„Meiner“ & ich

Ich muss da mal etwas klarstellen. „Meiner“ findet, ich würde ihn zu positiv darstellen in meinem Blog und vielleicht hat auch schon der eine oder die andere gedacht, ich würde mich aufführen wie ein verliebter Teenager. Und darum muss ich jetzt mal sagen, wie es ist: „Meiner“ ist grossartig. Und hat dennoch seine Fehler. Er lässt zum Beispiel überall seine schwarzen Socken herumliegen und jammert dann, er habe nie saubere Socken. Er ist auch, trotz seiner Fähigkeiten als Hausmann, komplett unfähig, die Wäsche anständig zu falten. Und wenn er kocht, dann versinkt die Küche im Chaos.

Natürlich hat „Meiner“ auch ein paar andere Fehler, solche, die ich nicht in aller Öffentlichkeit diskutieren will, denn sie gehen nur mich und vielleicht die Kinder etwas an. Das Schöne an „Meinem“ ist aber, dass er zu diesen Fehlern steht. Noch bevor wir uns damals, vor 18 Jahren, ineinander verliebt hatten, wusste ich schon Bescheid über seine Leichen im Keller. Und er über meine. Die haben wir einander nämlich einmal, als wir an einem schönen Sommernachmittag im Park sassen, gebeichtet. Wie bitte? Siebzehnjährige haben keine Leichen im Keller und haben sich demnach auch nichts zu beichten? Nun, zumindest „Meiner“ und ich hatten welche. Und wenn wir sie einander nicht gebeichtet hätten, dann hätten sie wohl früher oder später ganz grässlich zu stinken begonnen. So aber haben wir uns mit offenen Augen aufeinander eingelassen, haben zuerst einmal genau hingeschaut und uns erst dann Hals über Kopf verliebt.

Klingt unromantisch? War es auch. Aber dennoch nicht die schlechteste Art, eine Beziehung zu starten, wenn ich auch nie behaupten würde, es sei die einzig Richtige. Wenn nämlich heute, im Trubel des Grossfamilienlebens plötzlich eine schlechte Eigenschaft von „Meinem“ an die Oberfläche kommt, brauche ich mir nicht erstaunt die Augen zu reiben. Auch wenn ich mich furchtbar über solche Dinge aufregen kann, es bricht dennoch nicht eine ganze Welt für mich zusammen, weil mein rosarotes Bild Kratzer bekommen hätte. Ich brauche „Meinen“ nicht zu idealisieren, weil ich seine schlechten Seiten kenne. Und deshalb fällt es mir wohl auch ein wenig leichter, seine guten Seiten zu sehen und hemmungslos von ihm zu schwärmen, wenn er es verdient hat. (Und ebenso hemmungslos mit ihm zu streiten, wenn er mir mal wieder auf die Nerven fällt…)

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