Das Prinzchen wird zum Prinzen

Das Prinzchen ist im Stress. Vier Monate und fünfundzwanzig Tage hat er es ruhig angehen lassen, hat die Beschaulichkeit des Babylebens genossen und sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Doch vor einigen Tagen hat er entdeckt, dass wir etwas tun, ohne ihn teilhaben zu lassen. Wir alle essen, nur er darf nicht. So eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Da dürfen sich alle Löffel und Gabeln in den Mund schieben, nur er muss sich mit der Brust zufrieden geben.

Ein anderes Kind würde sich vielleicht mit dieser Ungleichbehandlung abfinden und warten, bis die Zeit für feste Nahrung gekommen ist, aber ein Prinzchen doch nicht. Das bis anhin friedlichste Baby der Welt schreit, dass die Wände wackeln und gibt nicht eher Ruhe, bis dass er auf einer Banane rumkauen darf. Da mögen Kinderärzte, Stillberaterinnen und andere Experten noch so lange predigen, ein Baby dürfe erst nach sechs Monaten feste Nahrung zu sich nehmen. Wenn das Prinzchen feste Nahrung will, dann bekommt er sie auch, egal, ob das den Experten passt oder nicht.

Und wenn er schon dabei ist, seine kleine Welt umzugestalten, kann er sich auch gleich vom Rücken auf den Bauch drehen, die ersten Sitzversuche unternehmen und sich mit den Füssen von der Wand abstossen, um zu schauen, was passiert.

So ganz allmählich wird das Prinzchen zum Prinzen…

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