Ach, wie schön! Wir dürfen uns mal wieder anhören, was Frau Klum zur Mutterschaft zu sagen hat, oder genauer gesagt dazu, wie man als Mutter so bald als möglich nach einer Geburt wieder durch die Gegend klappern kann. Diesmal will Frau Klum bereits mehr als zwanzig Kilos verloren haben, was gar nicht so einfach sei. Doch mit dem Stress einer Grossfamilie und einem Laufband im Haus schaffe man das, will sie uns weis machen.
Liebe Frau Klum, ich glaube Ihnen kein Wort. Zu lange schon stille ich meinen Hunger mit da einem Bissen aus dem Teller eines meiner Kinder, dort einem angebissenen Brötchen, das vergessen wurde. Zu lange schon überwinde ich meine unglaubliche Müdigkeit mit starkem Kaffee und einem Stück Schokolade. Zu oft habe ich mir vorgenommen, ab jetzt täglich dreissig Minuten Sport zu treiben, doch nach dem alltäglichen Herumrennen schaffe ich es nur noch, meine müden Knochen vor den Computer zu schleppen, um ein wenig zu schreiben. Meine zehn Kilo Übergewicht werde ich trotz meines erfüllten Lebens nur sehr zaghaft los. Wäre es wahr, was Frau Klum sagt, ich bestünde nur noch aus Haut und Knochen.
Also Frau Klum, hören Sie endlich damit auf, zu behaupten, es sei alles ganz eifach. Hören Sie auf, jungen Müttern das Leben schwer zu machen mit Ihrem kranken Schönheitsideal. Sehen Sie endlich ein, dass nur die privilegiertesten Mütter es sich leisten können, sich wenige Wochen nach der Geburt schon wieder nur um sich selber zu drehen. Und dann hören Sie endlich auf, ihre privilegierte Situation zum Mass aller Dinge zu machen.
Und überhaupt: Was ist so schlimm daran, wenn man einer Frau ansieht, dass sie ein paar Schwangerschaften hinter sich hat, dass sie wunderbaren Geschöpfen das Leben Geschenkt hat? Immerhin hätte Peter Paul Rubens seine wahre Freude daran, Frau Klum hingegen würde er links liegen lassen. Und Rubens Frauen hängen immerhin heute noch in den Museen, während Heidi Klums Klone morgen schon vergessen sein werden.
