Sonst verblöde ich beim Einkaufen. Denn treffe ich dabei eine Zufallsbekannte, dann laufen die Gespräche etwa so ab:
Bekannte: „Ist das dein Jüngster? Ach, ist der süss! Läuft er schon?“
Ich: „Noch nicht ganz. Und deiner? Ist er noch in der Spielgruppe oder schon im Kindergarten?“
B, leicht eingeschnappt: „In der dritten Klasse. Aber meine Kleine kommt im Sommer in die Spielgruppe. Sie ist so unglaublich schlau. Geht schon alleine aufs WC und kann schon bis zehn zählen. Und neulich hat sie doch tatsächlich bla bla bla“
Den Rest des Gesprächs muss ich hier nicht protokollieren, aber ich kann versichern, dass es nicht geistreicher wird. Ganz anders tönt es, wenn ich einen der wenigen Hausmänner treffe. Dann verläuft der Dialog etwa so:
Hausmann: „Was meinst du zu diesem unsäglichen Abstimmungsresultat von letztem Wochenende?“
Ich: „Eine Katastrophe! Und dann erst der Darbellay mit seinen Angriffen auf jüdische und muslimische Friedhöfe.“
H: „Finde ich auch zum Schreien. Und was denkst du zum neuesten Kommentar in der NZZ am Sonntag?“
Auch hier verzichte ich auf ein detailliertes Protokoll, aber ich hoffe, man kann auch so den Qualitätsunterschied erkennen. Mit Hausmännern lässt sich’s einfach besser quatschen. Nun, vielleicht ist das Ganze aber gar keine Frage des Geschlechts. Vielleicht liegt es ganz eifnach daran, dass die meisten Frauen, die sich für mehr interessieren als volle Windeln und wunde Popos, nicht dann einkaufen, wenn ich einkaufe. Weil sie, im Gegensatz zu mir, schlau genug waren, nicht Vollzeithausfrau zu werden und deshalb einer bezahlten Arbeit nachgehen. Unterhalte ich mich nämlich mit den Frauen der oben genannten Hausmänner, dann reden wir auch nicht über Babys erstes Rülpschen, sondern über spannende Projekte, lesenswerte Bücher und andere Dinge, die mich brennend interessieren. Leider aber sind solche Gespräche selten, denn egal ob Hausmann oder -frau, solche Leute trifft man fast nie einfach so im Alltag, weil sie meistens in einem wichtigen Job gebraucht werden. Darum meine innige Bitte an die Wirtschaftsbosse: Bitte bitte nehmt nicht alle Leute mit Grips für euch in Beschlag. Lasst uns Vollzeithausfrauen auch noch ein paar übrig, damit wir beim Einkaufen jemanden zum Quatschen haben.
