Aufsichtspflicht

Prinzchen hat sich mit zwei Freunden zum Spielen verabredet, der eine von beiden taucht mit seinem grossen Bruder im Schlepptau auf. Perfekt, denn so hat der Zoowärter auch einen Spielkameraden und muss Prinzchen nicht die Gäste abspenstig machen. Bald rennen alle zusammen lachend und schreiend ums Haus, wenig später stösst Prinzchens bester Freund dazu, der FeuerwehrRitterRömerPirat und sein bester Freund schliessen sich ebenfalls an, irgendwann saust einer von Zoowärters Freunden auf dem Trottinett herbei und beschliesst zu bleiben. Einer, der nicht so leicht Anschluss bei Gleichaltrigen findet, schliesst sich der Gruppe ebenfalls an, hin und wieder schauen gar ein paar Mädchen vorbei. Aus sicherer Distanz und mit der wachsamen Mama im Hintergrund beobachten zwei Kleinkinder das wilde Spiel der Grossen. Genau so war Kindheit früher auch. Genau so sollte sie auch heute noch sein, nicht wahr?

Aber klar doch. Der Haken ist nur, dass heute zwar alle dieses Idealbild der wilden, erwachsenenfreien Kindheit beschwören, gleichzeitig aber nicht damit leben können, dass diese Freiheit auch Gefahren mit sich bringt. 

Wenn sich also plötzlich der ganze Trupp um unser Haus versammelt, stimmt mich dies glücklich und unruhig zugleich. Die Verantwortung für die Horde liegt jetzt bei mir, das weiss ich ganz genau. Falls einem der lieben Kleinen im wilden Spiel ein Härchen gekrümmt wird, bin ich daran schuld und keiner wird fragen, ob das betreffende Kind bei uns eingeladen war, oder ob es dazugestossen und einfach geblieben ist. 

Ich habe also die Wahl: Alles stehen und liegen lassen und die wilde Horde diskret beaufsichtigen, damit sie nichts davon bemerken und sich trotzdem so frei fühlen, als wäre kein Erwachsener zugegen. Oder nur die Kinder dabehalten, deren Eltern mit ein paar Kratzern und Beulen leben können und den ganzen Rest nach Hause schicken. 

Irgendwie finde ich beides nicht so toll. 

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2 Kommentare zu “Aufsichtspflicht

  1. Ich würde einfach fragen, ob die Eltern wissen, wo das Kind gerade ist und einverstanden sind, und wann es heim muss. Dann mal einen Krug Sirup und paar Cracker vor die Tür stellen und gut ist. Bei zu großem Tumult kann man ja mal bisschen ermahnen, nicht zu wild zu werden. Ansonsten ja, so war das früher bei uns auch. Ich finde die Kinder hier ziemlich unspontan. Immer muss gross abgemacht werden und oft schleppen sie Süsskram mit, wenn sie kommen. Ich fühle mich dann immer „bezahlt“ dafür, dass jmd bei uns ist. Ist das eine Schweizer Gepflogenheit, die mir bislang entgangen ist? Oder habe ich da nur zufällig mehrere Mamas im Jahrgang, für das alle gleich machen? Mich setzt das irgendwie unter Druck.

    • Ich vermute, das ist von Quartier zu Quartier unterschiedlich. Von mir aus müssen die Kinder auch nicht immer abmachen. Was ich aber schlecht ertrage: Wenn man andauernd den Gratiskinderhütedienst macht für Eltern, die sich einen Dreck darum scheren, wo ihr Nachwuchs sich umtreibt und dann aber sofort angetanzt kommen, wenn mal etwas schief läuft.

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