Bieride

Natürlich weiss ich, dass ich in diesen Tagen besser die Finger vom Backen lassen sollte. Ganz so heiss, wie es vor ein paar Tagen noch war, ist es zwar nicht mehr, aber ein Teil der Familie ist trotzdem wenig begeistert, wenn der Backofen auf Hochtouren läuft. Auch meine Lunge ist permanent am Motzen. „Da kriege ich schon seit Tagen kaum mehr richtig Luft und dir kommt nichts Besseres in den Sinn, als Mehlstaub aufzuwirbeln und den Ofen tüchtig einzuheizen“, klagte sie zum Beispiel heute Morgen. So beleidigt ist mein der Atmung dienendes Organ seither, dass es mir nicht viel mehr als die paar Schritte zwischen Sofa und Küche erlaubt,  ehe es mich mit wütendem Protestgehuste zurück in eine halbliegende Position zwingt. 

Aber wenn in meinem Kühlschrank ein von allen volljährigen Familienmitgliedern verschmähtes Bier und im Brotbackbuch ein dazu passendes Rezept steht, ist das eine seltene Fügung des Schicksals, die sich unmöglich ignorieren lässt. (Selten, weil „Meiner“ und ich kein Bier mögen, weshalb das Gebräu nur gelegentlich den Weg in unseren Kühlschrank findet.) Also musste ich doch einfach Bierbrot backen, obschon sowohl einige Familienmitglieder, als auch meine Lunge fanden, dies sei die dümmste Bieridee, die ich je gehabt hätte. 

 

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