Mein Sohn, ein Bürgerlicher?

So langsam mache ich mir Sorgen um den FeuerwehrRitterRömerPiraten. Wie er am Aarauer Bachfischet dastand und die Verbindungsbrüder bewunderte, war beängstigend. Während Karlsson sich, wie er es von Mama und Papa gelernt hat, angewidert abwendet, bekommt der FeuerwehrRitterRömerPirat glänzende Augen, staunt über die polierten Stiefel, die Fackeln,  den Degen – oder ist es ein Säbel? -, die Gesänge, die so gar nicht zu Rest des stimmungsvollen Lichterumzugs passen wollen. Noch Tage später löchert er uns mit Fragen, was es denn mit diesen Studentenverbindungen auf sich habe.

Oder nehmen wir das Militär. Rollen, wie neulich, Panzer durch die Strassen, schwört Karlsson hoch und heilig, dass er nie Militärdienst leisten wird. Luise fleht ihre vier Brüder auf Knien an, dass sie allesamt den Dienst verweigern  und Zivildienst leisten werden, wenn sie erwachsen sind. Der FeuerwerRitterRömerPirat steht derweil stumm da und staunt und man hat den Eindruck, dass er innerlich die Jahre zählt, bis er endlich auch Panzer fahren darf. Das sind dann die Momente, in denen ich mich gedrängt fühle, ihm zu sagen, dass ich ihn auch dann über alles lieben werde, wenn er sich dereinst einmal für das Militär entscheidet.

Doch ein wenig graut mir ja schon vor dem Tag, an dem unser Dritter im Vollwichs vor uns stehen wird und sagen wird: „Mama, Papa, ich muss euch etwas gestehen. Ich bin jetzt Mitglied bei der FDP.“

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