Turbulenzen

War das wieder ein Auftritt! Mit der gesamten Meute am Samstag ans Schulhausfest zu gehen, ist doch immer wieder ein Erlebnis. Anfangs langweilen sich die drei Grossen ein wenig, doch dann beschliessen sie, sich mit dem Bemalen von Fahnen die Zeit zu vertreiben. Während Luise und Karlsson mal schnell ein Haus hinkleckern, konzentriert sich der FeuerwehrRitterRömerPirat auf sein Segelschiff. Hingebungsvoll mischt er die Farben, trägt Schicht um Schicht auf den Stoff auf. Ein wirklich schönes Schiff entsteht.

So langsam beginnen sich Karlsson und Luise zu langweilen und wollen weiterziehen. Doch der FeuerwerRitterRömerPirat lässt sich nicht beirren, malt weiter und weiter. So langsam verwandelt sich das schöne Segelschiff in einen etwas weniger schönen braunen Fleck mit zwei Masten. Karlsson macht sich derweilen mit einem Freund aus dem Staub, Lusie quengelt, sie wolle sich jetzt ihr Gesicht schminken lassen. Also bleibt „Meiner“ beim Künstler, während ich Luise zum Schminken begleite. Als wir eine Viertelstunde später zurückkommen, ist der FeuerwehrRitterRömerPirat noch immer in sein Meisterwerk vertieft, die Fahne  dick mit brauner Farbe verschmiert. Und er will immer noch nicht weg! Erst die Aussicht auf einen Mohrenkopf, den er sich herbeischiessen kann, überzeugt ihn schliesslich davon, dass er den Pinsel doch zur Seite legen könnte. War aber auch Zeit. So langsam begann die Fahne auszusehen, als hätte sich jemand darauf erleichtert.

Nachdem sich alle die Gesichter mit Schokoköpfen beschmiert haben, will sich der Zoowärter nun  das Gesicht auch noch schminken lassen. Doch dem FeuerwehrRitterRömerPirat wird das Warten bald zu langweilig und deshalb beginnt er, das Prinzchen zu ärgern. Dieses zappelt mit den Beinchen, verliert seine Socken, was ein paar Grossmütter zu missbilligendem Kopfschütteln veranlasst. Schaut denn niemand, dass dieses Baby Socken an die Füsse bekommt? (Natürlich nicht. Ein echter Venditti geht barfuss!)

Endlich hat sich der Zoowärter in einen Tiger verwandelt. Zeit für einen Hot Dog. Aber wo ist Karlsson? Verschwunden und zwar im strömenden Regen. Mitfühlend wie ich bin, erstehe ich ihm dennoch einen Hot Dog, stopfe das vor Ketchup triefende Ding in meine Tasche (sonst sieht mich noch jemand damit!) und renne über den Pausenhof, um meinen armen nassen Karlsson zu suchen. Irgendwann wird mir die Sache zu nass und „Meiner“ hat das zweifelhafte Vergnügen, Karlssons Hot Dog zu verspeisen.

Weil der Zoowärter sein Tigergesicht mit Ketchup verschmiert hat, beschliessen wir aufzubrechen. In letzter Minute taucht Karlsson auf. Pudelnass und pappsatt. Seinen Hot Dog hat hat ihm die Familie seines Freundes spendiert. Währenddem wir Karlsson erleichtert in Empfang nehmen und noch ein wenig über Gott und die Welt und die Dorfpolitik plaudern, gönnen sich der FeuerwehrRitterRömerPirat und der Zoowärter ein Bad in der Pfütze. Ist ja  nicht weiter schlimm. Das hat Mama ja auch gemacht, als sie klein war. Als wir aber das nächste Mal hinsehen, liegt der Zoowärter bäuchlings in der Pfütze und trinkt. Hat das arme Kind denn keine Eltern, die ihm etwas zu Trinken spendieren?! Wie verzweifelt muss ein Kind sein, dass es aus einer Pfütze trinkt?

Jezt ist es endgültig Zeit, zu verschwinden. Sonst fordert man uns unauffällig dazu auf, nun endlich zu gehen.

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