So, wie wir nie sein wollten…

Schwimmkurs-Saison, wie wir sie uns vorstellen:
Am späten Mittwochnachmittag karren wir die Kinder, die noch Schwimmunterricht benötigen, zum Schwimmbad, sorgen dafür, dass sie sich umziehen und machen uns dann aus dem Staub, um zu erledigen, was sich innerhalb von vierzig Minuten eben so erledigen lässt. Pünktlich zum Kursende sind wir wieder zurück, um die nassen Kinder in Empfang zu nehmen. Vielleicht schaffen wir es gelegentlich auch mal ein paar Minuten früher, so dass wir kurz zuschauen können, wie das so läuft im Schwimmkurs.

Schwimmkurs-Saison, wie sie sich das Prinzchen – unser letzter Nochnichtganzschwimmer – vorstellt:
Am späten Mittwochnachmittag karren „Meiner“ und ich das Prinzchen zum Schwimmbad, begleiten ihn zum Umziehen, setzen uns dann zu allen anderen Eltern an den Rand des Schwimmbeckens, um jede einzelne Bewegung unseres selbstverständlich überaus talentierten und zum Olympiasieger prädestinierten Wunderkindes zu bewundern. Nach dem Kurs gibts haufenweise Lob und ein Brötchen für den völlig entkräfteten zukünftigen Superstar.

Wie der Kompromiss aussieht:
„Meiner“ lädt mich auf dem Weg zum Schwimmbad bei der Migros ab, damit ich schon mal mit dem Wocheneinkauf anfangen kann und karrt dann das Prinzchen zum Kursort, wo das Kind sich selbständig umziehen und in die Schwimmhalle begeben muss. Danach kaufen „Meiner“ und ich gemeinsam ein und weil wir inzwischen so geübt sind darin, unseren Einkaufswagen mit dem Nötigen zu füllen, schaffen wir es gerade noch, während der letzten zehn Minuten des Schwimmkurses mit allen anderen Eltern am Beckenrand zu sitzen, um so zu tun, als würden wir jede einzelne Bewegung unseres ganz und gar durchschnittlich begabten Nochnichtganzschwimmers zu bewundern.

Das Prinzchen ist glücklich mit diesem Kompromiss, denn so muss er nicht das einzige Kind in der Gruppe sein, das ohne elterliche Bewunderung schwimmen lernt. Wir hingegen fühlen uns wie die letzten Deppen, weil wir eigentlich der Meinung sind, unser Kind könne auch ohne unser andauerndes „Bravo, gut gemacht, Prinzchen!“ lernen, sich über Wasser zu halten.

Und trotzdem sitzen wir da und starren mit verzücktem Lächeln aufs Wasser…

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2 Kommentare zu “So, wie wir nie sein wollten…

  1. :O) Ja, so ist das. Bei uns durfte man nur das erste Mal sitzen bleiben–weil es sonst die Kids ablenkt und die nicht auf den Coach gucken. Bei den heißen Temperaturen geh ich lieber nicht einkaufen. Aber so ist das halt, 45min. Training sind halt nur 45 min.

    • Ich wünschte, die würden bei uns den Eltern das Zuschauen verbieten. Nicht nur, damit ich dem Prinzchen gegenüber eine Ausrede hätte, sondern weil ich es einfach schrecklich finde, dass Eltern immer und überall dabei sind.

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