Was wird hier eigentlich gespielt?

Irgend etwas führen die im Schilde, „Meiner“, die Kinder und das Au-Pair. Seit Tagen schon schwirren sie grinsend um mich herum, zwinkern sich verschwörerisch zu und machen vieldeutige Bemerkungen. Und wenn ich frage, was denn los sei, schauen sie mich nur erstaunt an und meinen: „Was soll denn schon los sein?“ Schon vor zwei Wochen habe ich geahnt, dass da etwas im Busch ist, aber als ich „Meinen“ fragte, ob er und das Au-Pair irgend etwas ausheckten, da lachte er mich nur aus und behauptete, ich würde ihm nicht vertrauen. Danach vergass ich die Sache wieder, bis Luise vor ein paar Tagen zu Tode betrübt war, dass ich abends nicht mehr zur Gemeindeversammlung gehen mochte, weil sich das Prinzchen nicht wohl fühlte. „Aber Mama, du musst jetzt einfach weggehen. Papa und ich müssen noch unbedingt….“ Was Papa und Luise unbedingt noch mussten, habe ich nicht herausbekommen, weil „Meiner“ unserer einzigen Tochter schnell den Mund zugehalten hat. Aber dass die mir etwas verheimlichen, liess sich jetzt nicht mehr leugnen.

Richtig schlimm wurde es gestern. Da kam „Meiner“ so unglaublich spät von der Schule nach Hause, obschon er wusste, dass ich gleich zum Zahnarzt gehen musste. Als ich ihm an den Kopf warf, er sei doch einfach unmöglich, weil er jedes Mal, wenn ich einen Termin hätte, zu spät nach Hause kommt, grinste er nur und meinte: „Ich bin ja wegen dir zu spät gekommen. Ich musste noch etwas für dich erledigen.“ Was, bitte sehr, gibt es da für mich zu erledigen? Soweit mir bekannt ist, habe ich für einmal keine Befehle erteilt. Aber es wurde noch schlimmer. Schmierte ich Sandwiches, stand meine Familie grinsend daneben und machte dumme Bemerkungen. Stellte ich den Menüplan zusammen, ermahnten sie mich hundertmal für Samstag auf gar keinen Fall ein Mittagessen einzuplanen, weil dann „Karlsson und Luise so Brötchen backen wollen. Sie haben da ein interessantes Rezept gefunden.“ Und wenn ich sagte, hier sei etwas faul, brachen sie alle in lautes Gelächter aus und „Meiner“ versicherte mir, dass „wirklich gar nichts ist, oder zumindest nichts Grosses“.

Fast wäre ich so naiv gewesen, ihm zu glauben. Ja, die werden wohl irgend eine kleine Überraschung im engsten Familienkreis planen, dachte ich mir. Ich habe ja auch schon bald Geburtstag. Aber als ich heute Abend zur Kirche ging, um den neuen Pastor zu wählen, wünschte mir jemand einen wunderschönen Samstag und als ich wissen wollte, weshalb, schaute er mich nur vielsagend an. Als dann auch noch die daneben stehende Person bemerkte, ach ja, das von Samstag habe sie auch schon gehört, aber sie wisse nicht mehr, wer ihr das erzählt hätte, da wurde mir langsam mulmig. Was um Himmels willen läuft da bloss hinter meinem Rücken? Die werden doch nicht etwa die halbe Welt dazu verdonnern, irgend etwas zu tun, was mit mir zu tun hat.

So langsam kommt ein altbekanntes Gefühl in mir hoch: Ich fühle mich mal wieder wie Obelix, der nicht mitkriegt, was gespielt wird. Alle sind eingeweiht und lachen sich halb krank. Nur ich laufe nichts ahnend durch die Gegend und kann nicht begreifen, was die alle so lustig finden.

Nun ja, vielleicht bekomme ich ja am Samstag einen Haufen Römer, die ich vermöbeln darf….

18 Gedanken zu “Was wird hier eigentlich gespielt?

  1. … also die Aussicht darauf, dass meine Family das ganze Haus aufräumt und putzt inkl. romantischem Film am Abend hätte für mich schon noch so was an sich… wer weiss, Tamar 😉

  2. Beruhigend zu wissen, dass sich die Sache noch nicht im ganzen Dorf rumgesprochen hat. 😉 Und vielleicht hast du ja Glück gehabt, dass du nichts weisst. Es ist ja bekannt, wie unberechenbar Obelix sein kann, wenn er nicht weiss, was gespielt wird….

  3. Endlich mal jemand, der nicht mitzwinkert! Dann wünsche ich euch also wunderschöne Ferien in den Bergen. Und freue mich natürlich, dass du nicht auf mein Gequatsche verzichten willst.

  4. wir räumen dasa haus endlich auf und putzen die ganze hütte und am abend schauen wir einen romantischen film, that`s all! great, isn`t it?

  5. da bin ich ja mal gespannt, was dich morgen erwartet – aber ich bin sicher, dass es etwas ganz schönes ist! frische brötchen lieben doch alle und darüber zu lesen auch – wir verdrücken uns auf jeden fall morgen für eine woche in die ferien. ich werde aber sicher aus in den bergen ab und zu online sein, denn eine ganze woche ohne beautiful venditti halt ich doch nicht aus!
    also: viel vergnügen morgen bei was auch immer und bis bald – und ich hoff ja schon, dass wir uns noch dieses jahr sehen!!!
    gruss, katia

  6. Hättest Du das doch gestern schon geschrieben, dann hätte ich Dich am Morgen auch noch angezwinkert! 🙂

    Hilft es Dir zu hören, dass ich also nichts gehört habe. Nicht mal von weiss-auch-nicht-mehr-wem.
    Andererseits hat das wenig zu bedeuten, da das Buschtelefon meist an mir vorbeitrommelt.

    Aber am Besten stellst Du Dich mal auf Ausschlafen am Samstag und verkündest das allen. Damit sie alle Zeit haben für ihre Brötchen.

    GrUrs

  7. Sooooo gmein! Drei Monate auf die Folter spannen, das ist eindeutig zu viel. Ein Fall für Amnesty International! 😉

  8. Das muss ja ein umwerfendes Rezept sein, dass die sich alle kaum mehr zurückhalten können… Und sag‘ nicht, du bist auch schon im Bild! 😉

  9. Oh jaaaaaaaa, wie ich das kenne. Und ja, genießen Sie’s ist leicht gesagt 😉

    Mich quält man vereinzelt schon seit Juli/August mit Andeutungen, man hätte schon ein super Geschenk für mich gefunden, und ich hab heuer immer noch drei Wochen vor mir 😉 „Schweinebande“ 😀

  10. ..sei jetzt bloß keine „Nervensäge“. Deiner, dein Au Pair und deine Kinder wollen sich bestimmt nur einen schönen Tag machen und freuen sich so unsagbar auf das neue Brötchen-Rezept das sie vor lauter Vorfreude schon Zuckungen an den Augen haben….und da das Rezept soooooooooo gut ist hat es sich eben bei euch im kleinen Ort und rumgesprochen. Also: „Guten Appetit“, aber erst morgen ….:-))

  11. Ich bin ja auch schon ganz kribbelig und ich freue mich natürlich auch. Aber dieses ewige Gegrinse macht mich langsam nervös. Und dann sorge ich mich natürlich, dass „Meiner“ zu grosszügig ist mit mir, zu viel Aufhebens macht um mich, mich zu sehr verwöhnt… 😉 Ich weiss, klingt ziemlich gestört aber so bin ich tatsächlich. Leider.

  12. Jaaaa, du kriegst bestimmt einen Haufen Römer zum „Streicheln“! 😉

    Schlapunzel hat recht: Geniess es! Viel Vergnügen am Samstag – beim Brötchen essen oder so… *zwinker*

  13. Schweigen, und vor allem eins: GENIESSEN! (Wie toll ist das denn bitte?! Ich will auch überrascht werden!)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.