Gedankenkarussell

Gab es ein Leben davor? Und gibt es ein Leben danach? Also, ich meine vor dem Windeleimer. Und nach dem Windeleimer.

Warum sind dem FeuerwehrRitterRömerPiraten die Regeln der Kindergärtnerin heilig, die Regeln der Eltern aber ein zu ignorierendes Ärgernis?

Warum erfahre ich am Elternabend im Kindergarten nur, was mein Kind nicht tun darf, was wir Eltern bleiben lassen sollen und was der Lehrerin nicht passt? Wo sind sie bloss geblieben, die Zeiten als man zum Einstieg stimmungsvolle Bilder aus dem Kindergartenalltag anschauen durfte? Bilde ich es mir bloss ein, oder gab es da mal eine Zeit, als die Augen einer Kindergärtnerin noch leuchteten, wenn sie von ihren kleinen Schützlingen erzählte?

Geht es als Pause durch, wenn man während der Arbeitszeit zwanzig Minuten lang mit einer Freundin am Telefon Geschäftliches und Privates vermischt? Oder muss man sich danach trotzdem noch eine Pause gönnen?

Ist man durchgeknallt, wenn man sich fragt, ob man sich eine Pause gönnen muss?

Warum lassen sich kleine Jungs die Zähne erst dann widerstandslos putzen, wenn man ihnen diese doofe Geschichte von den Bakterienräubern erzählt hat?

Hat der FeuerwehrRitterRömerPirat tatsächlich seinen ersten Wackelzahn, oder bildet er sich dies bloss ein, weil er heute beim Schulzahnarzt war?

Gibt es eine Vereinbarkeit von Lesen und Schreiben? Oder muss man sich für das eine entscheiden und das andere lassen?

Warum schwirren die Wespen ausgerechnet dann herum, wenn das Jahr am schönsten ist? Können die nicht warten, bis ich mich wieder freiwillig in meine Höhle zurückziehe?

Und schliesslich noch meine Frage aller Fragen: Wäre ich auch ich, wenn ich nicht ich, sondern jemand anders wäre?

4 Kommentare zu “Gedankenkarussell

    • Äusserst sec, deine Antwort. 😉 Ich glaube, soweit bin ich noch nicht. Dabei dreht diese Frage schon seit rund dreissig Jahren ihre Runden in meinem Kopf.

  1. „Jedermann ist ich!“ (Adrian Plass – Die steile Himmelsleiter)
    Das hat mir damals, als ich diesen Satz und die dazugehörenden Verarbeitungsbeschreibungen dieser kindlichen Erkenntnis von A.P. gelesen habe, entweder wieder oder zum ersten Mal (ich weiß es nicht mehr so genau – werd halt doch langsam alt!) den Gedanken eingepflanzt, dass jeder für sich in seinem ganz persönlichen Theaterstück DIE Hauptrolle spielt. Egal was ich bisher oder künftig davon mitbekomme. Egal ob Komödie, Tragödie, Aufreger oder Langweiler!
    Daher würde ich spontan antworten (was für eine lange, verquere Einleitung dazu!!!):

    Klar wärst Du ich!!!

    (Also DU! Nicht ich – sondern DU wärst DU/ICH! Ich wäre natürlich auch ein ich, aber ein eigenes ich, ähm bin ich ja auch so schon. Mann ist das verwickelt!!! 🙂 )

    Wahrscheinlich wärst Du dann ein etwas anderes ich – und ob das jetzt besser oder schlechter (für das von Dir beeinflusste Stück Welt) wäre, kann und will ich hier jetzt mal nicht beurteilen!
    Aber auf jeden Fall wäre es sehr schade, wenn DU nicht DAS ICH wärest, dass Du jetzt bist. Dann wäre ja Dein Blog anders oder gar nicht da. Oder Dein Buch?! (Und ich würde diesen Wirrtext wo ganz anders als Kommentar ablassen und der / die dort könnte damit vielleicht gar nix anfangen?)(Was mich gerade akut überlegen lässt, ob Du jetzt damit etwas anfangen kannst?)

    Wiedemauchsei, ich finde es ganz schön, dass Du bist! 😀
    (Und irgendwie passen diese wirren Zeilen auch ein wenig zu Deiner Überschrift 🙂 )

    • So ganz habe ich deinen Gedanken ja nicht folgen können :-), aber unterhaltsam sind sie allemal. Um die Sache noch ein kleines bisschen komplizierter zu machen: Eigentlich würde die Frage für mich ja lauten „Würde ich mich auch als ich empfinden, wenn ich nicht das bloggende, fünfkinder,etc.-Ich wäre, sondern zum Beispiel ein Wasserkrugtragendes,sich um die Herkunft der nächsten Mahlzeit sorgendes,etc.-Ich wäre?“ Also wenn das, was ich als „ich“ empfinde auf einem ganz anderen Fleck Erde unter völlig anderen Bedingungen geboren worden wäre.
      Ich weiss, tönt alles ziemlich kompliziert, aber vielleicht gibt’s ja aus dem Gedanken mal ein Buch. Was wiederum sehr gut zu dem Ich passen würde, das ich als „ich“ empfinde… 😉

      Aber Plass hat natürlich Recht (wie fast immer, er ist ja immerhin mein Lieblingsautor): Jedermann ist ich und dass ist eine grossartige Sache.

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