Heute habe ich die Wahl. Ich kann zum Beispiel meinem beinahe unwiderstehlichen inneren Drang nachgeben, die Wohnung aufzuräumen und zu putzen. Das muss man sich mal vorstellen: Ich bin der Meinung, dass heute unbedingt geputzt werden sollte. Das bedeutet also, dass das Chaos bei uns momentan so schlimm ist, dass es sogar mich stört. Was wiederum bedeutet, dass spontane Besuche bei Vendittis heute nicht angebracht sind. Sonst muss man beim Aufräumen helfen, bevor man sich setzen kann.
Ich kann heute aber auch das Chaos einmal mehr ignorieren und mich auf den Weg machen, um „Meinem“ im Klassenlager beizustehen. Ich kann die restlichen Esswaren für die Schüler einkaufen, die Küche einräumen, die Tomatensauce stundenlang köcheln lassen, die Schüler von „Meinem“ kennen lernen. Die Sache hat bloss einen Haken: „Meiner“ hat sich diesmal geweigert, auf meinen Rat zu hören und hat ein Pfadfinderheim gemietet. Nun habe ich ja nichts gegen Pfadfinder, sie leisten viele wertvolle Dienste. Aber wenn ich das Wort „Pfadfinderheim“ nur schon höre, bekomme ich einen Asthmaanfall. Deshalb zögere ich den Moment, bis ich die Schwelle des Gebäudes tatsächlich überschreiten werde, so lange hinaus wie nur möglich. Und nehme schon mal präventiv Cortison ein.
Man sieht also, meine Optionen für den heutigen Tag sind nicht gerade glänzend. Was mich zu einer dritten Möglichkeit führt: Ich glaube, ich verkrieche mich ins Bett und ziehe mir die Decke über den Kopf. Die Kinder können ja derweilen aufräumen…

Gute Idee! Ich glaube, ich verschiebe die ganze Putzerei um ein paar Tage… 😉
Der unwiderstehliche innere Drang, die Wohnung aufzuräumen und zu putzen, klingt für mich nach: Eigentlich sollte ich ganz was anderes tun – wie z.B. ein Kinderbuch schreiben?
Die Pfadfinderheime, die ich in meinem bisherigen Leben von innen gesehen habe, waren allesamt ganz schrecklich staubig, was für mich als Asthmatikerin ein absoluter Albtraum ist. Aber offenbar haben sich die Zeiten geändert: Ich habe gestern ganz gut überstanden. Aber vielleicht lag’s ja nur daran, dass ich vorher kräftig inhaliert hatte.
Okay, ich geb’s ja zu: Es war gar nicht so schlimm wie erwartet. Ich habe mir sogar ernsthaft überlegt, ob ich von Donnerstag auf Freitag nicht doch auch mit den Kleinen dort übernachten soll. Aber nur, weil ich das Gefühl hatte, bei den vielen Frauen dort müsse ich klarstellen, wer denn nun wirklich zu „Meinem“ gehört… 🙂
Also unser Pfadiheim ist immer total staubfreie Zone 🙂
So – nu bin ich neugierig: was ist so schlimm/anders/erstaunlich an einem Pfadfinderheim?
jetzt muss ich aber lachen. Ich habe übersehen, dass dein Artikel ja noch mehr setzte beinhaltet als nur den erster Teil. 🙂