Ich habe ja nie behauptet, eine Vorzeigehausfrau zu sein. Und momentan ist unser Haushalt noch weniger präsentabel als im Normalzustand. Bei so vielen Kranken kommt das Aufräumen einfach ein wenig zu kurz. Ja, und dann muss ich natürlich zwischendurch auch noch Dr. Sarah May auf die Sprünge helfen, damit die Koalas nicht eingehen. Es hätte also keinen Stromausfall gebraucht, um mir vor Augen zu führen, dass ich eine schlampige Hausfrau bin. Doch irgendwer glaubt zu wissen, dass ich einen Tritt in den Hintern brauche und deshalb gingen heute pünktlich um Viertel nach acht Uhr abends die Lichter aus. Und sie gingen nicht wieder an, mochte ich am Sicherungsschalter riegeln, soviel ich wollte. Was ist nur aus den guten alten Sicherungskästen geworden, wo man einfach eine neue Sicherung reinschrauben konnte, wenn die Alte schlapp machte?
So tappte ich also durch die Wohung und suchte nach der Schwachstelle, die das ganze System zum Streiken gebracht hatte. Nach langer Zeit wurde ich fündig: Es war der Kühlschrank. Ja, genau derjenige, der schon längst wieder mal abgetaut und geputzt werden sollte. Aber weshalb der Kerl ausgerechnet heute auf sich aufmerksam machen musste, ist mir ein Rätsel. Wo ich doch mit zwei Mittelohr-Entzündungen (Karlsson & Prinzchen), einer darniederliegenden Grippe („Meiner“), einer fast ausgestandenen Grippe (Zoowärter), zwei sich langweilenden ganz Genesenen (Luise & FeuerwehrRitterRömerPirat), Dr. Sarah May und Novemberschreiben mehr als genug am Hut habe. Genau heute also musste dieser Kühlschrank aussteigen, mich dazu zwingen, ihn leer zu räumen und mit Schrecken festzustellen, dass er dringend gesäubert werden muss. Aber der Kerl kann mich mal. Nach Feierabend lasse ich mich nicht mehr zum Putzen zwingen. Schon gar nicht von einem Kühlschrank.
