Rabeneltern

Was sind wir doch für Rabeneltern, „Meiner“ und ich. Weil wir es satt haben, zwischen Umzugskartons, vollen Abfallsäcken und Putzkesseln zu leben, beschliessen wir, unsere Kinder für einmal bereits morgens um 10 vor die Glotze zu setzen. Wegen dieser einen Ausnahme werden sie ja nicht gleich verblöden und irgendwann müssen wir ungestört arbeiten können, sonst stolpern wir an Weihnachten noch über Bücherberge und ausgemistete Kleider.

Was aber sollen wir mit dem Prinzchen tun, während die anderen Kinder glotzen? Beim Putzen helfen kann er noch nicht. Fernsehen sollte er in seinem zarten Alter noch nicht (Es genügt ja, wenn wir die anderen vier verderben). Herumkriechen kann er nicht, weil wir noch keine Zeit hatten, das Ameisenpulver aufzusaugen. Also ab mit ihm zu den Nachbarn. Karlsson und Luise haben die Ehre, den kleinen Prinzen in seinem Wägelchen zu chauffieren. Ob sie denn nicht auch bleiben möchten, will die Nachbarin wissen. Sie möchten ja schon, gestehen unsere beiden Grossen. „Aber Mama und Papa haben gesagt, wir müssen einen Film schauen und darum müssen wir jetzt gleich wieder nach Hause gehen.“

Zum Glück hat die Nachbarin Erbarmen mit unseren armen Knöpfen. So blieben Karlsson und Luise vor der Tortur des Filmeschauens verschont; den FeuerwehrRitterRömerPirat und den Zoowärter aber zwangen wir, sich das „Dschungelbuch“ anzuschauen. Sollte aus den beiden nie etwas werden, wird man zumindest wissen, warum…

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