Dankbar

Als er sich vor sechs Jahren und neun Monaten anmeldete, konnten „Meiner“ und ich uns schlicht nicht vorstellen, wie wir das schaffen sollten. Woher sollten wir die Kraft nehmen für ein fünftes Kind, wo wir doch mit vier schon auf dem Zahnfleisch gingen? Natürlich freuten wir uns über ihn, aber würden wir in unserem gesundheitlich angeschlagenen Zustand in der Lage sein, ihm zu geben, was er brauchte?

Als das Herzchen seines Zwillings schon sehr früh in der Schwangerschaft zu schlagen aufhörte, bekam ich es mit der Angst zu tun. Was, wenn er es auch nicht schaffen würde?

Als ich ihn heute vor sechs Jahren zum ersten Mal in die Arme schliessen durfte, staunte ich über seine Stärke. Keines unserer fünf Kinder hatte im Bauch einer derart gestressten und erschöpften Mama heranwachsen müssen und doch strotzte er vor Kraft. 

Als er noch ganz klein war, machte ich mir Vorwürfe, weil wir uns so viele Sorgen gemacht hatten. Man liest ja immer wieder, so etwas habe negative Auswirkungen auf das Baby.

Als er etwas grösser war, merkten wir bald einmal, dass wir mit einem ausserordentlich fröhlichen Kind gesegnet worden waren. An Selbstbewusstsein schien es ihm auch nicht zu mangeln. Und geliebt wurde er ohnehin von allen in der Familie. Sogar von Luise, die auf gar keinen Fall einen vierten Bruder hätte haben wollen. 

Als er etwa drei Jahre alt war, fing er an zu singen, immer und überall. Er tut es noch heute fast pausenlos.

Als wir heute früh ums Bett herum standen, um ihm sein Geburtstagsständchen zu bringen, überrollte mich eine Welle der Dankbarkeit. Nicht alleine, weil er da ist und unser Familienleben bereichert. Sondern auch, weil unsere Sorgen sich als vollkommen unbegründet erwiesen haben.

Als er heute von Mittag bis kurz vor Mitternacht mit Engelsgeduld an seiner Lego-Polizeistation baute, dachte ich: „Der kleine Kerl weiss genau, was er will und lässt sich durch nichts von seinem Ziel abbringen. Kein Wunder, dass er den ganzen Stress der Schwangerschaft so unbeschadet überstanden hat.“

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8 Kommentare zu “Dankbar

  1. Euer Jüngster (und nicht nur er ;-))) kann sich glücklich schätzen mit euch als Eltern. So liebevoll geschrieben.
    Lg
    Danielle

  2. So ein süsser Bericht, da wird es mir warm um’s Herz. Ja ich denke der kleine Kerl wusste schon was er wollte nämlich diese Familie. Das Bild ist auch treffend.
    PS: Ich wollte einmal 6 Jungs, habe mich dann mit 3 begnügt. herzliche Grüsse Stephanie

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