Schon seit Jahren träume ich vom italienischen Schlaraffenland. Vom Vulkan, der Gnocchi speit, die dann, siedend heiss, über Abhänge voller Parmesan rollen. Um dem Traum ein wenig näher zu kommen, habe ich vor vielen Jahren eine riesiege Servierschüssel gekauft, die eines Tages randvoll mit frischen Gnocchi sein sollte. Ganz selten unternehme ich auch einen zaghaften Versuch, den Traum unzusetzen.
Heute war es wieder mal so weit. Ich habe alles in meiner Macht stehende getan, um die perfekten Gnocchi auf den Tisch zu zaubern. Doch leider scheint meine Macht sehr beschränkt zu sein. Hätte „Meiner“ den Teug nicht gerettet, der Besuch hätte hungrig wieder von dannen ziehen müssen. So gab es eine halbwegs passable Mahlzeit, die Stunden später noch schwer im Magen liegt.
So langsam scheinen auch die Kinder nicht nur an meinen Qualitäten als Hausfrau, sondern auch an meinen Kochkünsten zu zweifeln. So sprach heute Luise, als die Gnocchi auf dem Tisch standen, folgendes Tischgebet: „Lieber Gott, mach bitte, dass das Essen gut ist. Mach, dass wir es alle gern haben und dass es nicht wieder ‚abverheit‘ ist. Amen.“
Danke, liebe Lusie. Das macht mir wirklich Mut.