Andere Eltern sind anders

„Andere Eltern gehen spätestens um 22 Uhr ins Bett, nicht wie ihr. Ihr bleibt immer bis Mitternacht oder später auf und kommt morgens nicht aus den Federn“, sagt Karlsson und belegt seine Aussage mit einer Art Umfrage, die er offenbar unter seinen Klassenkameraden durchgeführt hat.

Er sagt auch: „Andere Eltern würden ausrasten, wenn ihr Kind einen Betragenszettel nach Hause bringt. Mindestens zwei Wochen Handy-Verbot, vielleicht auch noch Hausarrest. Ihr aber sagt einfach ‚Na ja, selber Schuld, dass du deswegen Arrest bekommst. Sorg dafür, dass es nicht wieder vorkommt.‘ und damit ist die Sache gegessen.“

Dann auch noch: „Andere Eltern machen keinen Mittagsschlaf. Die stehen den Tag auch ohne durch.“

Und: „Andere Eltern trinken nicht so viel Cola.“

Oder: „Ihr hängt immer am iPad rum. Andere Eltern machen sowas nicht.“

Und schliesslich auch noch: „Andere Eltern würden am Abend die Schultasche kontrollieren, aber ihr lasst uns einfach ins Messer laufen, wenn wir etwas vergessen haben.“

Er sagt das ohne Vorwurf, eher so in einer Mischung aus Verwunderung und Amüsement.

Und ich frage mich dann: Seid ihr wirklich so anders, ihr anderen Eltern? So viel disziplinierter und erwachsener? Oder seid ihr einfach gewiefter darin, den Teenager, der irgendwo auch in euch noch schlummert, vor euren Sprösslingen zu verbergen?

(Ach ja, das Prinzchen fängt jetzt übrigens auch schon an mit dem „andere Eltern“-Geschwätz. Neulich am Esstisch: „Die Eltern von xy streiten sich nie so wie ihr. Das weiss ich, ich war schon oft bei denen.“ Ich habe dann geantwortet: „Stimmt, die streiten sich nicht so wie wir, die streiten sich schlimmer und das weiss ich, weil ich schon mal mitten drin war, als sie losgelegt haben.“)

prettyvenditti.jetzt

prettyvenditti.jetzt

9 Gedanken zu “Andere Eltern sind anders

  1. Das verstehe ich auch so. Ausser wenn sie mir vorhalten, andere Eltern hätten nicht so ein Chaos im Haus. Dann sage ich: „Andere Eltern haben auch nicht fünf Kinder.“

  2. Wer viele Kinder hat, hat halt auch den Vorteil, dass das ganze Theater ums Kind weder zeitlich noch finanziell drin liegt.

  3. Vieles aus deiner Liste kommt mir sehr bekannt vor, anderes nicht, dafür noch ein paar andere coole Sachen. 😉

  4. Mir scheints, wir sind in etwa gleich wie ihr.
    Bei uns noch: andere Eltern helfen ihren Kindern bei den Hausaufgaben oder komtrollieren wenigstens.
    Andere Eltern gehen mit ihren Kindern an jeden Sportanlass, nur bei mir kommt nie jemand. Andere Eltern packen ihren Kindern den Koffer, wir müssen das alleine. (ich kontrolliere nicht mal auf Vollständigkeit) andere Eltern putzen die Kinderzimmer selber, „keine meiner Freundinnen muss das selber machen“
    Andere Eltern machen richtige Ferien mit dem Flugzeug.
    Es gibt noch zig Variationen…
    Andere Eltern übernachten dafür mit ihren Kindern nicht in einer Hängematte zmittst im Wald, andere Eltern stellen im Sommer kein Bett in den Garten und schlafen draussen, oder im Baumhaus mit den Kindern. Andere Eltern machen kein Waldcampwochenende mit anderen Vätern und ihren Söhnen, andere Eltern lassen ihre Kinder nicht draussen selber feuern und in der Werkstatt mit Maschinen hantieren. Andere Eltern sind uncool!

  5. Ehm, ich glaube wir (also vor allem ich) sind Euch ziemlich ähnlich. Aber halt nicht ähnlich wie die Eltern hier im Dorf. Da werde ich z. B. immer wieder darauf angesprochen, dass bei uns stets bis nach Mitternacht Licht brenne (ja, ich bin ein Nachtmensch, aber ich kann auch gut im Wohnzimmer auf dem Sofa und mit brennendem Licht schlafen) – andere Eltern machen DAS nicht.
    Mamma kommt immer zu spät (*ihre* drei (!) Minuten) – andere Eltern machen DAS nicht (aber die haben auch nicht noch x andere (z. T. sich sträubende und/oder Windeln verunreinigende) Kinder im Schlepptau).
    Mamma verlangt von ihren Kindern auch, dass sie selbständig an ihre Sachen denken – oder zumindest mithelfen, daran zu denken. Und das klappt nicht einmal schlecht. Schliesslich sollen sie einmal selbständige Menschen werden. Mir würde es nicht im Traum in den Sinn kommen, einen Nachmittag lang x andere Eltern anzurufen, um ein bestimmtes Blatt, welches mein Kind verlegt hat und welches am nächsten Tag unter Androhung von Auswirkungen auf die Benotung zur Schule gebracht werden soll, zwecks Anfertigung einer Kopie aufzutreiben.
    Ich flippe auch nicht aus wegen irgendwelchen disziplinarischen Massnahmen der Schule. Im Gegenteil: ich unterstütze diese und lasse meine Kinder spüren, dass ich das voll in Ordnung und gerechtfertigt finde.
    Bei schlechten Noten (die, die durch Schludrigkeit entstanden sind, nicht die, die es durch Nichtverstehen gegeben hat) raste ich nicht aus und es gibt auch keine Konsequenzen (aber ev. eine Bemerkung à là *Das kannst Du eigentlich besser, ich weiss das. Beim nächsten Mal bitte wieder etwas mehr Anstrengung.*) Bei schlechten Noten wegen *nicht verstanden* versuche ich zu trösten und im späteren Verlauf das Unverstandene zu erklären.
    Bei uns gibt’s KEIN Handy von der ersten Klasse (oder was auch immer) an. Unsere Älteste wird im Sommer 14 – und hat seit vorgestern ihr eigenes Handy. Selbst gekauft (nach Absprache mit uns) und die laufenden Kosten werden von ihr selber (durch Sackgeld und durch Babysitting verdientes Geld) berappt.
    Wir fahren auch nicht mehrmals täglich unsere Kinder von Haustür zu Schulhaustür (oder zumindest Bushaltestelle) und wieder zurück. Da gibt es scheinbar in der Schule Bemerkungen von Kindern, die gefahren werden, gegenüber Kindern, die den Schulweg selbst bewältigen im Sinne von: *Deine Mutter ist halt einfach faul!* Andererseits lassen sich nun plötzlich andere Kinder von unseren inspirieren und gehen den Schulweg solidarisch mit unseren mit ;-)…
    Unsere Kinder besuch(t)en weder Babyschwimmen, MuKi-Turnen, Spielgruppe noch Schwimmkurs oder Skischule.
    Aber ich glaube, unsere Kinder sind nicht unglücklich mit uns, auch wenn wir uns nicht dem Mainstream entsprechend verhalten. Sie lernen dafür, dass es nicht nur eine einzige Lebensweise gibt, der sich alle (ev. unter Biegen und Brechen) beugen müssen. Sondern dass man seinen Weg individuell und seinen Bedürfnissen und Vorstellungen entsprechend gehen kann.
    In diesem Sinne: einen wunderschönen, angeregten Tag und liebste Grüsse * Céline.

  6. Dann seid ihr ja richtig coole Eltern, eben nicht wie all die anderen. Also unsere Kids sagen noch heute die „andere Eltern“-Sätze, aber immer im Sinne von: Andere Eltern sind nicht so cool wie ihr. Das zeigt sich auch daran, dass wir ständig full house haben, weil die Freunde unserer Kids auch finden, dass wir eben „anders“ sind. Also bitte: Anders ist ein Kompliment 🙂

  7. Na zum Glück sind nicht alle Eltern gleich, das wäre ja furchtbar und so langweilig… 😉

    Jeder Mensch ist eben einzigartig, das macht uns aber weder besser noch schlechter als andere. 🙂

    Liebe Grüsse
    Nicky

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.