Småland-Gewitter

Ich kenne das noch aus meiner Kindheit: Wenn ein Gewitter naht, sofort alle Stecker ziehen, bevor es gefährlich wird. „Wir müssen ausziehen!“, brüllte ich jeweils und rannte panisch in die Küche, um den grossen Stecker des Kochherds zu ziehen. Soweit war ich also vorbereitet auf das Gewitter am Waldrand.

Alles andere traf mich heute früh eher überraschend. Die Blitze, die fast pausenlos rund um das Haus zuckten, das Krachen, wenn es wieder irgendwo einschlug, das fast endlose Grollen des Donners, die Lichtblitze, die im Wohnzimmer an der fest installierten Lampe zuckten und gespenstisches Licht an den Wänden aufleuchten liessen, der brenzlige Gestank, der vom Kochherd ausging.

Momente, in denen man froh wäre, man hätte in der Schule besser aufgepasst, als es um Blitz und Donner ging. Momente, in denen man sich zwar nicht fürchtet, aber doch wieder einmal eine gewaltige Ehrfurcht vor den Kräften der Natur empfindet. Momente, in denen man sich überlegt, was zu tun wäre, wenn das Haus zu brennen anfinge, was hierzulande in den letzten Tagen offenbar öfters geschehen ist, wenn man den reisserischen Schlagzeilen Glauben schenken kann. Momente auch, in denen mal wieder das eine oder andere Kind Schutz suchend ins elterliche Bett gekrochen kommt.

Ein Gutes hat so ein Sommergewitter am Waldrand aber doch, wie das Prinzchen treffend bemerkt hat: „Wenn es so blitzt, kommen ganz sicher keine Räuber. Die können nämlich nicht aus ihren Autos ins Haus kommen, weil sie sonst unter den Bäumen durch müssten und das wäre gefährlich.“

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