Nebenjob

Nicht, dass ich mir diesen Nebenjob ausgesucht hätte. Aber wenn eine neue Aufgabe an uns Mütter herangetragen wird, dann übernehmen wir sie klaglos, nicht wahr? Und so mache ich mich selbstverständlich auf die Socken, um die Briefe zu verteilen, die der Pöstler fälschlicherweise bei uns abgegeben hat. Lasse meinen armen kranken Karlsson – ohne Kuckelimuck-Medizin – zu Hause auf dem Sofa liegen. Verschiebe die volle Windel des rückfälligen Zoowärters auf später und lasse das Prinzchen schlafen. Ich darf doch die lieben Nachbarn nicht zu lange auf ihre Post warten lassen. Sonst gibt’s Reklamationen. Auch wenn man sich eine Aufgabe nicht ausgesucht hat, ist voller Einsatz gefragt, das wissen wir Mütter.

So mache ich mich ans Werk, sorge dafür, dass jeder Brief am rechten Ort ankommt. Nun fragt sich bloss noch, wie unsere Briefe den Weg zu uns finden.  Den Abfall-Entsorgungkalender, den unsere Nachbarn heute bekommen haben, werde ich mir wohl abschminken müssen. Ausgerechnet an dem Tag, an dem eines der wichtigsten Dokumente überhaupt verteilt wird, macht die Post schlapp! Ich glaube, ich muss mal mit unserem Pöstler ein Mitarbeitegespräch führen. Solche Schlampereien schaden dem Ruf unseres Arbeitgebers. Und wenn ich als unbezahlte Mitarbeiterin ein grösseres Pflichtbewusstsein an den Tag lege als ein Bezahlter, dann stimmt doch etwas nicht mehr, oder?

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