Wenn bloss die blöden Kieselsteine nicht wären…

Es sind nicht die grossen Brocken im Leben, die mir derzeit am meisten zu schaffen machen. Ich kann damit leben, dass es noch mehrere Wochen bis Monate dauern kann, bis „Meiner“ sich von seiner Krankheit erholt hat. Hauptsache, er kommt wieder auf die Beine und die Aussichten dafür sind gut. Natürlich treibt es mich an die Grenzen, dass die Hauptlast für Kinder und Haushalt in diesen Wochen auf meinen Schultern lastet, aber irgendwann haben wir ja gesagt zu „in guten wie in schlechten Tagen“ und „Meiner“ hat ja auch schon oft für mich geschleppt. Ich kann es verkraften, dass ich zu ausgelaugt bin für einen neuen Job. Klar, ich freue mich schon auf den Tag, an dem ich endlich wieder energiegeladen aus dem Bett springen werde, aber bis dahin nehme ich das Leben so ruhig wie das eben möglich ist.

Oder versuche es zumindest und genau da liegt das Problem: Mit den grossen Brocken wäre ich genügend ausgelastet und darum würde ich zu gerne auf die lästigen Kieselsteine verzichten, die in meinen Schuhen drücken. Die Flöhe, die sich ausgerechnet jetzt auf unseren Katzen niederlassen müssen und deren Bekämpfung viel Zeit erfordert. Die Panne beim Online-Banking, die mich dazu zwingt, die Rechnungen am Postschalter zu begleichen und eine neue „Smart Card“ zu organisieren. Der Geschirrspüler, der mal wieder nicht will, wie er sollte. Der heruntergerissene Duschvorhang, den ich erst dann wieder aufhängen kann, wenn ich die richtigen Ringe aufgetrieben habe. Prinzchens Weigerung, etwas anderes als grüne Hosen anzuziehen, wodurch jedes An- und Umziehen zum Machtkampf ausartet. Die Mandarinenschalen, welche die Kinder überall liegen lassen. Der Katzenkot hinter der Spielzeugkiste. Der Anruf, der genau dann kommt, wenn ich endlich mal auf dem Sofa liege. Der Autoschlüssel, der nicht dort ist, wo er sein sollte…

Lauter kleine Banalitäten, an die ich nicht mehr als einen Gedanken verschwenden sollte und die in diesen Tagen doch so oft dazu führen, dass ich laut werde. Nichtigkeiten, keiner Beachtung Wert und doch oft so gewichtig, dass meine Laune – und meine Familie – darunter leidet. Ich möchte mich nicht darüber aufregen und schaffe es doch nicht, cool zu bleiben. Vielleicht rauben mir die grossen Brocken doch mehr Energie, als ich wahrhaben möchte.

 

Höhlenträume

Wenn die Geschirr- und Wäscheberge die Sicht auf den Feierabend versperren….
Wenn man trotz Putzfrauenbesuch schon wieder über die Spielsachen stolpert…
Wenn der ganze Bürokram, mit dem man in einem durchschnittlichen Privathaushalt schon bald eine Teilzeit-Sekretärin beschäftigen könnte, wieder einmal liegen bleibt….
Wenn man aus dem Altpapier eines einzigen Tages Isoliermaterial für ein ganzes Haus herstellen könnte….
Wenn die Kindergeburtstagswünsche ins Unermessliche steigen….
Wenn der Kater das Katzenfutter verschmäht, weil die Speisereste so viel besser schmecken….
Wenn das Telefon andauernd klingelt….
Wenn zum vierten Mal am Tag jemand wegen einer Nichtigkeit an der Türe steht….
Wenn schon wieder ein Lattenrost den Geist aufgibt….
Wenn die Zeitungslektüre mal wieder nur Sorgenfalten auslöst….

…. dann denke ich jeweils, eine sichere Höhle mit ein paar Fellen und einem warmen Herdfeuer hätte auch gereicht. Okay, vielleicht noch eine Badewanne und eine gut sortierte Hausbibliothek dazu, aber den Rest hätte man sich doch wirklich schenken können.

Ja, ich weiss, WLAN und iPad fehlen noch, aber tun wir mal so, als könnte ich noch ohne… Ich meine, WLAN in einer Höhle, sowas geht nun mal einfach nicht. Man stelle sich nur mal vor, wie schlecht die Verbindung dort wäre.

 

 

Loslassen

Zuerst die Bekanntgabe, dass ich mein Ehrenamt nicht mehr weiterführe, dann mein Entschluss, den Job zu kündigen und heute schliesslich die Mitteilung, dass ich Gottesdienste erst wieder moderieren kann, wenn „Meiner“ ganz genesen ist. Allmählich leeren sich meine Hände, der Terminkalender weist immer öfter leere Felder auf.

Schon einmal war ich an diesem Punkt, auch damals nicht ganz freiwillig, aber doch mit leichterem Herzen als heute. Damals konnte ich aus den Händen geben, was ich ohnehin nicht mehr mit mir herumtragen wollte und darum fiel der Abschied leicht. Heute lasse ich Dinge los, die ich mit Leidenschaft getan habe. Der Moment dazu ist gekommen, das weiss ich, schmerzhaft ist es trotzdem.

Mein Feld ist abgeerntet, das Geerntete ist anderen zur Verarbeitung übergeben, der Boden liegt brach. Eine gute Sache, denn ohne Ruhezeit kann Neues nicht wachsen. Dennoch wirkt so ein leerer Acker trostlos und diese Trostlosigkeit ertrage ich nur schwer. Sogar ein von Unkraut überwuchertes Feld sieht ansprechender an als eine Brache, aber derzeit spriesst nicht mal mehr das Unkraut.

Ich weiss, dass es ohne diese Ruhezeit nicht geht und doch wünschte ich, ich wüsste schon, was als nächstes wachsen wird.

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Gebrauchsanweisung

Unsere Firma verwendet die grösste Sorgfalt darauf, Ihnen ein einmaliges, auf Sie persönlich zugeschnittenes Leben zur Verfügung zu stellen. Wir achten darauf, Ihnen die perfekte Mischung aus Glück, Ernst, Spannung, Freuden, Schicksalsschlägen, Liebe, Erfolgen, Krankheiten, Tiefschlägen und vielen weiteren Komponenten zusammenzustellen. Wir garantieren Ihnen, dass Sie von uns ein Unikat bekommen, das kein anderer Mensch auf dieser Welt je besessen hat oder besitzen wird.

Bei sachgemässem Gebrauch werden Sie an Ihrem Leben lange Freude haben, wie lange dies sein wird, können Sie aber nur bis zu einem bestimmten Grad beeinflussen. Für einen reibungslosen Ablauf hilft es, wenn Sie Ihr Leben immer wieder mit viel Liebe, Sorgfalt und Freude pflegen. Leider können wir Ihnen aber auch dann nicht garantieren, dass es frei von Störungen, Stillständen und Defekten sein wird. Trotz unserer Bemühungen ist es uns bis anhin nicht gelungen, ein automatisches „Happily ever after“ einzubauen.

Bei Nichtgefallen besteht kein Anrecht auf Umtausch, Ersatz oder Rückerstattung; in unserem Sortiment bieten wir Ihnen aber eine Vielzahl von Möglichkeiten, Ihr Leben glücklicher zu gestalten. Für Defekte, die auf unsachgemässen Gebrauch Ihres Lebens zurückzuführen sind, übernehmen wir keine Verantwortung. Dennoch werden unsere Experten alles dran setzen, entstandene Mängel zu beheben.

Sie sind der alleinige Lizenznehmer für Ihr Leben, achten Sie also drauf, dass Unberechtigte sich keinen Zugang zur Steuerung verschaffen können. Geben Sie Passwörter und Zugangsschlüssel nur an vertrauenswürdige Personen weiter, richten Sie aber auch Bereiche ein, die einer Vielzahl von Menschen offen stehen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihrem Leben. Bei Fragen und Problemen wenden Sie sich an den Hersteller.

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Lieblingsgeräusche

 Wenn der Deckel des Einmachglases knackt und mir damit klar und deutlich mitteilt, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat.

Das Schnurren der Katze, wenn kein Mensch sie berührt hat und sie es trotzdem nicht lassen kann. Einfach schnurren aus lauter Zufriedenheit, das muss man erst mal können.

Prinzchengesang in allen Lebenslagen, sei es beim Treppensteigen, morgens nach dem Aufwachen, beim Spielen – einfach immer und überall. Einfach nicht beim Essen, wenn ich bitten darf.

Das Schwingen der Waschmaschine, wenn ich weiss, dass es die letzte Ladung eines gigantischen Wäschebergs ist, die trockene Wäsche sauber gefaltet ist und am Wäscheständer noch Platz ist für die nassen Stücke. Kommt pro Jahr vielleicht drei- oder viermal vor.

Das wohlige Geräusch, das Kinder und Gäste von sich geben, wenn das, was ich gekocht habe, besser ist, als das Rezept hätte vermuten lassen.

Die Stimme des FeuerwehrRitterRömerPiraten, wenn er seinen kleinen Brüdern eine Geschichte vorliest.

Das Brabbeln eines sehr kleinen Babys. Wenn das nicht zu haben ist, gebe ich mich auch mit dem hungrigen Schreien eines Säuglings zufrieden. Zumindest, solange jemand in der Nähe ist, der das arme Kindchen füttern kann, bevor ich einen Milcheinschuss habe.

Die Tastatur, wenn der Text nur so aus den Fingern fliesst.

Das Knallen der Türe, aber nur, wenn die Wut gross genug ist und vor allem nur, wenn ich diejenige bin, die die Tür knallt. Aus gutem Grund, versteht sich.

Hummelgesumm. Alle anderen Insekten summen irgendwie nervtötend, aber Hummeln… einfach himmlisch.

Der letzte Ton, den die Motorsäge von sich gibt, ehe sie auf immer und ewig verstummt. Das gleiche gilt für Rasenmäher, Holzspaltmaschinen, Pressluftbohrer und Zithern – nicht aber für himmelblaue Autos, wenn sie in Varese auf einer Ausfahrtsstrasse stehenbleiben.

Wenn „Meiner“ lacht. So richtig. Wie damals, als er noch siebzehn war.

Und dann natürlich das hier, aber streng genommen gehört das wohl nicht in die Kategorie „Geräusche“.

Adieu, meine geliebten Tomaten

Es war ein schmerzhafter Moment, als ich gestern meine Tomatenpflanzen ausriss, nachdem ich die letzten, noch grünen, Früchte geerntet hatte. Tagelang hatte ich die Aufgabe vor mir hergeschoben, hatte gehofft, dass die Sonne vielleicht doch noch einmal so tut, als wäre es Sommer, aber irgendwann musste ich tun, was getan werden musste. Ein wenig Melancholie ist wohl immer dabei, wenn der Herbst allmählich grauer wird und einem unweigerlich bewusst wird, dass die sonnigen Tage gezählt sind, zumindest für ziemlich lange Zeit. Der Gedanke, dass zwischen dem Ausreissen der liebevoll gehätschelten Pflanze und dem Anpflanzen eines neuen Setzlings lange, dunkle Monate liegen, hat wohl für viele Menschen etwas Bedrückendes an sich. So bedrückend wie dieses Jahr war es für mich aber noch nie. 

Es waren ja auch keine gewöhnlichen Tomatenpflanzen, die ich da in den Grünabfall-Container beförderte, es waren meine Therapiepflanzen, von denen ich Abschied nehmen musste. Sie waren es, zu denen ich mich flüchtete, wenn ich das Gezanke der Kinder nicht mehr länger ertragen konnte, bei ihnen schnappte ich frische Luft, wenn ich mal wieder einen Käfer erwischt hatte und es nicht mehr länger im Bett aushalten konnte, bei ihnen heulte ich mich aus, als ich eine Reihe von Enttäuschungen zu verarbeiten hatte. Sie waren es aber auch, die mir immer wieder kleine Freuden bescherten. Ihr üppiges Wachstum, der Duft an den Händen, nachdem ich sie hochgebunden hatte, der Ansturm der Kinder, wenn ich ein paar besonders schöne Exemplare gepflückt hatte. Es mag ein trübes Licht auf meinen derzeitigen Zustand werfen wenn ich sage, dass diese Tomatenpflanzen der Lichtblick meines Sommers waren – aber so war es nun mal. 

Jetzt also sind sie weg, die letzten Früchte sind zu Konfitüre verarbeitet und mir bleibt nichts, als mich zu verwünschen, weil ich mir keinen standhafteren Garten-Therapeuten zugelegt habe. Hätte ich, wie Rose aus dem Comic, einen „let things be tree“, dann müsste ich jetzt nicht nicht weinerlich am Computer sitzen, sondern könnte draussen im Garten stehen und jammern.

Halt auf Verlangen

Und wieder stehen wir an dem Punkt, an dem wir doch eigentlich schon längst nicht mehr stehen möchten. Wieder fragen wir uns, wie wir die Balance hinkriegen sollen zwischen Familie, Berufsarbeit und Haushalt und zwar möglichst so, dass beide mit der Aufteilung glücklich sind. Und die Kinder auch. Und das Budget auch. Und überhaupt alle, die irgendwie davon betroffen sind, wie wir unser Leben gestalten.

Ich habe nicht grundsätzlich ein Problem damit, dass man sich hin und wieder der Frage stellen muss, wie es im Leben weitergehen soll. Die Gefahr, einzurosten und stehenzubleiben ist bestimmt geringer, wenn das Leben nicht nach einem ausgefeilten Plan abläuft, den es strikte zu befolgen gilt. Zuweilen aber überkommt mich diese unglaubliche Müdigkeit, weil bei uns nur selten etwas nach Plan läuft. Klar, unser Leben ist dadurch ziemlich bunt, spontan und abwechslungsreich, aber eben auch ermüdend, weil wir noch kaum einmal Zeiten hatten, in denen wir sagen konnten: „So ist es für diese Lebensphase gut, so fahren wir jetzt mal eine Zeit lang weiter, ehe wir die Weichen wieder neu stellen.“

Nein, ich möchte nicht von nun an bis zur Pensionierung alles immer gleich haben, ich bilde mir auch nicht ein, dass „Meiner“ und ich glücklich wären mit einem Leben, in dem alles stets überschaubar bleibt. Aber ich hätte gar nichts dagegen, mal an einer Zwischenstation ankommen und etwas länger verweilen zu dürfen.

Klassentreffen

Vier Jahre lang sah man sich fast täglich. Es waren die schwierigen Jahre, in denen man nicht mehr Kind und noch nicht jugendlich ist. Die Jahre, in denen man innert Sekunden von bester Freundin zu Lieblingsfeindin und wieder zurück wechselt. Die Jahre, in denen wohl keiner sich richtig gut und stark fühlt und doch jeder vorgibt, es zu sein. Die Jahre, in denen ein paar schlecht gewählte Worte einen in eine tiefe Lebenskrise stürzen können, vor allem, wenn diese Worte aus dem Mund der „grossen Liebe“ kommen. Die Jahre, in denen man zu dick, zu dünn, zu vollbusig, zu flachbrüstig, zu pickelig, zu klein, zu behaart, zu dumm, zu wohl behütet ist – einfach nie so, wie man eigentlich sein möchte. Die Jahre, die sich keiner zurückwünscht, wenn sie mal vorbei sind, die aber im Rückblick voll von herrlich skurrilen Erlebnissen sind.

Heute sieht man sich kaum mehr, vielleicht begegnet man sich mal zufällig, zu einigen wenigen hält man noch Kontakt, andere liest man hin und wieder auf Facebook. Man würde erwarten, dass diese Menschen einem über die Jahre vollkommen fremd geworden sind und doch fühlt man sich erstaunlich vertraut, wenn man mal wieder gemeinsam am Tisch sitzt. Gewisse Macken sind geblieben, Charakterzüge noch ausgeprägter, die meisten sind diejenigen geworden, die sie damals im Ansatz bereits waren, nur noch nicht ausgereift. Plötzlich sind sie wieder da, die alten Zeiten, nur viel besser, weil jeder sich fast ausschliesslich an das Gute erinnert und weil keiner mehr den Wunsch verspürt, den anderen fertigzumachen. (Was ja auch kein anständiger Erwachsener tun würde.) Wenn man sich nicht mehr alle Tage sieht, konzentriert man sich auf das Wesentliche, nämlich darauf, sich zu freuen, dass die Teenager, mit denen man die schwierigen Jahre durchgemacht hat, zu netten, glücklichen Erwachsenen geworden sind, mit denen man sich bestens unterhalten kann.

Das sehen wir doch alle gleich, nicht wahr?

Du kannst reden, mit wem du willst, jeder findet es eine Sauerei, dass wir Waren kaufen, die irgendwo, weit weg von hier von Kindern hergestellt worden sind. Jeder betont, wie wichtig es sei, dass wir weniger konsumieren, weniger Auto fahren, weniger Strom verbrauchen, weniger Müll produzieren, weniger fernsehen, weniger zum Arzt rennen, weniger Lebensmittel wegschmeissen, weniger fliegen, weniger Süsses konsumieren, weniger Spuren hinterlassen. Jeder findet es abscheulich, dass Kinder geschlagen und vernachlässigt werden, jeder fordert, dass Frauen und Männer in allen Dingen gleichberechtigt sein sollen, jeder ist empört darüber, dass noch immer so viele Kinder verhungern, jeder beklagt sich darüber, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, jeder ist besorgt darüber, dass der Umgangston immer rauher wird, jeder findet es bedenklich, dass der Leistungsdruck immer noch weiter zunimmt, jeder ärgert sich, dass bald jeder Quadratmeter Boden überbaut ist, jeder ist fassungslos, dass Tiere durch halb Europa gekarrt werden, bevor sie als Fleisch auf dem Teller landen, jeder glaubt, dass es so nicht weitergehen kann, jeder ist überzeugt, dass wir einmal grundlegend über die Bücher gehen sollten.

Warum, so frage ich mich, sieht es auf unserem Planeten noch immer so düster aus, wo wir doch offenbar alle der gleichen Meinung sind? Oder meint am Ende jeder nur den anderen, wenn er davon redet, was alles anders werden sollte?

 

Renovationsbedürftig

Es gibt wohl in jedem Leben untrügliche Zeichen, die einem sagen, dass eine gründliche Lebensrenovation angesagt ist. Bei mir sind es die folgenden:

1. Ich seufze und das Prinzchen fragt: „Mama, bist du heute gesund oder krank?“ Ganz klar, sogar unser Jüngster hat mitgekriegt, dass ich dieses Jahr überdurchschnittlich oft krank im Bett liege.

2. Ein Tag ohne Mittagsschlaf mag gerade noch drin liegen, aber zwei Tage ohne Mittagsschlaf sind unerträglich.

3. Würde mich keiner wecken, der Mittagsschlaf würde zu „Du meine Güte, ich habe doch tatsächlich den ganzen Tag und die halbe Nacht verpennt!“

4. Ich stelle sorgfältig einen Menüplan zusammen, kaufe mit Freuden frische Lebensmittel ein und verliere dann, wenn es Zeit wäre, das Essen vorzubereiten, die Lust am Kochen. Dann gibt’s schon wieder Pasta mit Tomatensauce und das eingekaufte Gemüse landet in einer spätabendlichen Einmach-Orgie im Glas.

5. Freizeit treibt mich in den Wahnsinn, weil da so viele Möglichkeiten wären, aber nur so wenig Energie.

6. Luises Mathematikaufgaben machen mich noch nervöser als gewöhnlich.

7. Das Gefühl, sämtliche Rechnungen bezahlt zu haben, beflügelt mich so ungemein, dass ich in Versuchung gerate, die Rechnungen für den kommenden Monat auch noch zu begleichen.

Spätestens an diesem Punkt gibt es keinen Zweifel mehr, dass es so nicht weitergehen kann. Dies zumindest habe ich inzwischen verstanden. Alles andere ist zurzeit ein grosses Fragezeichen.