Freundinnen fürs Leben

Jetzt sind wir erst seit sieben Tagen hier und schon haben wir Freundschaften fürs Leben geschlossen. Die zwei, von denen hier die Rede ist, können sich kaum halten vor Begeisterung, wenn sie uns sehen.

Die eine ist das Zimmermädchen. Schon wenn sie uns von Weitem sieht, gibt sie ein freudiges Grunzen von sich. Ach, wie sie es liebt, jeden Morgen unser Zimmer aufzuräumen und uns mit frischen Handtüchern zu versorgen! Besonders, wenn wir sie jedesmal bei ihrer Arbeit unterbrechen, weil das Prinzchen ausgerechnet dann, wenn sie sich voller Begeisterung in unserem Zimmer zu schaffen machen will, sein Schläfchen halten muss. Und wie sie unsere Kinder vergöttert! Man muss wirklich aufpassen, dass sie nicht plötzlich eines von ihnen aus lauter Liebe in den Hintern tritt, weil es sich erfrecht hat, nach dem Bad mit nassen Füssen auf den Teppich zu treten.

Die andere Freundin serviert im Restaurant. Bereits am ersten Abend hat sie uns ins Herz geschlossen, als der FeuerwehrRitterRömerPirat und der Zoowärter unter dem Tisch auf Entdeckungsreise gingen. Nie wieder wolle sie unsere Buben unter dem Tisch antreffen, schärfte sie ihnen ein. Dort unten würden nämlich unglaubliche Gefahren lauern, die sie unseren kostbaren Söhnen nicht zumuten wolle. Ein paar Tage später stiegen wir noch mehr in ihrem Ansehen, als der Zoowärter einen Porzellan-Salzstreuer fallen liess. Das wertvolle Stück sei eine Rarität, erklärte sie und warf unserem Zweitjüngsten einen derart liebevollen Blick zu, dass das Kind vor lauter Freude fast in Tränen ausgebrochen wäre. Seither lässt sie keine Gelegenheit aus, unseren Nachwuchs ihre  Zuneigung spüren zu lassen. Man kann förmlich spüren, wie sehr sie sich darüber freut, dass der Wirt vor einigen Jahren beschlossen hat, das Hotel von einer Absteige für Senioren und Carreisende in ein Kinderhotel umzuwandeln.

Leider haben unsere Freundinnen zwischendurch auch mal frei. Dann müssen wir hilflos mitansehen, wie das Personal unsere armen Kinder mit Gummibärchen, Streicheleinheiten und Zulächeln misshandelt. Haben die denn noch nicht begriffen, was echte Gastfreundschaft ist?

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