Dinge, die ich in den letzten Tagen gelernt habe

  • Der Satz „Die Eltern kennen ihr Kind am besten“ gilt bei gewissen Ärzten nur, solange Mama und Papa mit ihrer Einschätzung auf ihrer Linie liegen. Allzu starke Abweichungen von der ärztlichen Meinung darf sich das elterliche Bauchgefühl nicht erlauben, sonst wird es schnell einmal schwierig.
  • Es gibt auf diesem Planeten mindestens einen Spitalclown, der so umwerfend komisch ist, dass er selbst meine miese Laune zu vertreiben vermag. Der Kerl hätte vermutlich sogar unserem Bundespräsidenten den Anflug eines Lächelns aufs Gesicht gezaubert. 
  • Manche Menschen fühlen sich offenbar durch ihren Titel dazu berechtigt, ein neunjähriges Kind in Abwesenheit seiner Mutter zu fragen, ob es manchmal so verzweifelt sei, dass es nicht mehr leben wolle. Bin mir immer noch unschlüssig, ob ich es dabei belassen soll, das verwirrte Kind wieder gerade zu rücken, oder ob ich doch eine bissige Rückmeldung geben soll. (Nein, drängt mich bitte nicht dazu. Das Erstgespräch war schon eher…na ja… schwierig und ich weiss nicht ob ich mich noch einmal auf so etwas einlassen mag.)
  • Trotz allem gibt es noch ein paar ganz anständige Ärzte da draussen, mit denen sich ein Konsens finden lässt. Vielleicht hat es geholfen, dass ich irgendwann gesagt habe: „Ich lechze nicht nach Ihrer Aufmerksamkeit, ich brauche auch nicht unbedingt eine Diagnose, ich will nur, dass es meinem Kind endlich wieder besser geht.“
  • Ich brauche wirklich keine Diagnose, um glücklich zu sein. Wenn man mich endlich halbwegs ernst nimmt und zumindest versucht, den festgefahrenen Pfad zu verlassen und einen neuen zu suchen, bin ich schon ganz zufrieden. Erst recht, wenn wir diesen Pfad mehrheitlich zu Hause weitergehen können und nicht mehr in diesem engen Zimmerchen eingesperrt bleiben müssen.
  • Wobei anzumerken wäre: In diesem engen Zimmerchen ist es sehr viel erträglicher, wenn es von zwei Grossfamilienkindern geteilt wird, die sich trotz drei Jahren Altersunterschied blendend verstehen. Dieser Zoowärter findet doch einfach überall, wo er hingeht, einen Freund, mit dem er sich schieflachen kann. 
  • Bauchschmerzen sind auch so ein Thema, zu dem jeder eine Meinung hat. Eine Meinung, die übrigens meist deckungsgleich ist mit der Meinung, die diese Person über Kopfschmerzen hat. 
  • Ich brauche jetzt ganz dringend ein paar Gartentage. Also, sobald ich die verpasste Arbeitszeit nachgeholt und den Haushalt wieder im Griff habe…

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3 Kommentare zu “Dinge, die ich in den letzten Tagen gelernt habe

  1. Wir kennen dieses Gefühl, lauter Experten, Fachpersonen und Menschen die wissen was für uns gut sein soll. Kinn hoch und nix einreden lassen. Ich drück euch ganz fest die Daumen.

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