Nie wieder Brownies

Da hat man wiedermal den Beweis. Ich bin eine miserable Hausfrau. Nicht einmal kochen und backen kann ich, dabei ist es die einzige Hausarbeit, die ich mit Leidenschaft erledige. Noch nie, aber wirkch nie, ist es mir gelungen, anständige Brownies zu backen. Egal, welches Rezept, egal, welche Zutaten, meine Brownies gelingen nie. Nicht mal mit Martha Stewart will es klappen. Jedes Mal die gleiche klebrige Masse, jedes Mal die gleichen Würfel, die aussehen, als hätte eine Kuh darauf rumgekaut. Zumindest ist diesmal der Teig nicht an die Wand geflogen. Die Flecken vom letzten Mal sieht man nämlich auch nach zehn Monaten noch.

Es ist einfach frustrierend. Dabei brauchte ich dringed ein Erfolgserlebnis. „Meiner“ holt nämlich langsam auf. Da quält man sich eine ganze Schulzeit lang durch Handarbeitsunterricht, Kochschule und Hauswirtschaftsstunden, belegt sogar freiwillig Geometrie, um dem ungeliebten Haushaltsunterricht zu entgehen. Danach plagt man sich acht Jahre lang als Vollzeithausfrau ab und muss sich eines Tages eingestehen, dass man es, egal, wieviel Mühe man sich gibt, auf keinen grünen Zweig bringt.

Das wäre alles kein Problem, wäre da nicht „Meiner“, ein geborener Hausmann, der ohne die klitzekleinste Anleitung und ohne eine einzige Stunde Unterricht alles hinkriegt: Hosen kürzen, Kuchen backen, die Wohnung in Ordnung halten. Bloss bei der Wäsche hapert es noch, aber auch dort bessert er sich. Und jetzt wagt er sich sogar bereits an die Sauce Hollandaise. So wie ich „Meinen“ kenne, wird er auch das innert Kürze im Griff haben. Auch dies wäre kein Problem, hätten wir nicht vor Jahren den schwerwiegenden Fehler gemacht, uns für eine traditionelle Rollenteilung zu entschieden. Aus dieser Falle wieder herauszukommen, ist in der Wirtschaftskrise gar nicht so einfach.

So kommt es, dass ich weiterhin diejenige bin, die die Brownies backt. Und „Meiner“ ist nicht einmal bereit, für mich zu lügen und zu behaupten, er hätte sie gemacht. Wäre ja auch zwecklos, es würde ihm ohnehin keiner glauben. Inzwischen hat sich nämlich längst herumgesprochen, wer bei Vendittis den Haushalt schmeisst. Fragt sich bloss, womit ich derweil meine Zeit totschlage, denn haushalten kann man das nicht nennen, was ich den ganzen Tag mache.

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