Halt endlich die Klappe, Papa Moll!

Uns Eltern bleibt einfach nichts erspart. Als ob Jörg Schneiders Räuber Hotzenplotz, Pingu und die katzfalschen Gesänge von „Paddingtons Englisch-Lieder“ nicht genug wären! Jetzt foltert man uns auch noch mit Papa Moll. Wie der Kerl zu uns ins Haus gekommen ist? Durch die Schulbibliothek. Da schützt du deine Kinder in den ersten Lebensjahren vor allen erdenklichen schlechten Einflüssen, dann kommen sie in die Schule und schon bringen sie Papa Moll nach Hause.

Wer noch nie Papa Moll hat hören müssen, weiss nicht, was das bedeutet. Allein schon die schrille Stimme von Mama Moll ist eine wahre Zumutung: Eine Mischung aus der FDP-Fraktionspräsidentin Gabi Huber und mir, wenn ich kreische, weil das Prinzchen eine Schnecke in den Mund nehmen will. Und das Schlimmste daran ist, dass sich diese penetrante Stimme nach zehnmal Hören so sehr in den Gehörgängen festgesetzt hat, dass ich jedesmal, wenn ich den Mund aufmache Mama Moll zu hören glaube und deshalb lieber gar nichts mehr sage.

Und dann diese dämlichen Dialoge!

Mama Moll: „Papi bisch sicher, dass d Türe abgschlosse häsch?“

Papa Moll: „Ja, Mami, ganz sicher.“

Mama Moll: „Ganz sicher?“

Papa Moll: „Ich glaub scho Mami. Aber ich gang lieber namal hei go luege.“

Mama Moll: „Nei Papi, es wird scho alles i de Ornig sii.“

Hä? Hat sie ihrem Papi nicht eben erst unterstellt, er habe die Tür nicht abgeschlossen? Und überhaupt: Warum nennen die einander Mami und Papi? Das ist ja noch schlimmer, als wenn man den Ehepartner „Meiner“ nennt!

Das Allerschlimmste an dieser Sache ist allerdings etwas, worauf ich bis anhin immer besonders stolz gewesen war: Kalsonns brillantes Gedächtnis. Schweigt nämlich ausnahmsweise der CD-Player für eine Viertelstunde, rezitiert Karlsson fehlerfrei den ganzen Mist auswendig. Und er lässt nichts weg, nicht einmal den dämlichen Akzent des bekloppten italienischen Zollbeamten, der sich von Eveli und Fritzli um die Finger wickeln lässt, weil „mir Italiener liebe i Bambini“.

Offenbar weiss Papa Moll noch nicht, dass die Italiener die niedrigste Geburtenrate Europas haben.

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Ein Gedanke zu “Halt endlich die Klappe, Papa Moll!

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