Vergleichen? Ich doch nicht!

Die anderen Mütter die gehen ja nur zum Orchesterkonzert ihrer Kinder, um zu vergleichen, wie weit ihr Nachwuchs im Gegensatz zu den anderen steht, die gleich lange, oder etwas kürzer, oder schon erheblich länger das gleiche Instrument spielen. Ich bin da natürlich ganz anders, denn ich habe ja nicht das Ziel, meine Kinder zu grossen Stars zu machen. Deshalb nehme ich das alles ganz gelassen, geniesse den Auftritt meines Sohnes und freue mich daran, dass er am Ende des Konzerts strahlt wie ein Maikäfer. Wie? Ihr nehmt mir das nicht ab? Aber klar doch, ich sitze wirklich nur da und höre zu, wie die Kinder ihre Stücke vortragen. Ich nehme voller Freude zur Kenntnis, dass Karlsson sich im Vibrato übt und dass der Junge, der ein paar Stühle weiter entfernt sitzt, das noch nicht so gut hinkriegt. Ich freue mich darüber, dass das hübsche kleine Mädchen ihr Stück so wunderbar vortragen kann und frage mich, wie lange Karlsson wohl üben müsste, bis er das ebenso gut hinkriegen würde wie sie. Ich leide mit dem Kind mit, das vor lauter Aufregung seinen Auftritt vergeigt und bin ganz dankbar dafür, dass Karlsson heute keine dieser Patzer unterlaufen, die den Kindern, die zu Hause alles fehlerfrei gespielt haben, jeweils so schwer zu schaffen machen. Ich staune, dass es Kinder gibt, die bereits ganz wunderbare Stücke vortragen können und frage mich, ob Karlsson das auch mal probieren sollte, weil er das vielleicht auch hinkriegen würde, wenn ich ihm die Noten besorgen würde. Ich denke an die vielen Kinder, die nie diese wunderbare Gelegenheit haben, mit anderen zusammen zu musizieren und fühle mich unglaublich grosszügig, dass wir unserem Sohn trotz unseres vollen Terminkalenders erlauben, im Orchester mitzuspielen.

Wie? Was meint ihr? Ich sei geradezu besessen vom Vergleichen? Aber nicht doch, ich geniesse doch nur die Musik und ääähm…. wäge ab… öööh, nein das klingt zu doof… wollte sagen, ich stelle nur fest, ääähm, ich vergl… nein, Mist, das tue ich ja eben nicht….. ich meine, ich nehme nur mit Bewunderung zur Kenntnis, dass es einige Kinder gibt, die besser musizieren als Karlsson und dass es andere gibt, die es noch nicht so gut hinkriegen wie er. Aber das hat doch nichts mit vergleichen zu tun, oder?

4 Gedanken zu “Vergleichen? Ich doch nicht!

  1. Wir vergleichen auch nie. Wäre ja auch total unfair. Also den anderen gegenüber, die unseren Kindern bei solchen Vergleichen, die wir ja nicht ziehen, das Wasser überhaupt gar nicht reichen könnten. Und man hätte selbst ja auch keinen Spaß so lange krampfhaft irgendetwas zu finden, was man bei anderen so schönreden kann, dass man zur Gewissensberuhigung auch etwas gefunden hat, wo das eigene Kind nicht gaaaaanz so toll ist.

    😉

  2. Ich beteilige mich an solchen Vergleichen auch nie. Pööh vielleicht gehören wir noch zur Mütter-Mafia – wir niemals nich.

    (und auf meiner Schulter wird bei der nächsten Schulaufführung ein Männlein sitzen – aber der hat mit mir nix zu tun 😉 )

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.