Lasst doch den armen November sein, wie er ist

Okay, ich frage mich ja manchmal auch, wie ein einziger Monat dazu kommt, so viel unterdrückte Wut loszuwerden. Sturmböen, kalter Regen, schwere, graue Wolken und wenn sich das Wetter beruhigt, kommt der Hochnebel. Ganz klar, der November bräuchte ganz dringend jemanden, dem er mal sein Herz ausschütten könnte, damit er seinen Frust nicht immer an der Allgemeinheit auslassen müsste. Doch solange er keinen findet, der ihm zuhört, muss man sich wohl damit abfinden, dass der November ist, wie er nun mal ist, seit Jahrhunderten schon.

Mir gelingt das eigentlich ganz gut: Nur noch aus dem Haus gehen, wenn Prinzchen in den Kindergarten muss oder wenn Vögel, Wachteln und Kaninchen neues Futter brauchen, literweise Tee, überall Kerzen, warme Socken an die Füsse, Computer an und schreiben, was gerade geschrieben werden muss, dazwischen Suppe kochen, Kartoffelbrei oder sonst etwas, was die Seele wärmt. Viel mehr erwarte ich nicht vom November und darum macht es mir auch nichts aus, wenn er draussen wütet. Soll er doch, wenn er keinen anderen Weg findet, seine Probleme zu verarbeiten. 

Eigentlich gibt es nur eine Sache, die mir im November nicht passt: Die Leute, die über ihn herziehen. Ja, der Kerl führt sich vollkommen daneben auf, aber das ist nun mal seine Natur und da braucht man doch nicht so zu tun, als hätte man mit Sonnenschein und 30 Grad Hitze gerechnet und statt dessen Sturm und Regen geliefert bekommen. Was soll dieses Geschwätz von „Ist doch einfach nicht normal, dieses Wetter“? Natürlich ist es normal, man kann doch von einem Monat nicht erwarten, dass er sich an den Klimawandel hält, bloss weil alle anderen Monate dies tun. Es gibt nun mal solche, die altmodischer sind als andere und nicht gleich jedem neuen Trend aufsitzen. Also hört auf zu jammern, lasst den November tun, was er schon seit jeher am besten konnte und verzieht euch in eure Höhlen. Ist doch herrlich gemütlich dort, wenn der Wind um die Hausecken heult…

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4 Kommentare zu “Lasst doch den armen November sein, wie er ist

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