Jugend und Kultur

Da klagen sie immer, Jugendliche würden sich nicht für Kultur interessieren. Anstatt sich in gepflegtem Rahmen eine Symphonie anzuhören, würden die sich lieber bekifft irgendwo an einem Open Air-Festival im Schlamm wälzen. Man könne sich noch so sehr um sie bemühen, mit klassischer Musik liessen sie sich einfach nicht hinter dem Ofen hervor locken.

Wenn dann aber ein Jugendlicher nichts lieber tut, als Symphonien, Oratorien, Variationen, Sonaten und dergleichen zu lauschen und du möchtest für ihn in einem der grösseren Konzerthäuser dieses Landes Karten reservieren, weil er nicht weiss, was er sich zum Sechzehnten wünschen soll, dann heisst es: „Natürlich bieten wir Studentenvergünstigungen an, aber reservieren? Das können Sie gleich vergessen. Wenn einer, der noch grün hinter den Ohren ist, wirklich glaubt, er sei in der Lage, Bachs Weihnachtsoratorium zu geniessen, soll er das gefälligst beweisen, indem er sein Ticket an der Abendkasse holt. Wird ja wohl kaum ausverkauft sein. Wer will denn schon Bach  hören?“

Nun gut, ganz genau so haben sie es natürlich nicht gesagt, aber die Botschaft war klar: Sitzplätze für junge Musikliebhaber gibt es in diesem Haus nur, wenn sich nicht genügend Gutbetuchte finden lassen, um die Reihen zu füllen.

(Ach ja, einem Jugendlichen würde es selbstverständlich auch nichts ausmachen, mehr als eine Stunde Reisezeit in Kauf zu nehmen, nur um an der Abendkasse zu erfahren, Bach sei nun wieder Erwarten doch ausverkauft. Die haben ja ohnehin zu viel Zeit, die Jungen und das Bahnbillett wird denen ja auch fast gratis hinterher geschmissen…)

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Das habe ich jetzt davon…

Was, um Himmels Willen hat mich diesmal wieder geritten? Ganz banale, fantasielose Adventskalender hätten sie gewollt. Lego, Playmobil und dergleichen. Ich hätte nichts weiter tun müssen, als in den Laden zu marschieren, ins Regal zu greifen und an der Kasse das Portemonnaie zu zücken.

Aber natürlich war da wieder die leise Stimme in mir, die aufbegehrte. „Du willst sie doch nicht etwa mit diesem ganzen Kram abspeisen?“, flüsterte sie mir zu. „Deine Kinder sind zauberhafte Individuen, sie haben mehr verdient als einen lieblos in einer anonymen Fabrik zusammengestellten Adventskalender.“

Also begann ich, auf die Knöpfe einzureden.“Was wollt ihr mit diesem Mist?“, fragte ich. „Wäre es nicht viel aufregender, wenn ich für jeden von euch etwas Schönes zusammenstelle? Etwas, das ihr euch wirklich wünscht und nicht etwas, was die grossen Firmen euch aufschwatzen wollen?“ 

Natürlich ist es viel aufregender. Ich darf mir jetzt tagelang den Kopf zerbrechen, wie ich einen Chemiekasten so aufteile, dass das arme Prinzchen nicht drei Tage hintereinander eine langweilige Pipette aus seinem Kalender zaubert. Oder wie ich dem Zoowärter von Anfang an verständlich mache, dass es sich bei seinem Inhalt um ein Kartenspiel handelt, damit er nicht auf die Idee kommt, das Zeug auf der schulischen Pokémon-Börse zu verhökern, ehe er das ganze Set beisammen hat. Oder wie ich den Zauberkasten des FeuerwehrRitterRömerPiraten aufteilen muss, damit unser Sohn schon am dritten Tag mit den ersten Tricks loslegen kann. Oder wie ich… Aber halt, ich darf nicht mehr verraten, denn Karlsson und Luise lesen hier gelegentlich mit. Ihr könnt euch ja denken, dass es auch bei ihren Kalendern die eine oder andere Klippe zu umschiffen gibt. 

Na ja, immerhin brauche ich mir keine Gedanken zu machen, ob der Lego-Kalender, den dieses Jahr alle Kinder haben wollen, bereits ausverkauft ist…

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Weise Einsicht

Zwei junge Kätzchen sind heute bei uns eingezogen und wie zu erwarten war, sind die fünf jungen Vendittis hin und weg von den Tierchen. Der Zoowärter, meint, nachdem er sich eingehend mit den beiden Neuankömmlingenn bekannt gemacht hat: „Ich glaube, echte Katzen mit Fell sind noch viel schöner als Katzen in Katzenvideos.“ 

Ich werde ihn an diese Weise Einsicht erinnern, wenn er wieder mal glaubt, seine wertvolle Kindheit vor dem Bildschirm vergeuden zu müssen.

Was sie lernen sollten

Als Eltern haben viele von uns das Ziel, unsere Kinder zu Menschen zu erziehen, die in der Lage sind, auf ihren eigenen Füssen zu stehen und wenn möglich erfolgreich zu sein. Menschen, die fähig sind, ihr eigenes Glück zu finden, die umgeben von guten Freunden zufrieden durchs Leben gehen. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, doch seit einiger Zeit – und insbesondere wieder seit gestern – wird mir bewusst, dass sie noch ein paar andere Dinge lernen sollten. Zum Beispiel…

Widerspruchsgeist und eine gesunde Skepsis, damit sie nicht einfach schlucken, was man ihnen vorsetzt, sondern lernen, kritische Fragen zu stellen, die Dinge zu Ende zu denken und sich eine eigene Meinung zu bilden. Mag sein, dass sie damit hin und wieder anecken, mag sogar sein, dass sie mir damit zuweilen furchtbar auf die Nerven fallen, weil sie dem widersprechen, was ich für richtig halte, aber irgendwo müssen sie ja lernen, unbequem zu sein.

den Mut, nicht mit den Wölfen zu heulen, auch wenn es sich ganz furchtbar toll anfühlen kann, sich von dem Eifer anderer anstecken zu lassen. 

historische Grundkenntnisse und damit meine ich nicht das Wissen über die Bauweise von mittelalterlichen Burgen und das exakte Datum von Napoleons Krönung, obschon auch solche Dinge ganz spannend sein können. Ich meine das Wissen darüber, wie Menschen in der Vergangenheit dazu gekommen sind, sich verführen zu lassen und denen zu folgen, die nichts Gutes im Schilde führten. 

sich zu engagieren und nicht einfach zuzuschauen, wie die Dinge den Bach hinunter gehen. Ob politisch, kirchlich oder ehrenamtlich ist mir eigentlich egal. Hauptsache, sie nehmen die Dinge nicht einfach so hin, wie sie sind oder zu werden drohen. (Als ich das heute Abend zu unseren Kindern gesagt habe, meinte Luise, „Meiner“ und ich seien in dieser Hinsicht ja auch ziemlich bequem geworden und damit hat sie leider nicht Unrecht.)

Nächstenliebe, auch dort, wo es nicht unbedingt bequem ist. Und dann natürlich immer wieder die Fähigkeit, den einzelnen Menschen mit seiner Geschichte zu sehen und nicht „die Schweizer“, „die Deutschen“, „die Amerikaner“, „die Muslime“, „die Juden“, „die Christen“, etc. Mag sein, dass der eine oder die andere sich beim näheren Hinsehen als ausgesprochen unangenehme Person entpuppt, aber das rechtfertigt noch lange nicht, dass man alle anderen, die irgend etwas mit ihm oder ihr gemeinsam haben, in den gleichen Topf schmeisst. 

Und zu guter Letzt immer und immer wieder zu differenzieren, denn kaum etwas ist so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheint. 

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Am Gängelband

Wie ich es doch hasse, bevormundet zu werden! Da willst du am Morgen nur kurz bei Facebook vorbeischauen und was liest du dort als Erstes? „Guten Morgen Tamar. Heute wird es richtig kalt. Bleib besser drinnen an der Wärme“, oder so ähnlich. Nichts gegen den täglichen Wetterbericht, aber ich werde ja wohl noch selber entscheiden dürfen, ob ich das kühle Wetter drinnen bei einer Tasse Tee geniesse, oder draussen im Garten, wo noch zwei oder drei Dinge zu erledigen sind, bevor der Winter kommt. 

Ganz ähnlich läuft das, wenn ausnahmsweise mal ein bisschen Regen angesagt ist. „Bleib heute lieber am Trockenen“, mahnt Facebook, gerade so, als wäre ich nicht in der Lage, selber zu entscheiden, ob ich ein paar Regentropfen vertragen kann oder nicht. Ich soll den Regen gefälligst so verabscheuen, wie er heutzutage, wo die Leute nicht mehr wissen, wozu er gut ist, von der grossen Mehrheit verabscheut wird. Und wenn die Sonne heiss vom Himmel brennt, soll ich mich gefälligst freuen wie ein kleines Kind, auch wenn mir die erhöhten Ozonwerte den Atem rauben. 

Doch nicht nur Facebook glaubt, mir sagen zu müssen, was ich zu tun habe. Frage ich die SBB-App, wann mein Bus fährt, bekomme ich nicht die Abfahrtszeit angegeben, sondern die Zeit, wann ich zu Hause losgehen muss, damit ich ganz entspannt zur Bushaltestelle spazieren kann. Dabei ist der gelegentliche Sprint zur Haltestelle mein einziges Fitnessprogramm und das will ich gefälligst so beibehalten, damit mir niemand vorwerfen kann, ich würde mich überhaupt nie bewegen. Kommt hinzu, dass ich von Kind auf gelernt habe, im Fahrplan angegebene Zeiten für unumstössliche Wahrheiten zu halten, weshalb ich nun trotzdem wie ein kopfloses Huhn zur Haltestelle hetze, wo ich mir dann sieben Minuten lang die Beine in den Bauch stehen kann. (Sieben Minuten? Die glauben doch nicht im Ernst, ich bräuchte für 250 Meter Fussweg sieben Minuten? Ja, ich bin langsam, aber doch nicht so langsam.)

Allmählich habe ich es wirklich satt, andauernd gegängelt zu werden. Pinterest belästigt mich mit Hinweisen, wer mein „Pin-Twin“ sei, dabei treibe ich mich dort doch nur rum, um Kochrezepte und Gartentipps zu finden und nicht etwa, um meinen Freundeskreis zu vergrössern. Online-Medien setzen mir nur noch Artikel zu Themen vor, über die ich bereits etwas gelesen habe, dabei liegt für mich der Reiz der Zeitungslektüre gerade darin, über Dinge zu lesen, auf die ich selber nicht gekommen wäre. Die Werbebanner, die mich beim Surfen begleiten, versuchen verzweifelt, mir Bücher schmackhaft zu machen, über die ich mich zwar vor drei Monaten tatsächlich mal im Internet informiert habe, die ich inzwischen aber schon längst gekauft und gelesen habe. Und wenn die alle mich mal ausnahmsweise in Ruhe lassen, ruft bestimmt irgend so ein Depp an, der glaubt, mir am Telefon irgend etwas aufschwatzen zu müssen, was mir seiner Ansicht nach zu meinen Glück noch fehlt. 

Himmel, ich weiss ja, dass sowas heutzutage nicht mehr modern ist, aber lasst mich gefälligst selber denken. Mag sein, dass ich deswegen tatsächlich mal einen Bus verpasse, einen interessanten Pin übersehe, oder gar ein gutes Buch nicht lese, weil ich vergessen habe, dass es mich eigentlich interessiert hätte. Die Gefahr, einen Regenguss abzubekommen, ist hingegen gering, denn ich bin durchaus in der Lage, zu interpretieren, was die grauen Wolken am Himmel zu bedeuten haben. 

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Die haben vielleicht Wünsche…

Geburtstagskinder haben mich schon immer dazu bringen können, Dinge zu tun, die ich sonst für niemanden auf der Welt tun würde. Für Karlsson habe ich mit Todesverachtung Leber durch den Fleischwolf gedreht und Sülze zubereitet, Luise hat mich dazu gebracht ihr Barbies zu schenken und mit ihr die wildesten Bahnen des Europa Parks zu testen, dem FeuerwehrRitterRömerPiraten konnte ich den innigen Wunsch, die hausgemachten Knöpfli mit Ketchup zu verspeisen, nicht verwehren und der Zoowärter brachte mich dazu, dem Disney-Konzern sehr viel mehr Geld in den Hintern zu schieben, als mir lieb gewesen wäre. Einzig das Prinzchen sah während der ersten sieben Jahre keinen Grund, mich dazu zu zwingen, über meinen Schatten zu springen. Höchste Zeit also, dass auch er einen Liebesbeweis von mir fordert, der mich Überwindung kostet. Nächsten Mittwoch ist es soweit: Ich soll ihn und seine Geburtstagsgäste ins Fussballmuseum begleiten.

Ich weiss nicht, was ich schlimmer finde: Die Tatsache, dass ich mich einen ganzen Nachmittag lang mit Bällen, Fussballern und Pokalen befassen muss oder der Gedanke, dass die FIFA jetzt auch noch von uns Geld bekommt. 

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Schwacher Trost

Auf dem Bildschirm das fast fertige Interview, das auf den letzten Schliff wartet, damit ich es zum Gegenlesen geben kann.

Unten an der Tür der Lieferant, der mit lautem Klingeln ankündigt, dass der Wocheneinkauf die Treppen hochgetragen werden will.

Drei Kinder, die eigentlich beim Schleppen helfen müssten, die sich stattdessen aber verbotenerweise im Garten des leerstehenden Nachbarhauses herumtreiben. 

Im Keller die Waschmaschine, die darauf wartet, geleert und wieder neu gefüllt zu werden. Dann natürlich noch die trockene Wäsche, die abgehängt werden müsste, um dem nassen Zeug Platz zu machen.

Vier verschiedene Abendprogramme („Meiner“ hat Elternabend, Karlsson geht ins Konzert, Luise ist zum Babysitten engagiert und der FeuerwehrRitterRömerPirat sollte endlich wieder einmal in die Trompetenstunde, die wir andauernd vergessen) und ein grosser Wunsch (Prinzchen möchte dringend sein Geburtstagsgeld loswerden), der leider nicht auch noch erfüllt werden kann. 

Eine unaufgeräumte Küche und ein Brummschädel, der entweder gegen einen bevorstehenden Wetterwechsel oder aber gegen das allgemeine donnerstägliche Familienchaos rebelliert. 

Als dann auch noch die Baguettes nicht im Ofen, sondern auf dem Fussboden landen, ist die mütterliche Explosion nicht mehr zu vermeiden. 

Früher hätten mich in einem solchen Moment ein paar pausbackige, engelsgleiche Kinder getröstet. „Sei nicht traurig, Mama“, hätte vielleicht der eine oder die andere gesagt und mir ein Lächeln oder eine Umarmung geschenkt.

Heute muss ich froh und dankbar sein, wenn im Moment der Explosion kein Teenager zugegen ist, der meint: „Krieg dich wieder ein. Hat dir ja keiner befohlen, an einem Tag wie heute auch noch Brot zu backen.“

(Und natürlich hätten sie nicht das geringste Verständnis, wenn ich erklären würde, als ich heute Nachmittag den Kühlschrank geöffnet hätte, habe der Brotteig geschrien: „Verarbeite mich sofort und schieb mich in den Ofen, ich bin reif!“ Früher hätten sie geglaubt, ich sei Goldmarie…)

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Neue Kolumne

Jetzt, wo es mir endlich gelungen ist, Karlsson für eine Weile zum Schweigen zu bringen, ist der Text doch noch fertig geworden. Das Resultat könnt ihr hier nachlesen. 

Ein Wunsch für die Zukunft

Seit heute Morgen weiss ich ganz genau, was Karlsson werden soll, wenn er eines Tages genügend Bildung in sich aufgesogen hat. 

Journalist soll er werden. Journalist im Homeoffice, wenn möglich betraut mit der Aufgabe, jeden Monat zum Ersten einen witzig-spritzigen Text, der die Leserschaft aufs Beste unterhält, zu veröffentlichen. So regelmässig soll dieser Text erscheinen, dass auch Feiertage wie Allerheiligen, Neujahr und Tag der Arbeit keinen Aufschub zulassen. Genau dies wünsche ich mir für die berufliche Zukunft meines Ältesten. 

Wie? Ihr sagt, der Journalismus habe keine Zukunft? Im postfaktischen Zeitalter interessiere sich kein Mensch mehr für von Menschen verfasste Texte? Keine anständige Mutter könne ihrem Sohn eine derart brotlose Zukunft wünschen?

Mir egal. Ich will mich bloss eines Tages, wenn er mit dem Abgabetermin im Nacken am Computer sitzt, neben ihn setzen und ihm den Kopf vollquasseln, bis er nicht mehr weiss, wie er seine Satzanfänge, Kommata und Pointen richtig einordnen soll. Und bevor ich ganz von ihm ablasse, um ihn in Ruhe schreiben zu lassen, spiele ich vielleicht noch eine Runde Klavier.

Man könnte auch sagen, ich will mich für das rächen, was er mir am Morgen dieses ganz und gar unwillkommenen Feiertags, der für mich ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag sein sollte, angetan hat. 

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Karlsson lernt die Warteschleife kennen

Karlsson möchte sich ein Konzertticket kaufen, doch um dies online zu erledigen, braucht er seine neunstellige Kontonummer. Die Kontonummer, die er natürlich mal wieder nicht zur Hand hat, weil man in seinem Alter solche Sachen nie zur Hand hat, wenn man sie dringend braucht. Er greift zum Telefon, um beim Kundenzentrum Hilfe zu holen. Wohl wissend, wie lange solche Telefonate in der Regel dauern, mache ich es mir mit Netflix bequem. Doch mehr als die ersten Dialogfetzen des Vorspanns schaffe ich nicht, ehe er wieder im Wohnzimmer steht.

„Bei denen ist gerade alles besetzt“, sagt er. 

„Tja, dann musst du eben warten“, erkläre ich.

Er schaut mich verwundert an. „Warten? Ich bleibe doch jetzt nicht zehn Minuten am Telefon.“

Ich kann mir das Lachen nicht verkneifen. „Zehn Minuten? Du befindest dich in der Warteschleife. Das kann gut und gerne eine halbe Stunde dauern.“

„Ich bleibe doch nicht eine halbe Stunde am Telefon. Machst du das etwa jeweils so?“

„Na ja, anders kommt man leider nicht weiter. Du musst einfach den Lautsprecher einschalten und dann gehst du ran, wenn sich jemand meldet“, erkläre ich.

Doch meine Erklärungen sind umsonst, Karlsson hat schon aufgelegt. „Du glaubst doch nicht etwa, ich höre mir jetzt eine halbe Stunde lang diese schreckliche Musik an?“

Nein, wie könnte er auch? Für einen jungen Menschen, der im Begriffe ist, ein Mendelssohn-Ticket zu erstehen, wären dreissig Minuten seichtes Warteschleifen-Gedudel nun wirklich nicht zumutbar. 

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