Peanut-Butter-Desaster

Zum krönenden Abschluss meines Rückfalls in die pubertäre Phase hätte es heute zum Abendessen gebratene Peanut Butter-Bananen-Sandwiches geben sollen. Mit weissem Toastbrot. Wenn schon Trash, dann richtig. Weil aber jemand – ich war es diesmal bestimmt nicht – die ganze Erdnussbutter aufgegessen hatte, musste sofort Nachschub her. Das ist bei uns Teenagern ja so: Wenn wir etwas haben wollen, dann jetzt gleich, koste es, was es wolle. Also das Prinzchen und den Zoowärter ausgehfertig gemacht und ab in die Migros. Auf einen Einkaufswagen verzichten wir. Wir brauchen ja nur Peanut Butter. Und lactosefreie Prinzchen-Milch. Und Toastbrot. Und und und.

Irgendwann wird es schwierig mit dem Prinzchen auf dem Arm und dem viel zu schweren Einkaufskorb in der Hand. Erst recht, als ich versuche, die Einkäufe in die Papiertasche zu stopfen, ohne dabei das Prinzchen, das sich inzwischen aus meinen Armen entwunden hat, aus den Augen zu verlieren. Als dann noch der Zoowärter davonrennt, verliere ich die Contenance und beginne lauthals zu schimpfen. Ich schnappe mir das Prinzchen und die Einkaufstasche und versuche, dem Zoowärter hinterherzurennen. Ja, ich weiss, das macht man nicht, sonst rennt er erst recht weiter. Aber was soll ich denn tun, wenn er der Strasse schon gefährlich nahe ist? Nun, lange kann ich ohnehin nicht rennen, denn die Papiertasche gibt ihren Geist auf und das Erdnussbutterglas liegt in tausend Scherben auf dem Fussboden.

Wäre ich ein echter Teenager, ich würde mich wohl sofort aus dem Staub machen und danach überall damit prahlen, wie kaltblütig ich doch sei. Aber unter Stress kommt das wahre Ich wieder ans Licht: Die verantwortungsvolle, brave und vor allem vorbildliche Mama verlangt natürlich sofort einen Besen und beseitigt die ganze Sauerei. Irgendwie war pubertieren früher einfacher.

2 Gedanken zu “Peanut-Butter-Desaster

  1. Das schon. Aber danach ist man müüüüüüüüdeeeeee. Das war früher noch anders, nicht wahr?
    Wünsche dennoch viel Vergnügen beim Rückfall in die Pubertät.

  2. Ich bin von morgen an auch für zwei Wochen Strohwitwe. Nach deinen Ausführungen freu‘ ich mich schon darauf. Das scheint ja echt verjüngend zu wirken!

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