Gescheiterte Demotivationsstrategie

Wer es in unserem Kanton nach der sechsten Klasse nicht in die richtige Stufe schafft, kann später nur über den Umweg einer Prüfung ans Gymnasium. An offiziellen Schulveranstaltungen erklärt man das den Eltern der enttäuschten Zwölfjährigen so: „Im neunten Schuljahr gibt es die Möglichkeit, eine Aufnahmeprüfung zu machen, aber die schafft eigentlich keiner.“ Dies hält leider einzelne Schüler nicht davon ab, sich laut zu überlegen, ob sie es nicht vielleicht doch probieren sollten und so erklärte neulich eine Lehrerin – nicht an unserer Schule – den übermotiverten Teenagern: „Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand diese Prüfung besteht, ist etwa gleich gross wie die Chance, dass man lebend unten ankommt, wenn man vom Eiffelturm springt.“ Bedauerlicherweise gibt es sogar nach dieser Warnung noch ein paar Todesmutige, die sich zur Prüfung anmelden und fleissig büffeln. Ja, da sind sogar einige Lehrpersonen, die den Prüflingen Mut zusprechen, ergänzendes Lernmaterial herbeischaffen und Zusatzpunkte vergeben. Unerhört, so etwas! Einige – unter ihnen Karlsson und drei seiner Schulkameradinnen- fühlten sich so natürlich dazu ermutigt, ihr Bestes zu geben und die Aufnahme aus Gymnasium zu schaffen. 

Ich finde, wenn die Demotivationsstrategie derart versagt, sollten die Schulverantwortlichen ganz dringend über die Bücher gehen. Es darf doch nicht sein, dass Teenager sich einfach so über die Grenzen, welche die Schulpolitik ihnen  aufzeigt, hinwegsetzen. 

  

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