Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, dass die Hausärzte heute gestreikt haben. Der Couchepin ist ja wirklich unmöglich, oder, wie meine Tante schon vor Jahren festgestellt hat, „ein Büffel“. Aber hätten die Hausärzte nicht vorgängig mein rechtes Knie über ihren Aktionstag ins Bild setzen können? Mein Gehirn wusste ja davon, doch hätte mein rechtes Knie gewusst, dass heute kein Arzt zur Verfügung steht, hätte es bestimmt noch einen Tag länger damit gewartet, mir das Leben zu erschweren. Aber eben, mein rechtes Knie hat von Gesundheitspolitik keine Ahnung und deshalb verbrachte ich den Mittwochnachmittag nicht in der Badewanne oder beim Ostergeschenkeshopping, sondern auf der Notfallstation des Kantonsspitals.
Und ich kann nicht mal viel dafür. Ein falscher Schritt beim Kochen und zack! ist das Knie im Eimer. Es frage mich niemand, wie ich es mit diesen höllischen Schmerzen geschafft habe, mich vom Boden aufzurappeln, die Wähe in den Ofen zu schieben, das Prinzchen zu beruhigen, die grossen Jungs mit dem Auto in der Spielgruppe abzuholen und die kleinen Jungs in den dritten Stock zu hieven. Ich weiss es nämlich selber nicht. Irgendwann machte mich meine Mutter darauf aufmerksam, dass es ja noch Schmerzmittel gebe. Zum Glück verlieren Grossmütter nicht so schnell den Überblick wie Mütter…
Tja und dann begann die Suche nach medizinischer Versorgung. Und irgendwann blieb nur noch die Notfallstation, weil der diensthabende Arzt kein Röntgengerät hat. Nach endlosem Warten war der Fall dann klar: Krücken und vier Wochen ohne Sport, dann wird man weitersehen.
Fragt sich nur, wie ausgerechnet ich es vier Wochen ohne Sport aushalten soll. Immerhin absolviere ich, wie fast alle Mütter, täglich zwischen sieben Uhr früh und neun Uhr spät einen Halbmarathon.