Viel cooler als Mama

Ein wenig leid tun sie mir ja schon, die weiblichen Teenager von heute. Auf gar keinen Fall wollen sie aussehen wie ihre Mütter, diese abgekämpften Frauen, die in altbackenen Klamotten rumlaufen und keine Ahnung von Mode haben. Aussehen wie Mama? Nie und nimmer! 

Also rennen die Mädchen am schulfreien Mittwochnachmittag in die Boutiquen, um sich einzudecken mit allem, was in ist. Boyfriend-Jeans, Mom-Jeans, Tüllröcke mit breitem Bund, Plateaupumps, senfgelbe Pullis und flatternde Stoffhosen mit Nadelstreifen – alles kommt in die Einkaufstüte. Wieder zu Hause lassen sie sich auf youtube zeigen, wie die Jeans stilecht gerollt wird und dann sind sie bereit, der Mama zu zeigen, wie man sich heute stylt. „Schau mal, wie cool ich bin. Nicht so langweilig wie du“, sagt ihr Blick. 

Und was geschieht? Die Mama kriegt vor lauter Staunen den Mund nicht mehr zu. Aber nicht, weil sie beeindruckt ist von so viel Modebewusstsein. Sondern nur, weil sie glaubt, einer gespenstische Erscheinung ihres früheren Ichs – Version 1988 oder 1989 – zu begegnen. Und dann lacht sie auch noch Tränen, wenn sie gesagt bekommt: „So eine Mom-Jeans könntest du ja nie tragen. Dafür bist du viel zu altmodisch.“ 

tasse

7 Kommentare zu “Viel cooler als Mama

    • Eine „Rüebli“-Jeans gab es bei uns auch, aber ich glaube, in der Schweiz war es ein anderes Modell, das so bezeichnet wurde. Ganz sicher bin ich mir aber nicht. Ich war nicht so sattelfest in modischen Belangen. 😊

  1. …und mir sagten heute drei frierende Grazien auf dem Pausenplatz sie könnten nicht mit bedeckten Knöcheln herumlaufen, das sei schliesslich Mode…

      • …da friert man lieber. Ist ja auch komisch, dass es im Winter kal ist und schneit.
        Aber schon spanend wie diese Modetrends immer wieder kommen. Man kann das Rad eben nicht neu erfinden.

  2. Ich wollte letzte Woche im h&m eine Umstandshose kaufen. Die haben nur zu kurze Hosen mit Löchern. Also ja, selbstverständlich hatte ich mit 15 (vor mittlerweile 20 Jahren) Löcher in den Hosen, aber sicher keine vorproduzierten sondern höchstselbst gemachte.(Meine Mutter hat sich immer so gefreut…) Ich frage mich auf welche Zielgruppe sie mit den Umstandshosen abzielen. Teenie-Schwangerschaften sind hier doch ziemlich selten nicht?

    • Die „Warum schneidest du dir Löcher in die Hose?“-Diskussion habe ich mit meiner Mutter auch immer und immer wieder geführt.
      Die Sache mit den löchrigen Umstandshosen ist mir auch ein Rätsel.

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