Durch die Porzellanabteilung gehen, ohne dabei fürchten zu müssen, dass fünf liebenswerte kleine Elefanten einen Scherbenhaufen anrichten.
Die Füsse in der Aare baden, ohne zittern zu müssen, dass eines der Kinder in den Fluss fällt.
Picknicken.
Sich ein Dessert genehmigen, obschon man noch nicht richtig zu Mittag gegessen hat.
Sich zehn Minuten nach dem Dessert im nächsten Café niederlassen und sich dort einen Cappuccino gönnen.
Sehnsüchtig jedes Neugeborene bestaunen, ohne damit eine endlose Diskussion darüber loszutreten, ob man tatsächlich die eigenen Babys noch viel mehr bestaunt hat, oder ob man das nur behauptet, damit die Eifersucht aufhört.
Bei jedem Kind, das man sieht, denken zu dürfen: „Wie schön, ich habe fünf von diesen wunderbaren Geschöpfen zu Hause“ und nicht denken zu müssen „Ach, wenn ich doch auch eins haben dürfte….“
Ungestört durch die Ikea schlendern und sich dabei so viel Zeit zu nehmen wie man will.
In der Ikea getrost weghören, wenn die Durchsage kommt: „Bitte Samira aus dem Kinderparadies abholen!“
Laut denken dürfen, weil keine kleinen Ohren mithören und keine kleinen Münder tadeln: „Aber Mama, so etwas darf man doch nicht sagen. Das ist nicht nett.“
Dann aufs WC gehen, wenn man wirklich muss und nicht dann, wenn die Kinder müssen und man eben auch noch schnell geht, weil man nachher wohl keine Zeit mehr dazu haben wird.
Den direkten Weg über die Treppe nehmen und nicht den lagen Umweg über die kinderwagentaugliche Rampe nehmen müssen.
Diejenige sein, die der gestressten jungen Mutter mit dem Kinderwagen hilft und nicht die gestresste junge Mutter sein, der mit dem Kinderwagen geholfen werden muss.
Eine Stunde lang über das gleiche Thema reden, es am nächsten Tag wieder aufgreifen und am übernächsten Tag noch einmal Bezug nehmen darauf.
Unvernünftig sein.
Sich am Ende des Tages auf das Wiedersehen mit den Kindern freuen.
Einen lieben Mann zu haben, mit dem man dies alles teilen darf.
Liebe Freunde zu haben, die all diesen Luxus erst möglich machen.

Ja, das mit der Erholung für die Eltern stimmt wohl. Habe neulich mit einem Vater geredet, dessen Kinder am Ausfliegen sind. Seine Urlaubsbeschreibungen klangen himmlisch für meine Ohren. Doch wie er da so seufzte, nun sei eben die schöne Zeit mit den Kindern auch schon wieder vorbei, wurde mir bewusst, dass ich die Dinge wohl ein wenig anders sehen werde, wenn meine Kinder am Ausfliegen sind. Und dann wurde mir auch gleich noch bewusst, dass es nur noch ein paar Jährchen dauert, bis unser Erster am Ausfliegen sein wird und dann wurde mir ganz ganz mulmig zu Mute…. 😉
Ich nehme mal an, dass wir versuchen müssen, die Zeit, die wir jetzt erleben, in vollen Zügen zu geniessen, auch wenn es nicht immer ganz einfach ist. Aber deine Urlaubsbeschreibungen klingen ganz danach, als hättet ihr das mit dem Geniessen ganz gut hingekriegt… 😉
Klingt himmlisch, darf Ich auch mitkommen 😉
Du triffst mal wieder so typsich den Punkt wenn man mit Kindern etwas unternimmt, es sind genau diese Kleinigkeiten, die nicht wirklich schlimm sind, aber einer wirklichen Erholung auch in schönen Momenten entgegenstehen.
Haben wir gerade in einem wunscherschönen Urlaub erleben dürfen. Wir haben viel erlebt, tolle Eindrücke gewonnen und Spaß mit den Kids gehabt, aber die Erholung für die Eltern kommt wohl in ein paar Jahren 🙂