Keine Antwort

Da will man nach einem Grippetag, den man damit verbracht hat, die deprimierenden Nachrichten aus aller Welt in der Sonntagspresse eingehend zu studieren, noch ganz kurz die Nachrichten schauen. Um zu erfahren, ob noch immer so getan wird, als sei die Sache mit den Japanischen AKWs weiter nicht schlimm. Um etwas darüber zu erfahren, ob man hierzulande inzwischen nicht vielleicht doch ein klein wenig daran zweifelt, ob neue AKWs gebaut werden sollen.

Aber die Nachrichten lassen auf sich warten, denn in der Schweiz hat man wichtigere Sorgen: Wer wird das Rennen um den Titel „Das grösste Schweizer Talent“ machen? Man schaut zu, wie Menschen für irgendwelchen Mist bejubelt werden und plötzlich fragt man sich, ob all der Klamauk vielleicht nur da ist, um zu kaschieren, dass man auf die harten Fragen des Lebens keine Antworten weiss.

Ach und übrigens, über die Katastrophe in Japan habe ich den Kindern für einmal nichts erzählt, denn von unserem Küchenfenster aus geniessen wir beste Sicht auf den Kühlturm. Und ich glaube nicht, dass ich eine beruhigende Antwort auf die kindliche Frage „Was wäre wenn…“ aus dem Hut zaubern könnte.

7 Kommentare zu “Keine Antwort

  1. Warum? Ich weiss es auch nicht genau. Aber ich vermute, dass Gier, Machbarkeitswahn und Kurzsichtigkeit eine ziemlich grosse Rolle gespielt haben in dem Ganzen. Bleibt zu hoffen, dass man jetzt endlich aufhört damit.

  2. An die Angst von damals erinnere ich mich auch noch lebhaft. Ich erinnere mich aber auch noch daran, wie meine Eltern schon als ich noch sehr klein war, sich klar und deutlich gegen die Atomenergie ausgesprochen haben. Das hat mich geprägt, wohl mehr noch als die Angst nach Tschernobyl. Die Gratwanderung, den Kindern zu sagen, was ich denke und sie zugleich vor allzu belastenden Informationen zu schützen, zerreisst mich zuweilen beinahe. Liebe Grüsse zurück!

  3. Oh Tamar, ich konnte aus unserer Ex-Wohnung in Rombach auch die Dampfwolke des AKW Gösgen sehen. Meine Güte, ich hatte schon immer ein mulmiges Gefühl bei AKWs….
    Verschon deine Kinder solange du kannst. Ich war 11, als Tschernobyl passierte und ich hatte damals solch unglaubliche Angst, durch die Nachrichten und die Reaktion meiner Eltern. Dabei lebten wir in Baden-Württemberg. Ich kann mich noch so gut daran erinnern. Vor allem an die Angst meiner Mutter, die auf mich überschwappte. Und als Kind kann man sich in sowas dermassen hineinsteigern.
    Liebe Grüsse und beten wir für eine Besserung in Japan!

  4. Hier auch. Keine Antwort. Vor allem nicht auf die Frage des großen Kindes, das alles übers Radio mitbekam, das der Busfahrer während der Busfahrt einschaltete, warum eigentlich, wenn doch alle wissen, wie gefährlich Atomkraft ist, man nicht ordentlicher über andere Energien nachgedacht habe. Ja, warum eigentlich? 😦

  5. Erschrecken wollte ich natürlich niemanden! Höchstens in Sachen AKW ein wenig nachdenklich stimmen, aber das ist ja bei Ihnen nicht nötig. Wo Sie doch wie ich der Meinung sind, dass man diese AKWs endlich abschaffen sollte…

    Wünsche einen sonnigen Dienstag. 😉

  6. hallo frau venditti,

    sie haben mir so auf den frühen sonntag morgen doch einen ordentlichen schrecken eingejagt mit ihrer blogeintrag-überschrift. dachte ich doch im ersten moment, dass sie jemand liebes in japan hätten, wo noch eine beruhigende nachricht aussteht……

    im übrigen möchte ich die person kennenlernen, die eine beruhigende (und ehrliche) antwort auf die was-wäre-wenn-frage geben könnte. allein schon die tatsache, dass das niemand kann, sollte doch anlass genug sein, diese akw-dinger endlich abzuschaffen.

    sonnige sonntagsgrüße, d_j

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