Es gibt sie noch, diese Tage, an denen…

…die Schreibblockade ausgerechnet dann zu Besuch kommt, wenn zwei Kolumnen (über)fällig sind.

…der Autoschlüssel unauffindbar ist, weil er ohne mein Wissen mit il Cugino zur Schule gegangen ist, weshalb ich nicht aus dem Haus kann, um die Zutaten, welche die Kinder schon wieder als Zvieri zweckentfremdet haben, fürs Mittagessen einzukaufen.

…das Mittagessen in Folge des oben genannten Desasters äusserst dürftig ausfällt und erst noch anbrennt.

…das Bankkonto nicht hergibt, was man vermeintlich mit voller Berechtigung von ihm erwartet hätte.

…ich „Meinem“ die Ohren voll heule, weil es mir jetzt einfach reicht. 

…der vor einer Woche gekaufte Mixer seine Arbeit verweigert, weshalb ich die Meringue-Masse von Hand schlagen muss. Was mich nicht weiter stören würde, hätte ich nicht die offensichtlich vollkommen hirnrissige Erwartung, dass ein neuer Mixer seinen Dienst länger als eine Woche tut. 

…“jemand“ ganz zufälligerweise die Ofentemperatur von 100 auf 230 Grad verstellt, was bekanntlich nicht gerade die optimale Temperatur für Meringues ist. Natürlich bemerke ich dies erst, als es schon wieder angebrannt riecht.

…ich der Tatsache ins Auge sehen muss, dass wir jetzt zu den Menschen gehören, die zu viel verdienen, um noch irgendwelche Vergünstigungen zu bekommen, aber nicht genug, um diesen Umstand problemlos verkraften zu können. 

…ich mir obendrein beim Kochen Tabasco ins Auge schmiere, was erstaunlicherweise ziemlich heftig brennt, obschon Tabasco doch gar nicht so scharf ist. 

…ich so oft die Contenace verliere, dass die Kinder anfangen, lieb und zuvorkommend zu sein, um mir keinen weiteren Anlass zum Herumbrüllen zu bieten. Ich hasse es, wenn ich so bin. Der Brief des FeuerwehrRitterRömerPiraten, in dem stand, ich solle mich doch ein wenig schlafen legen, sie würden währenddessen spielen, rührte mich dennoch zutiefst. 

Zum Glück gibt es solche Tage seltener als auch schon.

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Sind das wirklich schon sechs Jahre?

Sechs Jahre ist es her, seitdem ein guter Freund mich zum Bloggen herausgefordert hat. Anders kann man das gar nicht nennen. „Du solltest bloggen“, sagte er eines Tages. „Na ja…“, antwortete ich. Ein paar Tage später liess er mich wissen, mein Blog sei eingerichtet und heisse Beautifulvenditti. Noch immer war ich mir nicht sicher, ob das wirklich etwas für mich sei, also schrieb ich erst mal nichts. „Wann fängst du an zu schreiben? Ich warte“, wollte der Urheber dieser Seite nach zwei Tagen wissen. Also schrieb ich. Sehr zaghaft noch, denn ich wusste ja eigentlich gar nicht so recht, was man in einem solchen Blog schreibt. Doch die wenigen Menschen, die von meinem Schreiben wussten, ermutigten mich, weiterzumachen und irgendwann brauchte man mich nicht mehr zu schubsen, ich konnte gar nicht mehr anders, als fast täglich zu bloggen. Seither ist viel passiert.

Ich habe einen Weg gefunden, das in Worte zu fassen, was mich in meinem Leben als Mutter, Ehefrau, Ehrenamtliche, Berufstätige, Hausfrau, Schreibende, Schweizerin, Hobbygärtnerin, Glaubende, Zweifelnde, … begeistert, in den Wahnsinn treibt, zu Tränen rührt, zum Heulen bringt, überfordert, beschäftigt, zum Lachen bringt, erzürnt…

Ich bin ins Gespräch gekommen mit Menschen, die sich in meinen Texten wieder erkennen, habe erlebt, dass andere durch mein Schreiben neuen Mut gefasst haben, wurde aber auch selber immer wieder ermutigt, weil andere mir sagten, dass ich nicht die Einzige bin, der die Dinge manchmal einfach über den Kopf wachsen. Die positiven Reaktionen meiner Leserschaft haben mit dazu beigetragen, dass ich schliesslich den Mut gefasst habe, den Traum des Bücherschreibens zu verwirklichen.

Das Schreiben hilft mir, die Dinge mit mehr Humor zu nehmen. Herrlich, wie viel Schreibstoff die alltäglichen Missgeschicke bieten. Glaubt mir, ich fahre weitaus seltener aus der Haut, seitdem ich im Kopf schon mal den Blogpost entwerfe, währenddem ich klebrigen Honig vom frisch geputzten Fussboden aufputze. 

Mein Blog hat mir auch beruflich Türen geöffnet, so dass ich heute meinen Anteil am Familieneinkommen alleine durchs Schreiben erarbeite. Etwas, was ich mir stets erträumt, aber nie zu erhoffen gewagt hätte. 

Oh ja, natürlich habe ich schon tausendmal daran gedacht, die ganze Sache wieder hinzuschmeissen. Manchmal fürchte ich mich davor, dass mir eines Tages der Schreibstoff ausgehen könnte. Und an gewissen Tagen quält mich die Frage, ob ich nicht eine fürchterliche Dilettantin bin, die versucht, Dinge in Worte zu fassen, die andere viel besser ausdrücken könnten. Dann versuche ich, einfach nicht zu bloggen, doch meist dauert es nicht lange, bis die Worte wieder darauf drängen, aus meinem Kopf befreit zu werden. 

Darum schreibe ich weiter. Und darum ist es heute wieder einmal Zeit, klar und deutlich zu sagen: Danke, Tobias, dass du mich vor sechs Jahren dazu gedrängt hast, endlich anzufangen. 

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Komfortabel, nicht?

Versteht mich bitte auf gar keinen Fall falsch, ich will mich wirklich nicht beklagen. Und erst recht will ich nicht behaupten, für mich sei es schwieriger als für andere Mütter. Ich will einzig darauf hinweisen, dass es nicht mal in meiner privilegierten Situation einfach ist, Familie und Job unter einen Hut zu bringen.

Komfortabler als ich kann man es ja wirklich nicht haben: Will ich zur Arbeit gehen, muss ich bloss meinen Laptop auf den Tisch stellen, eine Tasse Tee kochen, den guten alten Johann Sebastian auf Endlosschlaufe setzen und schon kann ich mich meinen Aufgaben widmen. Vierzig Minuten bevor die Kinder nach Hause kommen, setze ich das Mittagessen auf, wenn der Herd ohne meine Anwesenheit auskommt, kann ich mich wieder meiner Arbeit zuwenden, danach essen wir gemeinsam. Wenn es der Stundenplan der Kinder erlaubt, arbeite ich am Nachmittag weiter, ansonsten eben erst am nächsten Morgen. Steht ein Abgabetermin bevor, gibt’s auch mal eine Nachtschicht. Wirklich ideal, nicht wahr?

Na ja, in der Theorie schon. In der Praxis sieht das leider ein wenig komplizierter aus, denn in der Praxis ist auch eine von zu Hause aus arbeitende Mutter zu stetiger Flexibilität gezwungen. Mal machen einem die Schulferien einen Strich durchs sorgfältig geplante Arbeitsprogramm – diesmal dank unterschiedlicher Schulferien im Aargau und in Solothurn ganze vier Wochen lang -, mal ist die Lehrerin krank. Dann wieder liegen meine eigenen Kinder im Bett… Ach, was, ich brauche das nicht weiter auszuführen, die Situationen kennt jede berufstätige Mutter und wahrscheinlich denkt sich manch eine hin und wieder: „Wenn ich bloss von zu Hause aus arbeiten könnte. Dann könnte ich nach meinen Kindern schauen und trotzdem meine Sachen erledigen.“

Und das stimmt ja auch irgendwie. Immerhin fällt das Problem mit dem verärgerten Chef und der Krippe, die keine kranken Kinder nimmt, weg. Aber glaubt mir, das Leben findet immer einen Weg, einer berufstätigen Mutter Steine in den Weg zu legen, auch wenn eine glaubt, sie hätte die ideale Lösung gefunden. Die Steine sehen einfach ein wenig anders aus. Da ist zum Beispiel der grosse Bruder, der den kleinen „zufällig“ in den Gartenteich stösst. Oder das Telefon, das pausenlos klingelt, weil irgendwelche Kinder sich einen kleinen Venditti zum Spielen ausleihen möchten, damit es in den Schulferien nicht so langweilig ist. Oder die „Mama, mir ist soooo langweilig und warum musst du immer arbeiten, wenn wir Ferien haben?“-Diskussion. Oder die fiese Programmänderung, die dazu führt, dass „Meiner“ nicht da ist, wenn er eigentlich für die Kinder zuständig wäre, damit ich wenigstens einmal in diesen Schulferien ungestört arbeiten könnte. Und wenn mal mit Mann und Kindern alles reibungslos läuft, steht bestimmt plötzlich eine entfernte Bekannte vor der Tür, die beim besten Willen nicht begreifen will, dass ich den Computer nicht zum Spielen, sondern zum Arbeiten aufgestartet habe. Warum begreifen gewisse Menschen nicht, dass man nicht automatisch Zeit zum Kaffeetrinken hat, wenn man zu Hause ist und an einem Tisch sitzt?

Wie gesagt, ich will mich nicht beklagen, ich habe wirklich die für mich derzeit ideale Form von Familien- und Berufsleben gefunden. Und doch bin ich zuweilen ziemlich frustriert, wenn ich meine Arbeitsstunden schon wieder in den Feierabend schieben muss, weil ich die einzige in unserem ziemlich lebhaften Familiengefüge bin, die ihren Verpflichtungen zu jeder Tages- und Nachtzeit nachgehen kann. 

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Keine Vorsätze, aber…

Das mit den guten Vorsätzen ist nicht so mein Ding, einerseits, weil ich dem Jahreswechsel keine allzu grosse Bedeutung beimesse, andererseits, weil ich wohl einfach zu bequem bin, mir selber irgendwelche Vorschriften zu machen, die ich dann ohnehin bald einmal missachten werde. Nun ergibt es sich aber, dass ich mich nach Jahren der Überlastung endlich wieder einmal energiegeladen genug fühle, um etwas bewusster zu leben, anstatt mich von den äusseren Umständen treiben und einengen zu lassen.

Dass dieser Wandel ausgerechnet mit dem Start des Jahres, in dem Menschen mit Jahrgang 1974 vierzig werden, zusammenfällt, ist purer Zufall und wenn ich nun aufschreibe, was ich in den kommenden Wochen und Monaten angehen möchte, hat das nichts mit guten Vorsätzen zu tun, sondern mit meinem Wunsch, keine frustrierte Mittelalterliche zu werden, die immer nur jammert, was sie alles täte, wenn sie sich doch bloss dazu aufraffen könnte und wenn man ihr doch nicht immer Steine in den Weg legte.

Einen ersten kleinen Schritt zum bewussteren Leben habe ich heute unternommen, indem ich google den Rücken zugekehrt habe und fortan mit ecosia.org das Internet durchforste, in der Hoffnung natürlich, dass die auch wirklich halten, was sie versprechen. Weitere Schritte sollen folgen, zum Beispiel:

  • Diese nervtötende Hauptfigur aus einer meiner unfertigen Texte in den Griff bekommen, damit ich endlich ihre Geschichte erzählen kann. Jedes Mal, wenn ich denke, ich hätte sie jetzt endlich an dem Punkt, an dem ich sie haben will, entwischt sie mir und stellt irgend eine Dummheit an, die sie in ihrer Entwicklung um Jahre zurückwirft. Und meinen Text, mit dem ich nun auch schon seit Jahren ringe, reisst sie gleich mit sich. In den kommenden Monaten, das habe ich mir geschworen, werde ich die Dame kleinkriegen.
  • Wie zwanzig kann und will ich nicht aussehen, aber ein bisschen mehr Sorge tragen zu meiner Gesundheit und dabei ein paar Kilos – alle überschüssigen zu beseitigen schaffe ich wohl nicht –  liegen zu lassen, wäre keine schlechte Idee und ich habe sogar einen Hauch von einer Ahnung, wie das gehen soll. 
  • Wer ein Kind bekommt, steckt vorher mal grob die erzieherischen Grenzen ab. Natürlich sind diese Grenzen in erster Linie dazu da, fröhlich niedergerissen zu werden, wenn die Grundsätze mit der Realität in Berührung kommen, aber immerhin hat man sich mal Gedanken gemacht. Bei Teenagern ist das nicht mehr so einfach, denn erstens kündigt sich der Übergang vom Kind zum Teenager nicht so deutlich an wie der Übergang von Schwangerschaft zu Elternsein und zweitens lässt einem das Familienleben wenig Zeit, in aller Ruhe zu überlegen, welche Grenzen gelten sollen. Plötzlich reagiert man nur noch, anstatt in groben Zügen vorzugeben, in welcher Richtung es gehen soll. Es soll kein umfangreiches Regelwerk werden, das auf ewige Zeiten gelten soll, aber ein paar Dinge müssen geregelt werden, auf die Gefahr hin, dass es zu lautem Protestgeheul kommt. 
  • Alt fühle ich mich nicht, aber das Bewusstsein, dass wir nicht ewig Zeit haben, um das zu verwirklichen, was uns wichtig ist, steigt. Darum gilt es, bei den Träumen auszumisten. Die einen müssen in konkrete Ziele umgewandelt werden, andere werden wohl auf ewig ins Reich der Fantasie verbannt, wo ich sie gelegentlich besuchen und sehnsüchtig betrachten werde. 
  • Der neu geschaffenen Ordnung Sorge tragen. Auch wenn ich dem Perfektionismus – bis auf wenige Bereiche – abgeschworen habe, so weiss ich es doch wieder zu schätzen, zu wissen, welches Ding wohin gehört. Und da die ganze Familie auf wundersame Weise zur gleichen Erkenntnis gelangt ist, stehen die Erfolgschancen für einmal erstaunlich gut.

Natürlich ist nichts davon in Stein gemeisselt, denn die vergangenen Jahre haben mich zur Genüge gelehrt, dass sich das Leben nicht gängeln lässt, doch das soll mich nicht davon abhalten, wieder etwas überlegter durch die Tage zu gehen. 

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Ein Blick zurück

Alte Leidenschaften wiederentdeckt

Neue Freunde gewonnen

Alte Freundschaften vertieft

Träume verwirklicht

Einen Lebensabschnitt abgeschlossen

Einen Lebensabschnitt begonnen

Wunden geleckt

Neue Energie getankt

Ordnung geschaffen

Zurückerobert

Hinter mir gelassen

Zukunftsperspektiven skizziert

Gesät, gehätschelt und geerntet

Gezweifelt

Bereut

Ermöglicht bekommen, was ich schon lange wollte

Neues gelernt und Altes vertieft

Geschlafen – vielleicht auch einfach Überstunden abgebaut

Gerechnet und verrechnet

Meine Familie genervt und mich von ihnen nerven lassen

Notanker gespielt

Reich beschenkt worden

Mit dem Loslassen gekämpft

In ein und demselben Moment Wehmut und Freude gefühlt

Neue Leidenschaften gefunden

Dankbar

Von Herzen allen ein schönes, gesegnetes neues Jahr!

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Will ich das überhaupt?

Lange Zeit gehörte ich zu denen, die über andere schreiben, sie fotografieren und ihre ausführlichen Aussagen zu möglichst knackigen Statements eindampfe. „Was haben die bloss für ein Problem? Vor einem Journalisten braucht man sich doch nicht zu fürchten“, sagte ich, wenn die Leute sich nicht so ganz sicher waren, ob sie sich auf Medienkontakte einlassen sollten oder nicht. Heute stehe ich manchmal auf der anderen Seite und ich finde noch immer, dass man sich vor Journalisten nicht zu fürchten braucht, doch gewisse Bedenken kann ich nachvollziehen. In meinem Kopf läuft das dann etwa so ab:

Die Begeisterungsfähige: „Oh, toll, die wollen etwas über das Buch bringen! Interview, Illustrationen von ‚Meinem‘ und ein Bild. Da soll ein Fotograf  vorb…“

Die Skeptische: „Halt! Stopp! Nicht so schnell! Ein Fotograf? Hast du neulich mal wieder in den Spiegel geschaut?“

Die Begeisterungsfähige: „Ja, ein Fotograf. Das gehört halt dazu, wenn man Bücher verkaufen will.“

Die Skeptische: „Bücher verkaufen sich doch auch ohne Bild.“

Die Begeisterungsfähige: „Bestimmt, aber du kannst es dir nicht leisten, kompliziert zu sein. Du bist auf die Medien angewiesen.“

Die Skeptische: „Ich weiss und ich finde es ja auch ganz toll, dass die sich für mein Buch interessieren, aber…“

Die Begeisterungsfähige: „Was, aber? Da gibt es kein Aber. Es ist einfach nur toll, Punkt!“

Die Skeptische: „Nein, ist es eben nicht. Man verliert auch ein Stück weit die Kontrolle, wenn die Medien ins Spiel kommen. Denk nur an die Journalistin, die gemeint hat, ich hätte ein Selbsthilfebuch geschrieben und mich nach Tipps fragte…“

Die Begeisterungsfähige: „Was ist denn schon schlimm dabei? Das war doch ganz amüsant.“

Die Skeptische: „Natürlich war das auch amüsant, aber es stimmt mich auch nachdenklich. Denk nur, wie leicht man missverstanden wird und wie schnell die Leute sich ein falsches Bild von einem machen.“

Die Begeisterungsfähige: „Ist doch egal. Was heute in der Zeitung steht, ist morgen bereits wieder vergessen.“

Die Skeptische: „Mag sein, aber man gibt eben doch ein gewisses Bild von sich ab und ich weiss nicht, ob mir dieses Bild passt. Am Radio komme ich auch so komisch rüber, die Kinder grinsen ja immer auf den Stockzähnen, wenn sie mich hören. Und was sollen unsere Freunde denken? Das Ganze ist mir irgendwie ein wenig peinlich. Es ist ja nur ein Buch…“

Die Begeisterungsfähige: „Nun geniess es doch einfach. Man muss nicht immer alles hinterfragen.“

Die Skeptische: „Muss man doch.“

Die Begeisterungsfähige: „Muss man nicht.“

Die Skeptische: „Muss man doch. Unbedingt. Und dies ist mein letztes Wort.“

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Und noch einmal am Radio…

Der zweite Auftritt am Radio, diesmal hier.

 

Und noch etwas gelernt

Nur weil dein Heizungsmonteur grossmäulig einen 24-Stunden-Service verspricht und dir einen Aufkleber mit der Notfallnummer auf den Heizkessel klebt, heisst das noch lange nicht, dass du ihn morgens um Viertel nach sieben schlotternd und zähneklappernd anrufen darfst. Gut, man verbietet es dir nicht gerade, aber du darfst dich nicht wundern, wenn du ziemlich giftig angefahren wirst. Der Kollege sei zuständig, erfährst du und eigentlich sei man davon ausgegangen, das Problem habe sich erledigt. Du entschuldigst dich dafür, dass sich das Problem leider noch nicht erledigt hat und wählst mit klammen Fingern die Nummer des Kollegen, doch der Kollege geht nicht ans Telefon. Warum soll er auch? Er hat ja nicht die 24-Stunden-Notfallnummer und muss darum nicht rangehen, wenn das Telefon klingelt.

Du beschliesst, so bald als möglich den Heizungsmonteur zu wechseln und versuchst, die Herstellerfirma zu erreichen. Auch die hat einen grossen Aufkleber mit einer Notfallnummer auf dem Heizkessel angebracht und dort nimmt man sogar deinen Anruf entgegen, ohne ausfällig zu werden. Wenn du jetzt glaubst, das Frieren würden damit bald ein Ende nehmen, irrst du aber gewaltig. Bis endlich einer Zeit hat, dir Bescheid zu geben, ob und wann einer kommt, um deiner Heizung zu zeigen, wie sie Pellets ansaugen muss, darfst du weiter frieren. Wie lange, das kann dir leider keiner so genau sagen.

Und glaubt mir, wir Schreibenden können so schnell auf der Tastatur tippen wie wir wollen, warm wird uns dabei noch lange nicht. Auch nicht, wenn wir dicke Socken und zwei Jacken übereinander anziehen, eine wärmende Katze auf den Schoss nehmen und literweise heissen Tee in uns hineinkippen. 

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Was mich das Leben so alles lehrt

  • Heizungen steigen grundsätzlich an dem Tag aus, an dem es draussen zum ersten Mal so kalt ist, dass sogar ich mich mit dem Gedanken trage, Strümpfe anzuziehen.
  • Die Heizung teilt dir immer erst dann mit, dass sie sich diesmal wirklich nur mit Hilfe eines Monteurs wieder in Gang bringen lässt, wenn du bereits einen Nachtzuschlag bezahlen müsstest, um diesen Monteur ins Haus zu bestellen.
  • Wenn die Heizung streikt, kommen Fernsehgeräte, Ladekabel, Handys und dergleichen auf die Idee, es ihr gleichzutun. Wir Hausbewohner würden dann am liebsten auch in Streik treten, aber es wird so furchtbar kalt, wenn man nicht ständig in Bewegung ist.
  • Es gibt nur einen Weg, dich nach der Veröffentlichung deines Buches nicht über Tippfehler zu ärgern: Du musst deine Bücher von Hand schreiben. Dann schreibst du nur das falsch, was du nicht richtig schreiben kannst. Darüber kannst du dich dann  nicht ärgern, weil du gar nicht merkst, dass du einen Fehler gemacht hast. 
  • In der Schweiz gibt es einen neuen Industriezweig: Die Betreuungsindustrie, manchmal auch Krippenindustrie genannt. Ich weiss zwar nicht genau, was diese Industrie produziert und weiterverarbeitet, aber das spielt ja auch keine Rolle. Das Wort macht sich einfach gut in Leserbriefen und wer denkt denn schon über den Sinn von Worten nach, wenn er Leserbriefe liest?
  • Dein jüngstes Kind bleibt immer kleiner als deine anderen Kinder und darum in deinen Augen klein, egal, wie gross es schon ist. 
  • Der Vormittag gehört noch lange nicht dir, bloss weil jetzt alle deine Kinder kindergarten- oder schulpflichtig sind. Irgend einer nimmt sich immer das Recht heraus, sich krank zu melden, wenn du eigentlich etwas anderes vorhättest. Also komm gar nicht erst auf den Gedanken, dich irgendwo als freiwillige Helferin zu melden, weil du jetzt „so viel freie Zeit“ hast.
  • Man kann Kondensmilch auch selber herstellen. Man sollte sich allerdings während der Zubereitung nie weiter als zwanzig Zentimeter vom Kochherd entfernen, sonst brennt das Zeug an. 
  • Nur weil dein Kind eine ausgeprägte nostalgische Ader hat, bedeutet das noch lange nicht, dass es sich zum Geburtstag nicht die allerneusten Gadgets wünscht. Klassische Musik und Bilder von Barockpalästen lassen sich problemlos mit modernster Technik vereinbaren.

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Warum so nervös, Mama Venditti?

Natürlich war meine Nervosität vollkommen unbegründet, für einmal war nicht einmal die Kleiderfrage ein Problem, alles lief bestens, die Suppe war so gut, wie Kürbissuppe immer ist, die Gäste waren zufrieden und auch wenn sie nicht in Scharen kamen, so war es doch ein wunderschöner Abend. Wie immer in solchen Fällen hätte ich mir die ganze Aufregung sparen können, denn im Grunde genommen spielt es ja keine Rolle, ob ich meinen Kindern oder meinen Gästen vorlese. Vielleicht lerne ich eines Tages, dies schon im Voraus zu erkennen und auf das ganze nervöse Getue zu verzichten. Vielleicht aber kann ich einfach nicht anders, weil es mir einfach sehr viel bedeutet, mein Geschriebenes und die Menschen, die es lesen, zusammenzubringen.

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