Unausstehlich

Heute war mal wieder so ein richtiger „mies gelaunte Mama“-Tag. So einer mit „Nun hört mal endlich auf, mir auf den Nerven rumzutanzen! Seht ihr denn nicht, dass mir heute alles krumm läuft?“, herumbrüllen und kurz angebundenen Antworten. Erst ein kurzer Schwatz mit einem lieben Menschen vermochte mich ein wenig aufzuheitern. „Mama, du hast ja plötzlich wieder gelacht“, bemerkte Luise erstaunt, als wir wieder alleine waren. „Ich weiss, ich bin heute unausstehlich“, sagte ich seufzend und schämte mich für meine miserable Mama-Performance an diesem miesen Tag. „Ach, mach dir nichts draus“, schaltete sich Karlsson ins Gespräch ein. „Ich bin manchmal auch mies drauf und ziehe mich in mein Zimmer zurück. Du kannst dich ja nie zurückziehen, wir nehmen dich immer in Beschlag.“

An einem gewöhnlichen Tag würde ich mich über meinen sozialkompetenten Sohn freuen, an einem „mies gelaunte Mama“-Tag aber denke ich nur: „Oh je, der Arme. Hat sich so lange mit einer aufbrausenden Mama herumschlagen müssen, dass er schon ganz genau weiss, was er sagen muss, um sie wieder auf den Boden zu holen.“

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8 Kommentare zu “Unausstehlich

  1. Meine miesen Mama-Performance-Tage haben schwer mit den Hormonen zu tun. Ich habe nach der schlechten Laune immer das Gefühl mich für alles entschuldigen zu müssen, aber hey…eigentlich müssten sich unsere Familien doch bei uns Müttern für die enorme Anforderung entschuldigen.
    Lg Carmen

    • Bei mir mischen die Hormone jeweils auch kräftig mit. Was Luise allmählich zu verstehen beginnt. Alle anderen schütteln nur den Kopf und brummen „Frauen halt…“. Sogar „Meiner“, der ja eigentlich der geborene Frauenversteher ist und zudem in seinen Aufklärungskursen den Jungs erklärt, warum Frauen gar nicht anders können, als hin und wieder unausstehlich zu sein.

  2. Ich schliesse mich Karlsson an und ich hab’s gestern getan! Meinen Kindern gesagt, dass sie zwischen Znacht und Ins-Bett-Gehen keine Ansprüche an mich stellen sollen, weil ich Zeit für mich brauche. Es hat ganz gut geklappt (sie sind auch „nur“ zu zweit und nicht zu fünft) und ich habe mich dabei besser gefühlt, als wenn ich mir selber dabei zuschauen muss, wie meine Nerven weniger und weniger werden. Ich hoffe, heute ist ein besser Tag. lg, Mirjam

    • Die Erkenntnis, dass ein klares „Wir brauchen jetzt mal ein bisschen Abstand voneinander“ mehr bringt als ein erzwungenes „Ich bin immer für euch da, egal, wie sehr ihr mir gerade auf den Nerven herumtanzt“ ist sehr weise. Wenn nur nicht dieses doofe mütterliche schlechte Gewissen immer das Gegenteil behaupten würde…

      • Seit ich deine Antwort gelesen habe, studiere ich am mütterlichen schlechten Gewissen herum und warum es manchmal da ist und manchmal nicht. An dem Tag, an dem ich meinen Kommentar geschrieben habe, habe ich tatsächlich nichts davon gespürt. Dafür gestern Abend umso mehr! Ich glaube, bei mir ist es wirklich so: Wenn ich es schaffe, rechtzeitig meine Bedürfnisse anzumelden, kommt das schlechte Gewissen nicht. Aber wenn ich hässig, unleidlich, unfair werde den Kindern gegenüber, weil ich es verpasst habe, für mich zu schauen – oder auch weil es einfach nicht ging – dann habe ich ein schlechtes Gewissen. Spannendes Thema – ich beobachte mich weiter ;-). lg, Mirjam

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