst hätte ich gebrüllt: „Um Himmels willen, kauft dem Kind die Jacke, die euch gefällt! Jetzt ist ihr nämlich noch völlig egal, was sie trägt. Doch bald schon wird sie bestimmen, was sie anzieht. Also kauft, solange ihr euer sauer verdientes Geld noch nicht für ‚Hello Kitty‘, ‚Disney Princesses‘ und ‚Hannah Montana‘ ausgeben müsst!“
