So habe ich das nicht gemeint

Genau das, was ich nie hätte tun wollen, habe ich getan: Ich habe Kleinkind-Eltern entmutigt. Ich habe geschrieben, was sie jetzt durchmachten sei nichts im Vergleich zu dem, was später noch kommt. Gut, genau so habe ich das gar nicht gemeint, aber man kann meinen gestrigen Text sehr wohl so verstehen, wenn man mich nicht näher kennt.

Wie habe ich es doch gehasst, wenn man mir damals, als ich völlig übernächtigt und am Rande meiner Kräfte war, zu verstehen gab, dass das noch gar nichts sei. „Kleine Kinder, kleine Sorgen…“, sagten gewisse Mütter mit vielsagendem Blick und ich konnte mich nur mit Mühe davon zurückhalten, ihnen an die Gurgel zu springen. Manchmal frage ich mich, weshalb ich es nicht getan habe, in meinem übernächtigten Zustand hätte ich vor Gericht bestimmt auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren können…

Nun, ich mag den Spruch heute noch nicht ausstehen, denn mir wird je länger je mehr bewusst, dass jeder Wegabschnitt, den wir mit unseren Kindern gehen, seine eigenen Herausforderungen, aber auch seine eigenen Freuden mit sich bringt. Darum möchte ich allen, die sich durch meinen gestrigen Text entmutigt gefühlt haben, sagen: Es wird weder besser noch schlimmer, es wird einfach anders und wenn ihr bis jetzt einen Weg gefunden habt, euer Elternleben zu meistern, dann werdet ihr ihn auch in der nächsten Phase wieder finden. Und in der übernächsten auch…

20140417-011102.jpg

2 Kommentare zu “So habe ich das nicht gemeint

  1. Ich finde aber, es wird exponentiell leichter. Mit 3 Kindern in 4 Jahren, stand ich einige Jahre am Rande des Zusammenbruchs. Als der jüngste 3 Jahre alt war, liess der Stress plötzlich nach und danach ging es viel leichter weiter.
    Vielleicht hatten wir Glück, der Jüngste wird bald 20 und grosse Sorgen hatten wir nur einmal, als eines der Kinder eine Depression hatte. Aber auch das war signifikant anders als das ewige Geschrei der ersten Jahre. Und es brachte uns alle weiter.
    Was ganz klar ist, man fühlt sich auch mit erwachsenen Kindern noch verantwortlich für deren Wohlergehen, das hört nie auf.
    Wahrscheinlich lässt der Stress bei noch grösseren Familien nicht im gleichen Mass nach und Schulprobleme etc. können die Eltern gehörig unter Druck setzen.

    • Vermutlich setzt jeder Mutter und jedem Vater eine andere Phase besonders zu, an den Rand seiner eigenen Kräfte kommt wohl jeder in einer anderen Lebenslage. Bei uns wurde es mit dem Grösserwerden der Kinder nicht unbedingt einfacher, was zu einem grossen Teil daran liegt, dass wir sehr viele Aufgaben, die eigentlich Sache der Schule wären, übernehmen müssen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s