Auf wen kann man sich denn noch verlassen?

Diese Meteorologen sind auch nicht mehr, was sie mal waren. Da lässt man sich seit Tagen weismachen, heute sei es ganz bestimmt schön, zumindest im Mittelland, und dann ist der Himmel grau, die Strassen sind nass. Warum das so wichtig ist? Weil Karlsson heute einen Schulausflug  hat, auf den er sich seit Tagen freut. Der Ausflug findet zwar bei jedem Wetter statt, doch bei Regenwetter braucht Karlsson eine Regenjacke. Und die hat er nicht mehr. Die ist nämlich beim letzten Schulausflug, für den wir sie eigens gekauft hatten, liegengeblieben. Und weil Karlsson merken soll, dass man auf seine Sachen achtgeben muss, hat er nicht sofort eine Neue bekommen. Und weil der Bucheli behauptet hat, heute sei das Wetter schön, habe ich gestern, als „Meiner“ noch schnell eine neue Regenajcke besorgen wollte, gesagt, dies sei völlig unnötig, das Wetter sei heute schön.

Und dann hänge natürlich wieder ich, wenn Buchelis Prognosen nicht stimmen. Die Meteorologen sind ja immer fein raus. Die müssen sich kein Gejammer anhören, wenn wieder mal eine Prognose danebengegangen ist. „Meiner“ schaut zwar immer brav Meteo mit mir. Doch kaum hat der Bucheli seine Sätzchen fertiggestammelt, fragt er mich: „Ist es morgen schön?“ Ob er denn nicht gesehen habe, dass ein kräftiges Hoch im Anzug sei? „Ein Hoch? Dann regnet es also morgen?“ Das Erklären, wie das mit den Hochs und Tiefs ist, habe ich schon längst aufgegeben. Und wenn er mich morgens um Viertel vor sechs weckt, um mich zu fragen, ob es heute warm sei oder ob er lange Hosen anziehen solle, gerate ich zuweilen in Versuchung, ihm zu sagen, es werde den ganzen Tag regnen, obschon ich weiss, dass es 30 Grad heiss sein wird.

Als also heute früh der Himmel grau verhangen war, wagte ich kaum, Karlsson zu wecken. Das würde ein Geheul geben, fürchtete ich. Doch wunderbarerweise sagte Karlsson kein Wort zum Wetter. Er war so aufgeregt, als er all die Landjäger, Chips, Sandwiches und Getränke sah, die eigens für ihn eingekauft worden waren, dass er die nassen Strassen gar nicht erst bemerkte. Kurz vor Abmarsch packte er freudenstrahlend noch einen Schirm ein. Seine Miene verdüsterte sich erst, als er versuchtes, den Rucksack zu schultern. „Mama, der ist ein bisschen schwer. Was hast du mir alles eingepackt?“ Zum Glück war „Meiner“ da schon längst weg. Sonst hätte er nur wieder gespottet, ich sei wie eine italiensiche Mama, die immer zu viel Essen einpackt.

Dabei will ich doch nur verhindern, dass mein armer kleiner Karlsson verhungert, wenn er den ganzen Tag weg ist von seiner Mama.