Kleinigkeiten

Denkwürdiges hat sich ereignet an diesem letzten Erstklässler-Schnuppermorgen, den ich als Mutter im Hintergrund miterlebe. Nach aussen hin sah alles aus wie immer schon. Kurz nach acht verliess ein kleines Prinzchen mit stolzgeschwellter Brust und dem viel zu grossen Schulsack am Rücken das Haus, kurz vor zwölf kam er noch etwas stolzer, mir vor Aufregung glühenden Wangen und einer übergrossen Leuchtweste wieder zurück. Aus dem Schulsack zauberte er, was seine Geschwister an diesem wichtigen Tag jeweils ebenfalls gezaubert hatten: Die erste Hausaufgabe, einen Elternbrief und den Stundenplan. Soweit also nichts Besonderes. 

Ich stellte ein paar interessierte Fragen, sah mir die Blätter genauer an und dann stockte mir der Atem. Was sah ich da? Ein kleines, buntes Clipart auf dem Stundenplan. Gar zwei kleine, bunte Cliparts auf dem Hausaufgabenblatt, dazu noch die Worte „Ich freue mich auf Dich!“ Noch nie – ich schwöre es – noch gar nie in meiner Karriere als Mutter habe ich nach einem Schnuppermorgen in der ersten Klasse solche Dinge gesehen. In der Dritten schon, in der Fünften auch, ab und zu sogar in der Oberstufe, nicht aber in der Ersten. Dort gab es bis jetzt nur nüchterne Tabellen in Schwarzweiss, der Begleitbrief für Kinder und Eltern sogar noch nüchterner. Die Kleinen hätten sonst ja noch auf die Idee kommen können, in der Schule gehe es so bunt und fröhlich weiter wie im Kindergarten.

„Alles nur Äusserlichkeiten“, brummt jetzt vielleicht der eine oder andere Zyniker und ich wünschte, es wäre so. Doch die Nüchternheit herrschte nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Unterricht. Auch in Situationen, wo eine Prise Empathie oder ein Hauch von Humor nicht geschadet hätten. So war das nicht nur bei Karlsson, Luise, dem FeuerwehrRitterRömerPiraten und dem Zoowärter, sondern auch bei vielen anderen Kindern, die schnell einmal die Begeisterung des Schnuppermorgens ablegten und sich mit mehr oder weniger Verbissenheit durch die ersten zwei Schuljahre kämpften. 

„Du gibst dich aber mit wenig zufrieden. So ein Clipart sagt doch noch überhaupt nichts aus“, mögen mir andere entgegenhalten und das stimmt natürlich. Dennoch lassen mich diese Kleinigkeiten hoffen, dass das Prinzchen etwas fröhlicher in die Schule einsteigt als seine grossen Geschwister. 

prettyvenditti.jetzt

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Tischgespräch mit Teenagern

Wenn wir ausnahmsweise mal nur zu viert essen, Karlsson, Luise, „Meiner“ und ich, dann bekommen wir Eltern Folgendes zu hören: „Ihr müsst halt die Kleinen an die kurze Leine nehmen. Abends eine Stunde lang Hörbuch und wenn dann keine Ruhe herrscht, am nächsten Abend keine Geschichte…“ „Genau! Und jeder in sein eigenes Bett, wenn sie nicht ruhig sind. So, wie bei uns früher.“ „Und am nächsten Tag keine Glace, wenn sie nicht parieren!“ „Ihr seid einfach zu wenig streng mit ihnen. Bei uns wusstet ihr noch, wie man den Tarif durchgibt. Aber die Kleinen, die machen bis spätabends Party.“  Das alles nicht etwa vorwurfsvoll, sondern im Tonfall eines besorgten Familienbegleiters, der einen Erziehungsratgeber verschluckt hat. Gerade so, als stünden wir am Rande des Nervenzusammenbruchs, weil wir unseren jüngeren Kindern nicht mehr beizukommen wissen.  Dabei sind wir nicht etwa verzweifelter als früher, unsere Grossen sind inzwischen einfach dem Glauben verfallen, als sie noch klein waren, hätte noch so etwas wie Zucht und Ordnung geherrscht in dieser Familie. Vermutlich behaupten sie demnächst, sie hätten jeweils jeden Abend um acht tief und fest geschlafen.  

Wortgefechte

Grossen Geschwistern ist es eigentlich egal, wie sie in Gegenwart ihrer kleinen Geschwister reden. Das theoretische Wissen, was angemessen wäre, wird verdrängt durch den unbändigen Drang, die elterliche Sprachregelung zu brechen.

Väter, so scheint es mir zumindest, mögen sich irgendwann, nach vielen Jahren der verbalen Zurückhaltung, auch nicht mehr an die gemeinsam vereinbarten Verbote halten. Gewisse Ausdrücke schleichen sich zurück in den Sprachgebrauch, obschon noch immer Ohren mithören, die solches nicht hören wollen. Oder zumindest nicht sollen.

Diese Mutter hier aber will partout nicht einsehen, weshalb ein achtsamer Umgang mit Sprache plötzlich nicht mehr zählt, bloss weil inzwischen zwei Teenager mitreden. Also sprach diese Mutter neulich: „Himmel, wie redet ihr eigentlich, ihr drei? Merkt ihr denn nicht, dass das Prinzchen mithört? Solche Wörter sind nichts für das Kind.“

Kleine Jungs nehmen solche Konflikte offenbar gelassen: „Ich kenne doch diese Wörter schon längst aus dem Kindergarten und ich weiss ganz genau, dass man so nicht redet, also reg dich nicht auf, Mama.“

dried colors; prettyvenditti.jetzt

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Geschäftstüchtig

Absolut unfair sei es, wie das Prinzchen sich sein Taschengeld aufbessere, schimpften die grossen Geschwister. „Das kann doch jeder: Schneckenhäuser auf Hölzchen kleben und die Hölzchen mit einem Gesicht verzieren. Sowas kann der doch nicht einfach verkaufen“, beklagten sie sich. Der Aufruhr flaute erst ab, als Prinzchens Schnecken-Business aufgrund mangelnder Kundschaft ins Stocken geriet. Doch das Prinzchen begriff schnell: Wenn Eltern und Geschwister nicht ewig kaufen mögen, muss man auf anderem Wege an ihr Geld rankommen. Also machte er sich an die Arbeit, malte Bilder, verzierte Steine, klebte fantastische Gebilde und als das alles fertig war, lud er zur Vernissage. Ein Euro pro Person kostete der Eintritt, wer laut genug über Geldmangel klagte, kam auch für 50 Cent rein, wer noch lauter jammerte, sogar für 20. Prinzchen ist da nicht so stur, Hauptsache, sein Portemonnaie fühlt sich in der Hosentasche angenehm schwer an. Es dauerte nicht lange, bis die Geschwister wieder motzten: Absolut unfair sei das, wie er Eintrittsgeld einsacke, damit wir uns sein Gebastel ansehen. „Das kann doch jeder“, maulten sie schon wieder, aber genau in diesem Punkt irren sie gewaltig. Wer sein Gebasteltes und Geklebtes mit so viel Hingabe und Liebe zum Detail präsentiert, dass die Eltern aus Überzeugung und nicht aus Mitleid bares Geld springen lassen, der ist ein wahrer Könner. 

  

Ganz schön (intensiv)

„Und, wie ist das jetzt so, wenn ihr so viel Zeit miteinander verbringt? Schön, nicht wahr?“, so lauten die Fragen von Freunden. Schön? Aber ja, natürlich. Wenn Teenager ganz offen mit Mama und Papa über die wichtigen Fragen des Lebens reden, weil hier keiner ist, vor dem sie cool sein müssen. Wenn bisher unbekannte Fähigkeiten als Licht kommen, die zu Hause, im Alltag, nicht gefragt sind. Wenn Geschwister einander Mut machen, gemeinsam etwas zu wagen. Wenn alte Spiele hervorgekramt und neue Ideen ausgeheckt werden. Wenn einer, der sonst heikel ist, plötzlich Neues kostet und merkt, dass er schmeckt. Wenn sie uns ohne jeglichen Vorwurf den Spiegel vorhalten, manchmal auch über unsere Macken lachen. Dann ist es tatsächlich schön. Wunderschön.

Und ganz schön intensiv. Denn wenn sie dich mal haben, so voll und ganz für sich, dann geniessen sie dich. Auch dann, wenn du mal einen Moment lang alleine sein möchtest. Auch dann, wenn es deiner Meinung nach längst Zeit für Feierabend wäre. Auch dann, wenn du mal ein wenig deinen eigenen Gedanken nachhängen möchtest.

Für einmal ist das ganz in Ordnung so, denn du weisst, dass diese kurzen Wochen eine einmalige Chance sind, ihnen nahe zu sein. Der Stundenplan und die Freunde werden rasch genug wieder die Macht an sich reissen, wenn das hier vorbei ist.  

Familienerlebnis

„Das wird bestimmt ein tolles Familienerlebnis für euch“, sagten die Leute zu Hause, als sie von unserer Reise erfuhren. Und das ist es ja tatsächlich, ein Familienerlebnis, meine ich. Toll ist es auch. Zum Beispiel, weil wir mal einfach unter uns sind, ohne die andauernden „Darf ich heute mit dem FeuerwehrRitterRömerPiraten spielen“-Anrufe, ohne „Frau Venditti, wann kommt ‚Ihrer‘ denn nach Hause?“-Arbeitsunterbrechungen und ohne auf die Minute durchgeplante Tagesabläufe. Toll ist auch die fremde Umgebung, die ungewohnten Düfte, die faszinierenden Geschmacksrichtungen, das traumhafte Wetter. Das alles versetzt uns täglich aufs Neue ins Staunen und uns dazu inspiriert, Dinge zu tun, die im Alltag wenig oder gar keinen Raum finden. Und toll ist natürlich auch, dass keiner dem anderen etwas vormachen muss. Jeder darf sein, wie er oder sie ist, wir sind schliesslich „en famille“.

Tja, dieses „en famille“… Wer selber eine Familie hat – Und wer hat das nicht, auf irgend eine Weise? -, kann sich ausmalen, was das auch noch bedeuten kann. In unserem Fall zum Beispiel, Mahlzeiten, bei denen der liebe Karlsson zu meiner Linken darüber nachsinnt, ob er die Schnecken, die er sich im Supermarché gekauft hat, nun wirklich verspeisen soll, oder ob das ethisch nicht vertretbar ist, während zu meiner Rechten das Prinzchen und der Zoowärter versuchen, die Salzkartoffeln zu Kartoffelbrei „wie neulich bei Ikea“ zu verarbeiten. Oder die zwei Teenager, die sich stundenlang Trash-TV reinziehen und einander danach im Garten lauthals „Rooooobert!“ zurufen, obschon sie ganz genau wissen, dass der nette Herr Vermieter gleich auf der anderen Seite des Zauns auf denselben Vornamen hört. Oder die drei kleinsten Vendittis, die allüberall das Feriengeld, das Schwiegermama ihnen vor der Abreise zugesteckt hat, loswerden müssen, weil es sonst schimmlig wird. Und dann natürlich die ganzen Streitereien – Ich gegen „Meinen“, der Zoowärter gegen den FeuerwehrRitterRömerPiraten oder Luise gegen den Rest der Welt -, die im Alltag auch immer zu kurz kommen. 

Familienerlebnisse halt… 

Foto by Karlsson

Foto by Karlsson

Kleine Absurditäten

Manchmal begegnen mir im Alltag Dinge, die zu klein sind, um einen ganzen Blogpost zu füllen, aber auch zu köstlich, um sie einfach wegzuschmeissen. Zum Beispiel diese hier:

  • „Du hast fünf Kinder? Wie, kein Patchwork? Dann seid ihr also in einer Sekte.“
  • „So viele Jahre habe ich der Lungenliga gespendet und jetzt habe ich trotzdem eine Lungenentzündung.“ (Nein, da schwang keine Ironie mit. Auch keine Bitterkeit. Einfach grosses Erstaunen, dass die Schutzfunktion der Spende nicht ausreichend war.)
  • „Die war voll fies zum Prinzchen. Er wollte sie angreifen, aber sie ist einfach zur Seite gesprungen und dann ist er auf den harten Boden gefallen. Echt, voll fies war das. Die kann doch nicht einfach ausweichen, wenn er sie angreifen will.“
  • „Sieh mal, eine Schwangere. Ich hab schon so lang keine Schwangere mehr gesehen, dass ich gar nicht mehr gewusst habe, wie die aussehen.“
  • „Mama, darf ich heute Nachmittag mit einem Freund abmachen?“ – „Ja, natürlich.“ – „Oh, schade. Aber kannst du wenigstens sagen, dass ich schon um halb fünf nach Hause kommen muss?“
  • „Also, wenn Sie die Post umleiten lassen wollen, müssen Sie zuerst mal ein Online-Konto einrichten. Wie? Die Person hat keine E-Mail-Adresse? Tja, dann müssen Sie eben die temporäre Adressänderung notariell beglaubigen lassen.“
  • „Warum ich deine Lichterkette zerstört habe? Ich war halt wütend auf dich.“ – „Das war die schönste Lichterkette, die ich je hatte.“ – „Echt, Mama, die hat dir gefallen? Na, dann tut es mir eben leid, dass ich das hässliche Ding kaputt gemacht habe.“
  • „Ich weiss auch nicht, was die mit diesen Kreuzworträtselheften machen. Da hat es in letzter Zeit immer so viele Fehler drin. Nie hat es genügend Feldchen für die Wörter, die ich schreiben will.“ (Nein, das war kein Kind.)
  • „Auf unserer Homepage hat es bestimmt noch ganz viele passende Angebote für Sie. Durchsuchen Sie sie doch gleich mal. Nur ist die Seite leider gerade zusammengebrochen und wir brauchen ein paar Tage, bis sie wieder läuft.“
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Transformer

Eigentlich kaufe ich ja keine „Transformers“. Weil ich sie hässlich finde. Und doof. Und zu teuer. Und überhaupt. Nein, eigentlich kaufe ich sie wirklich nicht. 

Es sei denn, das Prinzchen bekäme von einem Klassenkameraden einen geschenkt, ein ausnehmend hässliches Exemplar in Grün und Schwarz. Freudenstrahlend käme das Prinzchen nach Hause gerannt, bald schon würden er und der Zoowärter glücklich mit dem Kerl spielen. „Bist du dir sicher, dass er dir das Ding geschenkt und nicht geliehen hat?“, würde ich fragen. „Ja, ganz sicher“, würde mein Sohn antworten. „Er hat gesagt, ich dürfe ihn für immer behalten.“Na ja, wir werden ja sehen“, würde ich sagen und das Mittagessen auf den Tisch stellen. Kaum hätten wir uns alle hingesetzt und Essen geschöpft, würde das Telefon klingeln. Es wäre die Mutter des Klassenkameraden. „Das Prinzchen kann nichts dafür“, würde sie sagen, „aber mein Sohn will seinen Transformer zurückhaben. Er hat ihn zwar tatsächlich verschenkt, aber jetzt ist er so furchtbar traurig und will ihn wieder haben.“ „Okay“, würde ich sagen, das Gespräch beenden und dann dem Prinzchen erklären, dass das halt doch nicht ganz so ernst gemeint war mit dem Geschenk. Mein Herz würde schwer, wenn ich sähe, wie er tapfer die Tränen runterschluckt, obschon er doch ungehemmt heulen dürfte. Prinzchens grosse Geschwister wären empört und würden mich dazu auffordern, für die Rechte des kleinen Bruders zu kämpfen. Aber ich würde mich nicht mit einer anderen Mutter um einen blöden „Transformer“ streiten wollen, aber meinem kleinen Jungen dabei zusehen, wie er gegen seine Enttäuschung kämpft, würde ich eben auch nicht wollen. Also würde ich sobald als möglich in die Migros rennen und meinem Sohn den gleichen hässlichen „Transformer“ kaufen, den er morgen wieder zurückgeben muss. Und weil ich beim Einkauf auch noch den Zoowärter dabei hätte, würde ich es nicht übers Herz bringen, ihm zu sagen, er dürfe keinen haben und dann würde ich am Ende mit zwei „Transformers“ an der Kasse stehen, im Hinterkopf eine leise Stimme, die mir zuflüstert, der FeuerwehrRitterRömerPirat werde dann wohl auch noch einen haben wollen. Nur wenn das geschehen würde, könnte ich mich dazu überwinden, so ein hässliches Monster zu kaufen.

Und weil genau dies gestern geschehen ist, wohnen bei uns jetzt halt auch noch zwei ausnehmend hässliche“Transformers“. 

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Lehrgespräche unter Brüdern

Mal lehrt das Prinzchen den Zoowärter…

Prinzchen: „Mist! Ich glaube, das war Make-up, was ich mir da gerade ins Gesicht geschmiert habe.“

Zoowärter: „Was denn?“

Prinzchen: „Na, das Zeug da aus dieser sonderbaren Flasche.“

Zoowärter: „Lass mich auch mal.“

Prinzchen: „Nein, lass es lieber bleiben, ich glaube, das ist wirklich Make-up.“

Zoowärter: „Was ist Make-up?“

Prinzchen: „Ach, irgend so eine Crème, mit der man Pickel und solche Sachen zudeckt.“

Zoowärter: „Hä?“

Prinzchen: „Also, das gehört Mama, du nimmst es wirklich besser nicht. Ich glaube, Luise braucht das manchmal auch.“

Und jetzt endlich glaubt der Zoowärter, dass er wohl tatsächlich lieber die Finger von dem Zeug lassen sollte.

…mal lehr der Zoowärter das Prinzchen:

Zoowärter: „Schliess mal die Augen. Nur die Augen, nicht die Ohren.“

Prinzchen schliesst gehorsam die Augen, nicht aber die Ohren.

Zoowärter: „Und jetzt hörst du ganz gut hin. Liegen die Töne, die ich auf dem Cello spiele, nahe beieinander oder nicht?“

Prinzchen: „Hä?“

Zoowärter: „Du musst gut zuhören und mir sagen, ob die zwei Töne nahe beieinander liegen.“

Prinzchen: „Hä?“

Zoowärter: „Mach mal die Augen auf. Siehst du, du musst mir sagen, ob die Saiten der Töne nahe beieinander sind oder nicht. Verstanden? Dann schliess die Augen.“

Prinzchen schliesst wieder die Augen, Zoowärter spielt zwei Töne.

Zoowärter: „Und? Liegen die Töne nahe beieinander?“

Prinzchen: „Ja.“

Zoowärter: „Nein, aber kannst du mir jetzt noch sagen, wie die Saiten heissen, die ich gespielt habe?“

Das Prinzchen kann nicht, denn der Zoowärter hat vergessen zu sagen, dass die Saiten unterschiedlich heissen. 

la dignità; prettyvenditti.jetzt

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Reifezeichen

Karlsson, der Luise zurechtweist, weil sie abends um halb zehn noch immer fröhlich auf meinen arg strapazierten Nerven rumtanzt. „Wie oft muss Mama noch sagen, dass sie es nicht mehr lustig findet? Kannst du das nicht mal endlich respektieren?“

Luise, die mir dabei zusieht, wie ich ihren kleinen Brüdern die Läuse aus dem Haar kämme und plötzlich sagt: „Also, ich glaube nicht, dass ich so viel Geduld hätte wie du, wenn ich das bei meinen Kindern machen müsste.“ Und dies ganz und gar frei von Ironie, obschon ich eben erst den FeuerwehrRitterRömerPiraten aufs Ärgste zusammengestaucht habe, weil er nie stillsitzen will und bei jedem kleinsten Ziepen losheult.

Der FeuerwehrRitterRömerPirat, der nicht nur brav nickt, wenn ich ihm sage, er dürfe noch eine halbe Stunde ans iPad, müsse danach aber sogleich seine Hausaufgaben erledigen, sondern dies dann auch ohne jegliche Ermahnung so durchzieht und obendrein noch Trompete übt. 

Täusche ich mich, oder zeigen unsere drei grössten Kinder in letzter Zeit beunruhigende Anzeichen von Reife? 

deux, prettyvenditti.jetzt

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