Junk Food

Fleischkäse ist gesund. Wie, Sie glauben mir nicht? Bis vor einigen Tagen sah ich das auch noch anders. Ich schaute  immer zuerst nach allen Seiten, bevor ich es wagte, Fleischkäse in den Einkaufswagen zu legen. Wenn ich sicher war, dass mich niemand beobachtet, schlug ich zu. Warum das? Nun ja, ich kenne das auch. Beim Warten an der Kasse schaue ich, was die Leute vor mir aufs Band legen und ohne es zu wollen, bilde ich mir ein Urteil über sie. Und die anderen machen das bei mir wohl auch. Seit einigen Tagen aber hat die Heimlichtuerei ein Ende. Jetzt stehe ich ganz ungeniert dazu, dass ich meinen Kindern Fleischkäse kaufe.

Woher dieser Gesinnungswandel? Nun, von Zeit zu Zeit gibt es an der Schule unserer Kinder ein „gesundes Znüni“. Letztes Mal gab’s Gemüsespiessli mit Fleischkäse. Fleischkäse ist also von der Schule offiziell für gesund erklärt. Wie soll ich jetzt noch behaupten können, er sei ungesund? Deshalb ist er ab sofort von der Junk-Food-Liste gestrichen.

Auch Gläschenbrei gehörte für mich lange zu den verbotenen Nahrungsmitteln. Nicht, weil er ungesund ist, doch eine Mutter, die etwas auf ihre Kochkünste gibt, verzichtet auf Fertigprodukte, auch für das Baby. Leider ist es aber so, dass ich bei jedem Kind etwas weniger Zeit zum Breikochen habe und deshalb habe ich mir angewöhnt, für ganz dringende Fälle ein paar Gläschen vorrätig zu haben. Damit abgefunden habe ich mich aber noch nicht ganz. Und so ertappte ich mich neulich dabei, wie ich die Gläschen so rasch als möglich verschwinden liess, als der Versicherungsvertreter vorbeikam. Der Mann ist knapp aus den Windeln und weiss vermutlich nicht einmal, dass Babys Brei essen und ich verstecke den Gläschenbrei!

Wird langsam Zeit, dass ich ein etwas entspannteres Verhältnis zu Fertigprodukten und Junk Food entwickle. Nicht ganz so entspannt jedoch wie jene Leute, die denken, sie hätten selber gekocht, wenn sie Stocki mit Fischstäbchen zubereitet haben.

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