07:15 Uhr: Prinzchen schreit, weil er nicht von „Meinem“ in die Krippe gebracht werden will. Anziehen muss ich ihn, weil „Meiner“ in den Augen des Prinzchens nicht die richtigen Qualifikationen dazu mitbringt.
07:20 Uhr: Der Zoowärter will sich noch einmal versichern, dass er wirklich Ferien hat und ausschlafen darf.
07:22: „Meiner“ fragt mich nach der Telefonnummer der Krippe, damit er melden kann, dass das Prinzchen heute erst später kommen wird.
07:55: Der erste Anruf des Tages für „Meinen“, der aber schon längst zur Arbeit gegangen ist.
07:58: Der zweite Anruf des Tages für „Meinen“, der noch immer nicht zu Hause ist.
08:05: Das Prinzchen haut zur Grossmama ab, ich pfeife ihn zurück.
08:07: Der Zoowärter beschliesst, dass er doch nicht ausschlafen will und verlangt Frühstück.
08:15: Ein eingeschriebener Brief mit schlechten Nachrichten.
08:30: Flucht in den Garten, angeblich, um die Kompostschüssel zu leeren, in Wirklichkeit aber, um die schlechte Nachricht im Zwiegespräch meinen Keimlingen zu verdauen.
08:45: Ich versuche, das Kind zu trösten, das von der schlechten Nachricht betroffen ist, bin aber wenig erfolgreich, weil ich selber gerade nicht an die Gerechtigkeit in dieser Welt glauben mag.
09:00: Das Prinzchen will noch immer nicht in die Krippe. Ich insistiere.
09:05: Anruf bei der Versicherung. „Wegen einer internen Weiterbildung sind wir erst ab 13 Uhr wieder erreichbar.“ Ausreden muss man haben…
09:10: Luise ist traurig, weil Kater Leone schon wieder nicht nach Hause gekommen ist.
09:20: Mit einem heulenden Prinzchen, der seinen riesigen Bären mit sich trägt, mache ich mich auf zur Krippe.
09:30: Das Prinzchen ist geblieben, wirkte sogar äusserst glücklich, als ich ging. Korrekturarbeiten am Küchentisch, währenddem Luise die Psychologin gibt, Karlsson die alte Italienische Immigrantin und Zoowärter und FeuerwehrRitterRömerPirat sich Spiegeleier zubereiten.
11:30: Streit unter Geschwistern und keiner hört auf mich.
12:30: Währenddem ich das Geschirr abwasche, überkommt mich die grosse Versuchung, diesen Tag als verloren abzuschreiben.
13:00: Zweite Flucht in den Garten, der Aprikosenbaum blüht und es haben sich gar zwei oder drei Bienen eingefunden, um sich mit mir daran zu freuen.
13:20: Die Dame bei der Versicherung ist nicht nur frisch weitergebildet, sondern auch ausserordentlich nett und verständnisvoll. Vielleicht ist dieser Tag doch nicht ganz so schlecht, wie ich eben noch gedacht hatte.
14:00 Uhr: Karlsson will an seinem Vortrag arbeiten und ich versuche ohne Erfolg, ihn davon abzuhalten. Kann dieses Kind denn nie Ferien machen?
14:30 Uhr: Luise möchte jetzt auch einen Vortrag schreiben, freiwillig, aus Spass an der Sache. „Kind, du hast Schulferien!“
14:55: Luise möchte Hilfe beim Schreiben des Vortrags. „Kind, glaub mir, du hast Schulferien. Und ich auch!“
15:00: Nachmittagsschlaf, die einzige Möglichkeit, dem Lerneifer der zwei Ältesten zu entrinnen.

Ich hab auch immer gerne irgendwas gemacht, wenn kein Zwang dahinter stand. Pflichtvorträge sind doof, aber freiwillige sind voll toll. Und man lernt was dabei. So eine intrinsische Motivation ist schon was feines, denn in der Regel bleibt das Wissen dann auch im Kopf. Naja, zumindest ein wenig länger als sonst 😉
Glaub mir, sie kann auch anders. Sehr anders…. Vor allem, wenn’s um Mathematik geht.
Kannst Du bitte etwas von dem Lerneifer meiner Tochter schicken? Manchmal würde ich mir wünschen, das ich sie weniger antreiben muss.