Rabenmutter geht ohne Kinder zur Kundgebung

Ein paar Gewissensbisse hatte ich ja schon, als ich heute kurz nach sechs meine vier Söhne alleine zu Hause liess, um zur Kundgebung gegen Fremdenhass zu gehen. Okay, „Meiner“ würde wenig später bei ihnen sein, aber irgendwie sah es halt doch danach aus, als würde sich Mama lieber protestierend auf der Strasse rumtreiben, als dafür zu sorgen, dass ihr Nachwuchs ein warmes Abendessen in den Bauch bekommt. „Man kann nur hoffen, dass diese Begebenheit nie bei einem Therapeuten zur Sprache kommt“, sagte ich zu mir selbst, als die Haustüre hinter mir ins Schloss fiel. 

Wie tief zumindest das Prinzchen von meinem Weggehen getroffen war, erfuhr ich ein paar Stunden später, als ich ganz beschwingt von der Erfahrung, nicht alleine dazustehen mit meiner Überzeugung, wieder nach Hause kam. „Noch kein einziges Mal in meinem Leben war ich auf einer Demo!“, heulte er, als wäre dies das Schlimmste, was einem fast Siebenjährigen passieren kann. „Du hast mich einfach nicht mitgenommen, dabei will ich doch unbedingt auch mal bei einer Demo mitmachen!“ 

Na ja, mein kleiner Prinz, ich fürchte fast, diese Welt wird dir noch die eine oder andere Gelegenheit bieten, das am heutigen Abend Verpasste nachzuholen. 

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4 Kommentare zu “Rabenmutter geht ohne Kinder zur Kundgebung

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