Dialogfetzen

Zwei Frauen im Zug:

„Und, hat dich deine Schwester jetzt gefragt, ob du Gotti werden willst.“

„Nein, hat sie nicht.“

„Noch nicht? Aber das Baby kommt doch schon bald. Da sollte sie langsam vorwärts machen.“

„Na ja. Sie wird mich dann schon noch fragen, wenn sie will.“

„Wann kommt das Baby denn?“

„Ende Dezember.“

„Und sie hat dich wirklich noch nicht gefragt?“

„Nein.“

„Aber das sollte sie jetzt unbedingt. Mein Bruder hat mich schon in der achten Schwangerschaftswoche gefragt. Warum fragt sie denn nicht endlich?“

Man hört zu und wünscht sich, die Gute würde endlich aufhören, Salz in die Wunde zu streuen. Ich meine, wenn die Schwester bis jetzt nicht gefragt hat…

Vor ein paar Tagen in der Stadt, Mutter (ca. 75) und Tochter (ca. 50) beim Einkauf:

Tochter: „Ich glaube, die kaufe ich mir für den Spitalaufenthalt. Die sehen bequem aus.“

Mutter: „Meinst du wirklich? Warum nimmst du nicht das Hauskleid mit?“

Tochter: „Welches Hauskleid?“

Mutter:“Das Schöne, das ich dir mal geschenkt habe.“

Tochter: „Die wären wahrscheinlich wirklich bequem…“

Mutter: „Ich hab dir doch mal dieses schöne, bequeme Hauskleid geschenkt.“

Tochter: „Ich glaube, ich nehme tatsächlich die hier.“

Mutter: „Weisst du denn nicht mehr? Das schöne Hauskleid mit den Blumen drauf? Das wäre doch perfekt für den Spital.“

Tochter: „Wann wird eigentlich Helene operiert?“

Mutter: „Ich finde, du solltest wirklich das Hauskleid mitnehmen.“

Liebe Mutter, darf ich dich darauf hinweisen, dass deine Tochter wirklich nicht über das Hauskleid reden möchte? Ich verstehe ja auch nicht warum, wo es doch so schön ist. Oder war. 

Und dann war da noch diese äusserst teamfähige Verkäuferin, die ihre Kollegin am Montagmorgen in Hörweite von Teamleiterin und Kunden mit den folgenden Worten begrüsste: „Na, Nancy, geht’s wieder besser?“ Nancy und die Teamleiterin schauen ihre Kollegin irritiert an. „Sie war doch nicht krank?“, fragt die Teamleiterin überrascht. „Ich war doch nicht krank…“, sagt Nancy im gleichen Moment leicht irritiert. „Nein, aber du warst am Samstag so komisch drauf und hast dich so sonderbar aufgeführt.“ 

Man möchte bezahlen, hört stattdessen zu und denkt, wie nett es doch wäre, mit einem solchen Charmebolzen zusammenzuarbeiten. 

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