Druckfrisch

Seit Jahren schon hat er davon geträumt und jetzt ist der Traum wahr geworden: „Meiner“ hat sein erstes Bilderbuch veröffentlicht. Eine farbenfrohe Geschichte über Freundschaft für Kindergarten- und Primarschulkinder. Wer eins haben möchte, darf sich gerne per Mail an mich wenden, ich leite die Bestellung dann an den Herrn Gemahl weiter. 

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Mehr als erträumt

Wenn unsere Kinder auf der Bühne ihr Bestes geben, dann erfüllt uns Mütter das mit Stolz, auch wenn wir das nicht gerne offen zugeben. Man möchte ja nicht zu den Müttern gezählt werden, die überall Talente und Erfolge ihrer Sprösslinge zur Schau stellen müssen. Solche Mütter sind nicht nur peinlich, sie stürzen auch andere Eltern in tiefe Zweifel. Warum kann mein Kind nicht, was das andere, das offenbar ein Genie ist, mit Leichtigkeit schafft? Haben wir etwas falsch gemacht? Müssten wir sie mehr fördern? Wenn ich also heute von einer für mich ganz besonderen Sternstunde erzähle, dann nur deshalb, weil es einer der schönsten Momente meines Mutterseins war und nicht, weil ich sagen will „Schaut mal her wie grossartig wir doch sind…“.

Es ist nämlich so, dass heute gleich fünf meiner Kinder einen grossen Auftritt hatten. Karlsson mit seiner Geige und als Opa im Theaterstück, Luise als eine der Hauptrollen im Katzenkostüm, der FeuerwehrRitterRömerPirat als Feuerwehrmann, der Zoowärter zum ersten Mal überhaupt als Teil einer fröhlich singenden Kindergruppe und schliesslich – der Grund für all diese Auftritte – „Leone & Belladonna“ als Theaterstück.

Als ich vor ein paar Jahren als überforderte Mutter von drei Vorschulkindern im Morgengrauen am Computer sass, um die Geschichte der beiden Katzen für eben diese drei Vorschulkinder zu schreiben, hätte ich mir das nie und nimmer träumen lassen. Ein ganzer Trupp begeisterter Kinder – darunter vier eigene – die auf der Bühne umsetzen, was in meinem Kopf entstanden ist, nein, damit hätte ich nie gerechnet und so verwundert es wohl nicht, dass mir am Ende fast die Tränen der Rührung kamen. Es ist nicht Stolz im Sinne von „Hach, bin ich nicht toll?“ sondern einfach Freude, dass da etwas herangewachsen ist, worauf ich sehr wenig Einfluss hatte, was aber dennoch nur werden konnte, weil ich einmal etwas angefangen habe. Das gilt für die Kinder und für die Geschichte, die ja auch irgendwie mein Kind ist.

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Familienzuwachs

Eigentlich haben unsere Kinder ja keinen Mangel an Geschwistern. Vielleicht an Schwestern, ja, aber an Spielkameraden fehlt es niemandem. Dennoch haben die zwei Kätzchen, die gestern bei uns eingezogen sind, sofort den Ehrentitel „kleine Schwester“ und „kleiner Bruder“ verliehen bekommen. Und die beiden zeigen sich erkenntlich für so viel Ehre: Schon am zweiten Tag lassen sie sich bereitwillig streicheln, auf den Arm nehmen und liebevoll drücken. 

Mir war ja ein wenig bang gewesen, als das Prinzchen und ich vorgestern den Katzenkorb und das Futter einkauften. Was, wenn die Tierchen uns nicht mögen? Was, wenn sie vor lauter Aufregung vergessen, dass sie stubenrein sind? Was, wenn das Prinzchen die zwei für Stofftiere hält und sie am Schwanz zieht? Was, wenn „Meiner“, der dem Familienzuwachs mit Skepsis entgegen gesehen hatte, die beiden nicht ins Herz schliessen würde? 

Heute hat sich gezeigt, dass meine Befürchtungen umsonst waren. Die Kätzchen akzeptieren uns so, wie wir sind und wenn sich einer aufs Sofa setzt, dauert es nicht lange, bis eines von beiden daneben sitzt. Ihre Stubenreinheit haben sie schön brav beibehalten, was insbesondere das Prinzchen, der übrigens keinerlei Anstalten macht, die Tierchen am Schwanz zu ziehen, tief beeindruckt hat.  Und „Meiner“ – man lese und staune – ruft mich alle paar Minuten ins Wohnzimmer, weil sie gerade wieder „so unglaublich herzig sind“ und abends geht er nicht ins Bett, ohne Kater und Katze eine gute Nacht zu wünschen. 

Man sieht also, die zwei gehören bereits voll und ganz zur Familie und weil in dieser Familie jemand ein Buch über einen Kater namens Leone verfasst hat, haben die Kinder sich dazu entschieden, unseren Kater ebenso zu rufen. Das Weibchen soll auf den Namen Henrietta hören, auch sie eine Katze aus dem Buch. Diejenige, die das Buch verfasst hat, fühlt sich natürlich zutiefst geehrt, möchte aber betonen, dass sie keinerlei Einfluss auf die Namensgebung hatte. Sie wäre auch ganz glücklich gewesen, wenn das Weibchen Kezia genannt worden wäre, der Kater… nun ja, äähm,… vielleicht….also gut, ich weiss nicht so recht wie er sonst hätte heissen können, denn schwarzweisse Kater heissen doch einfach Leone, nicht wahr?

Nieder mit Käpt’n Sharky!

Zuerst habe ich gedacht, ich sei die Einzige, die etwas an ihm auszusetzen hätte. Immerhin ist der kleine Pirat mit der Schmusedecke omnipräsent und damit er dies sein kann, muss er ja zuerst einmal zu einem Renner werden und das wird ein Kinderzimmerheld gewöhnlich nicht ohne die Hilfe von Müttern, Vätern, Grosseltern und Paten, die bereits sind, das Portemonnaie zu zücken, wenn der Nachwuchs einen Wunsch äussert. Käpt’n Sharky also hat es bis ganz nach oben geschafft und ich gestehe euch an dieser Stelle, dass ich beinahe auch auf ihn reingefallen wäre. Immerhin sind die Bilder, die ihn umgeben so wunderbar bunt und ansprechend, wie man sie selten sieht bei Kinderzimmerhelden, die vorwiegend für Jungs gemacht sind. „Endlich mal einer, der etwas Farbe in die trübe, marineblauarmeegrünschlammbraunedinosaurierbaustellenlaserschwert Welt der Jungs bringt“, staunte ich, als ich vor einigen Jahren dem kleinen Piraten zum ersten Mal begegnete. Weil aber der kleine Pirat so gut vermarktet wird, dass wir uns seine Accessoires nur selten leisten können, blieb es lange bei einer flüchtigen Bekanntschaft.

Neulich aber brachte der FeuerwehrRitterRömerPirat, der jetzt im Kindergarten auch in die Bibliothek geht,  ein Käpt’n Sharky Buch mit nach Hause. Cool, dachte ich, endlich lerne ich den mal näher kennen. Das wird bestimmt lustig. Und dann wurde ich enttäuscht, wie ich noch selten in einem Kinderbuch enttäuscht worden bin. Die Bilder zwar schön bunt und ansprechend, die Handlung aber so zerstückelt und zufällig, dass man von der einen Seite zur nächsten schon beinahe den Faden verliert. Das Ganze erzählt in der Art eines Schüleraufsatzes, der vom Lehrer zwar von Orthographiefehlern befreit, vom Schüler aber weder in Satzbau noch Aufbau der Geschichte überarbeitet wurde. Jedes Mal, wenn eines der Kinder mit dem Buch vor mir stand und mich bat, ihm daraus zu erzählen, suchte ich ganz dringend nach Ausreden, die mir diese Tortur ersparten. „Soll ich dir nicht lieber aus der Wegleitung zur Steuererklärung vorlesen? Das ist viiiiiieeeel spannender. Oder möchtest du vielleicht ein Bild über die letzen Bundesratswahlen malen?“ Leider liessen sich die Kinder von meinen Vorschlägen nicht begeistern und so erzählte ich einmal mehr vom kleinen Piraten und versuchte verzweifelt, mit Ausschmückungen, verstellten Stimmen und dem Aufbau von Spannung dem Text zu geben, was ihm fehlt. Aber ich scheiterte kläglich, denn ich brachte es einfach nicht fertig, die Langeweile aus meiner Stimme zu verbannen.

Anfangs dachte ich ja, ich sei wohl mal wieder überkritisch. „Am Ende bist du gar neidisch, dass Käpt’n Sharky die Buchläden im Sturm erobert hat, während Leone & Belladonna noch kaum einer kennt“, schalt ich mich. Doch eine kleine Umfrage im Kreise meiner Mitmütter ergab, dass ich für einmal nicht alleine dastehe mit meiner Meinung. Wo ich auch nachfragte, die gleiche Reaktion: „Oh nein, Käpt’n Sharky! Verschone mich mit diesem Langweiler! Die Bilder sind ja okay, aber der Rest…“ Beflügelt durch diese Reaktionen wage ich nun heute nach langem Zögern mein Coming-Out: Ich hasse Käpt’n Sharky. Könnte vielleicht mal einer dafür sorgen, dass der arme kleine Kerl einen anständigen Texter kriegt, damit wir Mütter nicht regelmässig einschlafen beim Vorlesen? Wenn am Ende die Mama schläft, die Kinder aber noch wach sind, ist nämlich etwas ganz gewaltig schief gelaufen…

Mutterfreuden

Es ist da! Das lange herbeigesehnte und zig mal erwähnte jüngste Kind. Heute Nachmittag, nachdem ich von einem ziemlich ermüdenden Ausflug mit dem Zoowärter und dem Prinzchen nach Hause gekommen war, durfte ich es ganz überraschend in die Arme schliessen: Mein Buch! „Leone & Belladonna“ haben nämlich am Freitag ohne mein Wissen die Druckerei verlassen! Im Moment kann ich mein Glück noch nicht fassen, aber immerhin schwebe ich schon so sehr auf Wolke sieben, dass ich für einmal sogar ein sehr privates Bild zeige, eines von meinem jüngsten Baby & mir:

Ist schon bemerkenswert, wie viel frischer man nach der Geburt eines Buches in die Kamera blickt als nach der Geburt eines echten Babys….

Übrigens: Falls jemand mein Buch kaufen möchte dürft ihr euch gerne unter der Rubrik „Buch kaufen oder hier informieren.